Montagsfrage: Weihnachtswunschliste

Heute will das Buchfresserchen von uns wissen:

Welche Bücher haben es auf deine Weihnachtswunschliste geschafft?

Mr. Cole hat mich neulich gefragt, was ich mir zu Weihnachten wünsche … und irgendwie ist mir nichts eingefallen. Also – nicht, dass ich jetzt komplett wunschlos wäre.

Aber ich wünsch mir eher Dinge, die kein Weihnachtsgeschenk sind (mal für ein paar Wochen durch Australien, zum Beispiel), dass wir alle gesund bleiben und meine Drachen so richtig gut werden (#fingerscrossed).

Und dass 2017 friedlicher wird als 2016. (Wenn hier jemand von den Illuminati mitliest: Das wär doch fein, oder? Wie wärs mal mit einer großen Verschwörung zum Wohle der Menschheit? Immer nur böse kann doch wirklich auch nix sein. Ist das nicht öd?)

Was Bücherwünsche angeht: Ich hab zwar eine Amazon-Wunschliste, aber die hat mehr Erinnerungsfunktion für mich und ist als Hilfe für meine Familie gedacht. Weils ob der bereits vorhandenen Anzahl an Büchern in diesem Haus schwierig ist, mir ein neues zu schenken.

Aber, so ganz unter uns … Bücher, die ich unbedingt haben will, die kaufe ich mir das ganze Jahr über, ganz ohne Hilfe vom Christkind. 😉

Montagsfrage: Ende? Ohne mich.

Guten Morgen, meine Lieben. Heute will das Buchfresserchen von uns wissen, was uns dazu bringt, ein Buch abzubrechen?

Da gibts eine Menge. Was mich unter Garantie dazu bringt, ein Buch nach wenigen Seiten zu beenden, sind Geschichten im Präsens. Ich weiß, das ist modern, das machen jetzt viel so … aber ich mag das einfach nicht. Die Vergangenheit ist doch die natürliche Form einer Geschichte … denn entweder erzählt eine Heldin aus ihrem Leben, oder ein Erzähler berichtet über Vergangenes.

Also was soll das mit dieser Gegenwart? Murmelt der Held vor sich hin? Kommentiert da die Heldin sämtliche Ereignisse im Kopf für einen imaginären Freund (aka »den Leser«) mit? Wer denkt denn schon Sachen wie »Meine Chefin wirft mir einen scharfen Blick unter ihren zu dünnen Linien gezupften Augenbrauen zu und streicht ihr altrosa Chanelkostüm zurecht, das bestimmt mehr gekostet hat, als ich im Monat verdiene. Sie spitzt ihre Lippen, die sich dank der letzten Botoxbehandlung zu einem faltenfreien knallroten Kreis formen. Mir ist klar, was jetzt kommt: Sie will ihren Kaffee. Natürlich nur Kopi Luwak, der teuerste Kaffee am Markt. Jede einzelne Bohne ist durch den Darm von irgendwelchen komischen Katzen gewandert. Alleine der Gedanke daran, was da mit den Kaffeebohnen alles mitgemahlen wurde, bereitet mir Übelkeit. Aber ich serviere ihr die Brühe natürlich trotzdem. Ohne Zucker, aber mit einem eisernen Lächeln. Denn ich brauche diesen Job. Ich muss immerhin meine sieben kleinen Geschwister ernähren, seit mein Vater uns verlassen hat, und meine Mutter von Aliens entführt wurde.«
Das lässt mich so sehr an der Zurechnungsfähigkeit der Heldin/des Helden zweifeln, dass ich nicht weiterlese. Oder zumindest sehr, sehr viele andere Gründe finden muss, es trotzdem zu tun.

Was noch? Bei zu grausamen Szenen höre ich oftmals auf oder blättere zumindest weiter. Ja, ich bin eine Fiffi, sowas halte ich schlecht aus. Gewalt gegen Kinder geht auch gar nicht.

Wenn ich das Gefühl habe, dass die Geschichte eine Art literarischer Selbstbeweihräucherung des Autors ist, bin ich auch raus. Simplicity is the ultimate sophistication, sagte daVinci oder irgendein anderer kluger Kopf. Literatur kann für mich wortgewaltig, komplex und bildschwanger sein, aber sie sollte nicht versuchen durch künstliche Verklausuliertheit eine Trennung zwischen sich und der Welt herbeizuführen. Denk ich halt. 😉

Ansonsten treiben mich unlogische Dinge in den Wahnsinn: Infos, die eine Protagonistin gar nicht haben kann, aber trotzdem irgendwie plötzlich weiß. Tiere, die sich wie Menschen verhalten. Kinder, die wie Erwachsene sprechen. Dümmliche Heldinnen, die eigentlich eher ein Pflegefall, als eine erwachsene Person sind… und die jetzt echt mal schön langsam mitkriegen könnte, was man als Leserin schon vor hundert Seiten verstanden hat.

Mißverständnisse, die im normalen Leben in zwei Sätzen zu beheben wären. Mal ehrlich – wie soll eine Beziehung funktionieren, wenn der Held und die Heldin schon von Anfang an keine Gesprächsbasis haben?

Heldinnen, die nicht nur schön, klug, unschuldig, herzensgut, jung UND supersexy sind, sondern das auch selbst gar nicht wissen … und die damit irgendwo ohne Spiegel aufgewachsen sind, nehme ich mal an.

Helden, die null Selbstbeherrschung haben. Damit meine ich nicht, dass sich die Heldin vielleicht manchmal einfach nicht beherrschen will, und dem Helden die Kleider vom Leib reißt. Aber sie sollte es schon können – und sich nicht in eine geistige Amöbe verwandeln, nur weil Mann halt gut aussieht.

Ebenfalls nervig: total unrealistische Plotideen: Ein jahrtausendealter, gebildeter und mächtiger Vampir verliebt sich in eine Sechzehnjährige? Und sie ist seine große Liebe? Err… Die meisten von uns haben doch schon Probleme sich vorzustellen, dass ein fünfzigjähriger Mann sich tatsächlich in eine Sechzehnjährige verliebt und diese Beziehung Bestand hat, oder? Warum geht das dann plötzlich bei einem um so viel älteren Vampir? Die beiden wären doch innerhalb von wenigen Monaten in Beziehungstherapie. Oder die Heldin Futter. 😉

Auch nicht gut: Plötzliche unmotivierte Entwicklungssprünge, die den Charakter des Helden komplett verändern … z.B. Helden, die das ganze Buch über kaum 5 Worte sagen, und dann am Ende eine seitenlange, schmalzige Liebeserklärung abgeben. Verhalten, das mir der Autor/die Autorin als romantisch verkaufen will, mich aber eher an einen Stalker  erinnert.

Am schlimmsten aber sind Buchhelden, die die Heldin ständig wie Dreck behandeln, weil sie selbst einfach so sehr verletzt wurden, total arm sind, nicht anders können – und durch die bedingungslose Liebe der Buchheldin »geheilt« werden. Sowas funktioniert im echten Leben nicht, und ich finde das als Rolemodel sehr bedenklich.

Ein Held kann natürlich seine Schatten mit sich rumschleppen. Und er kann auch eher wortkarg, abweisend und unfreundlich sein. Aber es gibt eine Grenze zu emotionalem Missbrauch – und wenn ich für die Heldin hoffen soll, dass der Held eines Tages der ihre ist … dann sollte der Held diese Grenze tunlichst nicht überschreiten. Ich würde einer Freundin ja auch nicht raten, sich in eine Beziehung mit einem Mann zu stürzen, der sie verbal, emotional oder körperlich misshandelt. Selbst wenn er ein Sexgott ist und aussieht wie ein Unterwäschemodel. 😉

Montagsfrage: Warum Wurm?

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Montagsfrage: Welche 5 Eigenarten/Verhaltensweisen zeichnen dich – vom Lesen abgesehen – als Bücherwurm aus?

1.) Kennt ihr diesen Kindheitstraum, dass man mal in einem Spielzeuggeschäft »vergessen« wird und die ganze Nacht spielen darf? Ich hab davon geträumt, in einem Buchgeschäft zu übernachten – um ausgerüstet mit Taschenlampe, Kuscheldecke, einem Haufen Schokoriegel und in Begleitung meines Katers die ganze Nacht dort zu lesen.

2.) Ich dachte immer schon, dass Geschichten zu hören und zu erzählen zu den allerbesten Dingen überhaupt gehört. Und ich war im Kindergarten eifersüchtig auf die Großen, weil die schon Lesen konnten … mir kam es vor, als hätten die Erwachsenen da eine Geheimsprache entwickelt, um die richtig coolen Geschichten für sich alleine zu behalten. Demensprechend motiviert war ich, schnell das Lesen zu erlernen.

3.) Wenn ich die Wahl habe, Freitag Abend wegzugehen oder daheim am Sofa mit einem Buch rumzuschlunzen … zwischen einem Einkaufsbummel und einem Nachmittag mit Buch … naja, sagen wir mal: Meine Bücherliebe kommt meiner einsiedlerischen Neigung entgegen. 😉

4.) Literarische Figuren gehörten als Kind zu meinen besten Freunden. Für mich war Phantasie und Realität so sehr miteinander verwoben, dass es für meine Umgebung bisweilen schwierig war festzustellen, was nun wirklich in der »realen Realität« passiert war, was ich irgendwo gelesen hatte, und was nur in meiner Phantasie existierte. Meine Familie behauptet auch heute noch, dass Fuchur niemals in unserer Garage gewohnt hat. Und dabei kann ich mich genau daran erinnern! 😉

5.) Ich kann an keiner Buchhandlung vorbeigehen. Ich hab viel mehr Bücher, als ich realistischerweise lesen kann. Ich schnuppere an Büchern… und hab den Verdacht, dass Verlage der Druckerschwärze irgendwelche Pheromone beimengen, um uns arme Leser abhängig zu machen. Urlaub ohne Buch, das geht gar nicht. Dass ich durch meine zwei Jobs viel zu wenig Zeit zum Lesen habe, schmerzt. Ich verliebe mich ab und an in Cover. Ich beurteile Menschen nach dem Inhalt ihrer Bücherregale. Wenn ich gar nicht lese, werde ich unausstehlich – das hat wohl was mit Seelenhygiene zu tun. Ich bin nie ohne Buch unterwegs – Smartphone sei Dank. Ich kann mir ein Leben ohne Bücher einfach nicht vorstellen.

Montgsfrage: Gibt es Antagonisten, die ihr mehr mögt als Protagonisten bestimmter Bücher/Reihen und falls ja, was ist der Grund dafür?

Wieder eine Montagsfrage von Buchfresserchen – danke dafür! 🙂

Und: Jaaaa! Ich finde „die Bösen“ eigentlich fast immer interessanter. Helden sind leider oft eindimensionaler (weil halt gut, und gut ist). Außerdem steht ihnen weniger Handlungsspielraum zu Verfügung. Der psychopathische Fiesling kann wesentlich unvorhersehbarer agieren, weil für ihn moralischen Regeln einfach nicht gelten. Und er kann zwischendurch sogar mal unerwarteterweise gut sein … nur um dann wieder teuflisch zu handeln.

Ich kann mich noch daran erinnern, wann ich mich zum ersten Mal mehr für den „Bösen“ interessiert hab. Irgendwann in der Grundschule waren wir in „Elisabeth“ (dieses Musical, kennt ihr das?), und meine Lieblingsfigur war Luigi Lucheni. Ihr wisst schon – der Attentäter. Ich denke, meine Eltern haben sich Sorgen gemacht. 😉

Irgendwie ist mir das bis heute erhalten geblieben – ich hab einen „soft Spot“ für die Bösen. Hades ist doch viel cooler als Herkules, Ursula witziger als Arielle, Agent Smith interessanter als Neo… und was wäre Sherlock bloß ohne Moriarty? Ach, es gibt so viele tolle Antagonisten –  Hannibal Lector, Die Stiefmutter aus Schneewitchen, Lady Macbeth, „Das Nichts“ aus der unendlichen Geschichte, Shir Khan, Captain Hook, Tom Ripley, Sauron, Mrs Danvers (diese großartige Haushälterin aus „Rebecca“), Mephisto, die grauen Herren (aus Momo), Keyser Söze (aus die üblichen Verdächtigen), alle Hauptdarsteller aus „7 Psychos“, Der Joker, Hamlet, Nurse Ratched, Humbert Humbert (aus Lolita), Patrick Bateman, Annie Wilkes, Frank Underwood, Eva Ernst (aus Hexen hexen), Otto (der von ein Fisch namens Wanda), Dracula, die weiße Hexe, Voldemort: Was wären all diese Geschichten ohne die bösen Jungs und Mädchen? Eben.

Montagsfrage: Was muss ein Buch haben, um für dich als Lese-Highlight zu gelten?

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Montagsfrage: Was muss ein Buch haben, um für dich als Lese-Highlight zu gelten?

Uh, das ist eine gute Frage. Echte Lesehighlights sind selten. Dazu muss mich die Geschichte so sehr mitreissen, dass ich auf die Zeit, Essen, Arbeit und den Rest der Welt vergesse. Die Helden müssen sympathisch sein, ihre Entwicklung und Motivation glaubhaft. Vor allem bei Liebesgeschichten! Optimalerweise hat der Autor/die Autorin das Ganze noch mit feiner Ironie oder wahlweise bösem Humor abgeschmeckt.

Und schließlich muss es sprachlich so schön sein, dass ich mich am liebsten in die Sätze einwickeln würde. Großartige Bücher tragen wie jedes große Kunstwerk diesen Funken in sich, der genau diese Geschichte auf eine elementare Art richtig macht. Wo man weiß – das musste einfach so sein, die Geschichte wollte aus sich heraus genau so werden.

 

Montagsfrage: Cliffhanger

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Montagsfrage: Wie kommst du mit einem offenen Ende oder einem Cliffhanger klar?

Bei manchen Geschichten sind offene Enden die einzige Möglichkeit, denke ich. Wo ich sie nicht mag, ist zB bei Liebesromanen … die liest man doch (auch) wegen dem Happy End.

Cliffhanger mag ich normalerweise gar nicht, das ist nichts für mich, dazu bin ich viel zu ungeduldig. Ich denke, ein Buch sollte so gut erzählt werden, dass man sich denn nächsten Teil auch ohne Cliffhanger kaufen will. Wenn er also als Mittel eingesetzt wird, um mich bei der Serie zu halten … mhm. Man merkt die Absicht, und ist verstimmt.

Aber auch hier gibts natürlich Ausnahmen… Geschichten haben ja irgendwie auch Sollbruchstellen, an denen man sie teilen kann. Wenns passt, dann passts.

Es gibt nämlich auch das gegenteilige Problem: Wenn Bücher vom Verlag einfach irgendwo in der Mitte abgeteilt werden. Vor allem bei deutschen Übersetzungen passiert das manchmal, und da sind die Brüche dann oft an ganz merkwürdigen Stellen.

Also alles in allem ein entschiedenes … kommt drauf an. 😉 Wie ist das bei euch so?

Danke für die Frage!

Montagsfrage: Ein Blick zurück

 

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Montagsfrage: Ein Blick zurück – wie bist du zum Bücherwurm geworden?

Ich denke, das war fast unvermeidlich. Erstens waren Geschichten meine erste große Liebe, und ich hab schon im Kindergarten alle damit (versucht zu) unterhalten. Denn üblicherweise hat die Welt meine blühende Phantasie nicht zu schätzen gewusst, was vielleicht aber auch daran lag, dass die Grenzen zur Realität für mich seeeeehr fließend waren.

Zweitens war ich fest davon überzeugt, dass Buchstaben eine Art Geheimsprache der Erwachsenen sind, mit der sie die richtig tollen Geschichten nur für sich ganz alleine behalten wollten … um uns Kinder zu ärgern.

Dementsprechend wild entschlossen war ich, möglichst schnell lesen zu lernen. Ich war schon in der Volksschule (Grundschule) eine echte Leseratte, und hab verschlungen, was immer mir in den Weg kam: Karl May, Agatha Christie, Unmengen an Donald Duck Heften, die Gulla-Buchreihe, Nöstlinger, Brenzina, Ende, Hohlbein, Sagenbücher, Kitschromane meiner Oma, Detektivromane … also einmal quer durch den Gemüsegarten.

Ich kann mich noch an eine Buchserie erinnern, die hieß „Dolly“ – da kam ein junges Mädchen diesen Namens in ein Internat. Einige Zeit lang hab ich von einer Tante zu jedem Anlaß den nächsten Band bekommen. Das Problem war nur, dass die Bücher so dünn waren… Wenn ich das neue Buch um 3 Uhr Nachmittags knapp vor der Kaffeejause bekommen hab, war ich üblicherweise mit dem Lesen fertig, bevor meine Tante sich Abends verabschiedet hat. 😉