Serienmittwoch 14

Wie immer am Mittwoch stellt Corly eine Frage zu Serien:

Welche Serien mögt ihr eigentlich nicht so?

Die Mehrheit der Serien ist mir egal. Gute Serien sind irgendwie auch eher die Ausnahme, oder? Ich denke zwar, dass das in den letzten Jahren deutlich besser geworden ist… Aber meine Freizeit ist knapp bemessen, da bin ich ziemlich selektiv.

Was ich überhaupt nicht mag, ist Reality-TV. Ich sehe keinen Reiz darin, mir das langweilige Alltagsleben anderer Menschen anzusehen. Wenn ich Filme oder Serien schaue, dann will ich große Geschichten, epische Bilder, funkelnde Texte und atemberaubende Gefühle. Wenn ich Normalität will, fahre ich mit dem Bus.

Zusätzlich finde ich es moralisch fragwürdig, Menschen zur Belustigung der Allgemeinheit vorzuführen … vor allem, weil es meist Menschen sind, die aufgrund ihres Alters, ihrer Reife, ihrer Bildung oder ihres geistigen Zustandes die Tragweite nicht beurteilen können. Sowas find ich nicht lustig, sondern grausam. Und sobald Kinder betroffen sind, tragisch.

 

Seiler und Speer

Wir befinden uns im Jahre 2015 2016 n.Chr. In ganz Europa stehen internationale Stars an der Spitze der Charts. In ganz Europa? Nein! Ein von unbeugsamen Misanthropen bevölkertes Ländchen hört lieber Seiler und Speer 😉

Charmant unglattgebügelt und mit Mut zur Zahnlücke läuft „Ham kummst“ (= Nach Hause kommst) von Seiler und Speer schon seit Oktober auf allen Sendern.
(Hier gibts übrigens eine Übersetzung ins Hochdeutsche.)

 

Auf dem Youtube-Kanal der beiden gibts die schmerzhaft lustige Miniserie „Horvarth´s Los“ zu sehen … was (auf niederösterreichisch) ein Wortspiel auf „arbeitslos“ (oabeitslos) ist. Horvarth ist der prototypischer Antiheld: Als arbeitsloser Alkoholiker ist er ein gefundenes Fressen für die Kamera und die bohrenden Fragen des Reporters, die ihn begleiten. Seine gescheiterte Existenz wird in der fiktionalen Reality-Show gnadenlos zum Amusement des Publikums ausgeschlachtet. Ein wirklich sehenswerter, kluger Kommentar auf unsere Zeit. (Allerdings sollte man eine gewissen Toleranz deftiger Sprache gegenüber mitbringen.)

Und für Autorinnen von Liebesromanen gibts dabei einiges zu lernen… nämlich was Frauen wirklich wollen! Unterscheidet sich ein klein wenig von dem gleichnamigen Film. 😉