Adieu, adieu, du schnöde Welt.

Falls ihr ab sofort nichts mehr von mir hört – dann wurde ich von irgendeiner Anti-Terror-Einheit verhaftet. Und das kam so:

Heute war ein Heizungstechniker da, und hat sich um die Jahreswartung unserer Wärmepumpe gekümmert. Köhlchen war ganz aufgeregt und hat ihn niedergeplappert, ich hab ihn mit Getränken versorgt. Die ganze Zeit über war er gesprächig und nett.

Als er dann im Wohnzimmer auf seinem Laptop die Rechnung vorbereitet hat, ist er irgendwie komisch geworden. Hat mich angesehen. Hat andauernd an mir vorbeigeschaut. Hat wieder zu mir gesehen. Und war nicht mehr sehr gesprächig, sondern irgendwie merkwürdig. Zuerst dachte ich, er hats einfach eilig.

Und dann ist mir aufgefallen, dass er auf meine neue, tolle Plot-Wand im Wohnzimmer geschaut hat.

Und mitten drin, da leuchtet ein Wort wunderschön raus.

Tja. Ähm.

Ich geb zu, das macht eine merkwürdige Optik. 😉

 

Plotting away.

Vor Kurzem hat mich eine kluge Frau gefragt, ob ich eine Pinnwand für mein nächstes Buchprojekt habe. Wo eine Übersicht der Handlungen, Personen, Motivationen und Querverbindungen drauf ist.

Hatte ich nicht… Nur Notizen, eine Playlist, ein Moodboard, ein paar Seiten zum  Wordbuilding – und einen grob geplanten Plot, der sich über mehrere Bücher streckt.

Bei Finley Meadows hat es auf diese Art und Weise eigentlich gut funktioniert. Aber bei meinen Drachen ist die Handlung dichter, viele Handlungsstränge laufen parallel, sind aber nicht immer sichtbar. Die Motivation der Protagonisten ist oft unklar, und wer eigentlich auf wessen Seite steht, ist fraglich. Den Überblick zu behalten ist also gar nicht so leicht – gerade wenn man Leser streckenweise im Unklaren lassen will. Die Handlungen der Personen muss für Leser ja im Nachhinein – mit dem neuen Wissen am Ende des Buches – auch noch Sinn machen.

Also dachte ich … Eigentlich eine gute Idee, das mit der Pinnwand. Deswegen hab ich eine (Glas)Wand in unserem Wohnzimmer zweckentfremdet.

Ich hab die Handlung grob auf die Haupt- und Nebencharaktere aufgeteilt, und ihre Motivationen, Gefühle und Ziele aufgeschrieben. Dabei sind neue Zusammenhänge aufgetaucht, die mir vorher nicht klar waren.

Und ich hab wieder festgestellt, wie sehr ich in dieses Buch verliebt bin. Und in meine Drachen. Ich bin gespannt, was sich beim Schreiben noch so entwickelt. Drachen sind nämlich ein wenig starrköpfig und schwer zu zähmen. 😉

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