Montagsfrage: Lesespuren

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Montagsfrage: Machen Lesespuren im Buch ein Buch für Dich wertvoller oder mindern sie den Wert?

Also erst mal find ich das  Wort Lesespuren total schön. Weil ja nicht nur wir Spuren in Büchern hinterlassen, sondern die Bücher auch Spuren in uns.

Und das ist auch schon die Antwort … ich mag normale Gebrauchsspuren an Büchern sehr gerne. Ich mag diese feinen Rillen am Rücken, ich mag es, wenn die Ecken der Bücher weich werden und ich mag auch die Art, wie sich das Papier verändert. Ich finde, das macht Bücher noch schöner.

Allerdings gilt das nur für Taschenbücher. Gebundene Bücher mag ich lieber in „perfekt“. Aber ich mag  gebundene Bücher sowieso nur für ihre Optik, und nicht für ihr Leseverhalten. Daher hab ich kaum welche.

Was ich gar nicht mag, sind Leute, die in Romane kritzeln oder Sachen anstreichen. Vor allem in Bücherei-Büchern! Das find ich rücksichtslos dem Nächsten gegenüber … sowas reißt einen nämlich  aus dem Lesefluss. Und ich verstehe auch dieses Mitteilungsbedürfnis nicht – warum sollte das jemand anderen interessieren, was man da reingekritzelt hat? #weird.

Montagsfrage: Büchersucht im Urlaub?

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Montagsfrage: Seid ihr im Urlaub auch immer auf der Suche nach besonders schönen oder interessanten Buchläden?

Klar! 🙂 Wenn ich eine Buchhandlung sehe und Zeit habe, dann schau ich rein. Sogar in Ländern, wo ich die Sprache nicht verstehe.

Zumindest englische Bücher gibts doch fast überall, also findet sich meistens etwas. Und wenn schon kein Buch, dann hübsche Notizbücher. Und Lesezeichen, Grußkarten, Stifte, kleine Schreibblöcke. Papierzeug & Bücher machen mich glücklich!

Montagsfrage: Klassiker

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Montagsfrage: Falls ihr Klassiker lest, habt ihr (einen) besondere(n) Favoriten und wenn ja warum?

Nachdem Bücher ja gsd kein Ablaufdatum haben, gibts einige Bücher älteren Datums, die ich sehr gerne mag. Am liebsten wahrscheinlich „Persuasion“ und „Pride and Prejudice“ von Jane Austen, aber auch „Much ado about nothing“ von Shakespeare, das „Glasperlenspiel“ von Hesse und „Jane Eyre“ von Charlotte Brontë. Ich liebe Lolita von Vladimir Nabokov, ich schwelge gerne in Rilke, und außerdem (nicht lachen!) mag ich Goethes Faust und lese ihn immer wieder mal. 😉

Montagsfrage & Gewinnspiel

Guten Morgen, meine Lieben!

Bevor ich zur Montagsfrage komme, wollte ich euch noch rasch an mein Gewinnspiel erinnern: Habt ihr Lust auf eine tolle Mondsteinkette, Bücherpakete, Süßigkeiten oder einen schicken Keramik-Travelmug? Mitmachen ist ganz einach: In den Beiträgen unserer Blogtour findet ihr Buchstaben. Bildet das Lösungswort, schickt mir ein Mail und schon seid ihr dabei … Hier findet ihr die Details!

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So, und jetzt zur

Montagsfrage: Hast du schon einmal von einem Buch oder dessen Inhalt geträumt?

Die heutige Frage hat sich Yvonne von Yvonnes Bücherecke ausgedacht – vielen Dank dafür! 🙂

Klar – ich träume viel und kann mich auch fast immer an meine Träume erinnern. Ein Grund, warum ich abends keine Horrorfilme ansehe, und generell selten Thriller oder Horror lese. Meine Fantasie ist ein wenig zu hyperaktiv für diese Dinge.

Praktischerweise träume ich auch häufig von dem Buch, an dem ich gerade schreibe. Auf diese Art und Weise hab ich schon ziemlich oft die Lösung für ein fieses Plotproblem gefunden.

2 Montagsfragen in einer

Nachdem ich in letzter Zeit so viel um die Ohren habe, hab ich letzte Woche die Montagsfrage so lange vor mir hergeschoben, bis es wieder Montag war. Ups!

Also dann, hier heute zwei Montagsfragen auf einmal.

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Montagsfrage: Welcher Buchtitel erschloss sich dir erst nach genauem Lesen des Buches?
Ich hab da so eine vage Erinnerung an Bücher, wo das wohl so war … aber ich hab im Moment definitiv zu viel Schlafentzug, um solche Details in meinen Gehirnwindungen lokalisieren zu können. Also: Da gabs sicher welche. Aber keine Ahnung, wie die heißen.
Montagsfrage: Magst du Bildbände gerne und wenn ja, welche Art?
Ahh, eine einfache Frage: Ich liebe Bildbände, was sicher mit meinem Ersthauptberuf als Fotografin zu tun hat. Allerdings kann ich mit Landschaftsbildbänden á la Geo oder National Geographic eher weniger anfangen.

 

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Richard Avedon, Portraits

Niemand verwendet weißen Hintergrund und natürliches Licht, wie es Avedon konnte. Die absolute Meisterklasse der Portraitfotografie. Ich bin mal mit Tränen in den Augen in einer Ausstellung vor seinem „Tramp“ gestanden – unfassbar, wie Avedon die Essenz von Menschen einfangen konnte.

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Woman in the Mirror: 1945-2004

Weil Avedon einer der größten Modefotografen aller Zeiten war. Weil man die Entwicklung der westlichen Welt anhand der Mode in diesem Zeitraum nachverfolgen kann. Und weil sein Umgang mit natürlichen Rahmen innerhalb von Fotos bahnbrechend war.

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Auch einer meiner Lieblingsfotografen: David LaChapelle. Dieser Bildband steht stellvertretend für viele seiner Bücher – weil er malerische Tableaus konstruiert, wie ein alter Meister. Weil er seine völlig größenwahnsinnigen Fotos als Set aufbaut, und nicht am Computer erschafft. Weil seine Fotos ein Rausch an Farben und Texturen sind – und sehr häufig ironisch-bissige und kluge Kommentare zu unserer Zeit und unserer Gesellschaft abgeben.

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Ingo Pertramer: Arbeit

Wunderbare (Künstler) Portraits eines Wiener Fotografen – bei denen man sich als Fotografin wünscht, man könnte das ebensogut.

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Twilight von Greogry Crewdson

ein atemberaubend schöner Bildband von einem Fotografen, der ganze Filme in einzelne Fotos packen kann.

Montagsfrage: Kopfkino?

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Montagsfrage: Wenn du liest, stellst du dir dann bewusst alles vor oder passiert das eher automatisch? Oder liest du einfach ohne Kopfkino?

Die heutige Frage hat sich Dark Fairy von Dark Fairys Senf ausgedacht – vielen Dank dafür! 🙂

Wenn ich lese (und das Buch ist gut geschrieben), dann öffnet sich schon nach ein paar Seiten eine Falltür in meinem Kopf, und schwupp, bin ich mitten im Buch. Das ist nicht wie Film, eher so, als wäre ich mittendrin, würde das alles miterleben. So wie Bastian Balthasar Bux in der unendlichen Geschichte. Das geht mir schon so, seit ich klein bin  … da war ich oft ein paar Stunden mitten im Buch, hab nicht bemerkt, dass ich umblättere, dass die Zeit vergeht, dass irgendjemand mich ruft… die Welt außerhalb des Buches war einfach nicht mehr existent.

Mittlerweile ist das etwas schwieriger – erstens bin ich kritischer geworden, was Texte angeht, und zweitens hab ich viel zu wenig Zeit zum Lesen.

Ich hab auch erst vor ein paar Jahren festgestellt, dass das mit dem Kopfkino nicht allen Menschen so geht. Große Erstaunen. Ich dachte immer, das ist ein built-in Feature, dass bei jedem funktioniert.

Beim Schreiben gehts mir genau so – ich setzte meine Kopfhörer auf, schalte Musik ein und beginne die Kapitel von gestern Korrektur zu lesen. Dabei kippe ich in den Text, und wenn ich losschreibe, dann erzähle ich einfach nach, was ich erlebe. Deswegen sitze ich dann gelegentlich auch mal vor mich hinschniefend vor dem Laptop. Beim ersten Buch hat Mr. Cole mich dann immer augenrollend gefragt: „Schon wieder der Prolog?“ … Ich bin durchschaubar wie Plexiglas.

Übel wird das mit dem Kopfkino erst, wenn ich versuche, meine Texte auf Fehler hin durchzulesen. Ich muss mich wirklich anstrengen, nicht reingesaugt zu werden. Laut Vorlesen hilft … allerdings wirkt das ein wenig verhaltensoriginell. Nicht gut, wenn man im Kaffeehaus arbeitet. 😉

Montagsfrage: Ignorance is bliss?

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Ein neuer Montag, ein neues Glück: Wenn du ein/e Buch(reihe) restlos vergessen könntest, um es/sie noch mal neu zu lesen, welche/s wäre das?

Also ich oute mich jetzt mal als Langweilerin. Meine Lieblingsbücher lese immer wieder gerne, egal wie gut ich sie schon kenne. Ich finde, das ist wie bei einer Beziehung: Am Anfang ist es total aufregend und spannend … das bleibt natürlich nicht genau so, aber dafür entwickelt sich eine tiefere Art von Liebe. Man kann die Wortbilder mehr genießen, die perfekten Formulierung, findet kleine Schätze, die der Autor in die Bücher eingebaut hat. Referenzen zu anderen Büchern, Querverweise, ironische Anmerkungen. Versteht die Charaktere besser, sieht symbolische Bedeutungen.

Deswegen würde ich das gar nicht wollen – ich finde, bei richtig guten Büchern wird das Lesen mit jedem Mal besser. Vielleicht auch, weil ich es eh gar nicht so gerne mag, wenn es total nervenzerfetzend spannend ist: Da blättere ich ganz oft vor um zu sehen, ob alles gut ausgeht. Ja, ich bin ein Happy-End-Mädchen. Hoffnungslos romantisch und so. 😉

 

Montagsfrage: Was haltet ihr von Büchertausch, z.B. via Bookcrossing oder offenen Bücherschränken?

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Viel! 🙂 Ich hab da diese Theorie, das man Glück aktiv im Umlauf halten muss, wenn die Welt ein guter Ort sein soll. Wenn ich etwas habe, dass für mich nicht (mehr) notwendig ist, und jemand anderer kann es gut gebrauchen: raus damit! Bei dieser anderen Person verursacht der Gegenstand mehr Glück als bei mir. Also sollte er dort sein. Das bezieht sich nicht nur auf Bücher, aber auch.

Denn alle Bücher, die ich sicher nicht mehr lesen werde, sind bei mir nur Staubfänger (und damit sogar böse Arbeitsverursacher, weil ich sie auch hin und wieder mal abstauben muss *hust*), erzeugen optische Unruhe (was ich nicht mag) und nehmen Platz für neue Bücher weg (gar nicht gut).

Aber für jemand anderen könnten sie das neue Lieblingsbuch werden, einen Gedankenanstoß liefern oder einfach ein paar schöne Stunden bedeuten. Ein Buch zu schreiben bedeutet so viel Arbeit & Herzblut, das sollte man honorieren … und den Bücher ein zweites Leben schenken. 😉

Deswegen gebe ich Bücher weiter, wenn ich weiß, wer sie brauchen könnte. Manchmal landen sie im Tauschregal der örtlichen Bücherei. Und sehr häufig in meiner „Guerrilla Library“, die draußen vor meinem Gartentor auf Besucher wartet.

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Montagsfrage: Wie lange brauchst du im Schnitt für ein Buch von ca. 300 Seiten? War das schon mal anders?

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Bei angenehmer Unterhaltungsliteratur, egal welcher Richtung, lese ich im Schnitt so ungefähr 100 Seiten pro Stunde, bei Autoren wie Jelinek oder Dostojewski (diese Namen in seinen Büchern! ahh! Gehirnverschwurbelung …) deutlich weniger.

Die Antwort hängt bei mir aber viel eher davon ab, wie viel Zeit ich so im Alltag finde, um in Ruhe zu lesen. Untertags hab ich mit Familie, zwei Berufen und Alltagskram kaum Zeit, und Abends bin ich dann oft so müde, dass nix weitergeht … oder ich nach ein paar Seite einschlafe.

Demensprechend hat sich mein Leseverhalten stark verändert: Früher hab ich ein paar Bücher pro Woche gelesen, jetzt oft nur eines. Niederlage! 😉

 

Montagsfrage: Besitzt du Bücher, die hinten im Regal stehen (oder gar nicht im Regal stehen), weil du dich insgeheim dafür schämst?

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Die heutige Montagsfrage kommt von vermutlich von Karli, auch wenn Aequitas et Veritas Urheberschaft beansprucht. 😉

Und sie ist einfach zu beantworten: Nö, mir ist nix peinlich. Zumindest auf Bücher bezogen. Ich kann den allergrößten Schrott lesen, aber das immer beruflich rechtfertigen. Als Autorin muss man einfach den Markt beobachten, richtig? Research ist hier das Zauberwort, hihi.