Where Children Sleep

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Dieses Buch ist so großartig und berührend, dass ich es euch gar nicht genug ans Herz legen kann. Der Fotograf James Mollison erzählt darin mit stillen, eindrücklichen Bildern über das Leben von Kindern in aller Welt. Ohne zu werten, als respektvoller Beobachter, mit großem Gespür für Menschen, Orte, Komposition und Licht.

Dann sitzt man da, sieht diese Gesichter und die Orte, an denen Kinder schlafen. Und man fragt sich, was sie in ihrem jungen Leben wohl schon erlebt haben. Versucht zu erahnen, wer ihre Eltern sind. Wie ihr Alltag aussieht. Welche Regeln es gibt, welche Freiheiten. Ob sie jemanden haben, der sie in den Arm nimmt. Fragt sich, welche Chancen diese Kinder in ihrem Leben haben werden. Welche Herausforderungen. Und ob sie wohl glücklich sind.

Da ist Kaya, 4, aus Japan.

(c) http://jamesmollison.com/

Und Alex, 9, aus Rio.

(c) http://jamesmollison.com/

Rhiannon, 14, aus Schottland.

(c) http://jamesmollison.com/

Jamie, 9, aus New York.

(c) http://jamesmollison.com/

Auf seiner Homepage (auf der ihr noch mehr Bilder aus der Serie finden könnt) sagt der Fotograf dazu: „Stories of diverse children around the world, told through portraits and pictures of their bedrooms. When Fabrica asked me to come up with an idea for engaging with children’s rights, I found myself thinking about my bedroom: how significant it was during my childhood, and how it reflected what I had and who I was. It occurred to me that a way to address some of the complex situations and social issues affecting children would be to look at the bedrooms of children in all kinds of different circumstances. From the start, I didn’t want it just to be about ‘needy children’ in the developing world, but rather something more inclusive, about children from all types of situations. This is a selection from the 56 diptychs in the book.“

Patrick Süskind: Drei Geschichten und eine Betrachtung

Frisch gelesen: Drei Geschichten und eine Betrachtung von Patrick Süskind.

Herr Süskind schreibt mit einer schwebenden Eleganz, die seine klugen, tragischen und humorvollen Geschichten hinreißend schön macht… und er tut auf eine eigentümlich selbstverständliche Art, so als wäre Erzählen für ihn wie Atmen – etwas, das einfach so sein muss.

Ich bin ein großer Fan seiner Bücher – „Die Taube“, oder auch „Die Geschichte von Herrn Sommer“ gehören zu meinen Lieblingen, die ich immer wieder lese. Wer atemlose, in sich ruhende und sprachgewaltige Geschichten über kleine große Dinge mag, ist hier richtig.

(Und jetzt mal ehrlich: Wie könnte man so etwas denn nicht mögen? Das wäre, als würde man Nougatschokolade blöd finden. Gibts ja gar nicht. 😉 )

Montagsfrage: Ignorance is bliss?

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Ein neuer Montag, ein neues Glück: Wenn du ein/e Buch(reihe) restlos vergessen könntest, um es/sie noch mal neu zu lesen, welche/s wäre das?

Also ich oute mich jetzt mal als Langweilerin. Meine Lieblingsbücher lese immer wieder gerne, egal wie gut ich sie schon kenne. Ich finde, das ist wie bei einer Beziehung: Am Anfang ist es total aufregend und spannend … das bleibt natürlich nicht genau so, aber dafür entwickelt sich eine tiefere Art von Liebe. Man kann die Wortbilder mehr genießen, die perfekten Formulierung, findet kleine Schätze, die der Autor in die Bücher eingebaut hat. Referenzen zu anderen Büchern, Querverweise, ironische Anmerkungen. Versteht die Charaktere besser, sieht symbolische Bedeutungen.

Deswegen würde ich das gar nicht wollen – ich finde, bei richtig guten Büchern wird das Lesen mit jedem Mal besser. Vielleicht auch, weil ich es eh gar nicht so gerne mag, wenn es total nervenzerfetzend spannend ist: Da blättere ich ganz oft vor um zu sehen, ob alles gut ausgeht. Ja, ich bin ein Happy-End-Mädchen. Hoffnungslos romantisch und so. 😉

 

Mein Lieblingsbuch dieses Jahr

Mein Lieblingsbuch dieses Jahr war ganz eindeutig „Bora“ von Ruth Cerha.

Wahnsinn, kann diese Frau schreiben! Die Geschichte der Schriftstellerin Mara, ihrer keinen kroatischen Insel, dem Weg zurück zu sich selbst und einer großen Liebe hat mich wirklich bewegt. Wunderbar, was für spinnennetzfeine Bilder Ruth Cerha aufbaut, wieviele kluge und oft viel zu wahre Alltagsbeobachtungen sie in  dem Text unterbringt, ohne bemüht zu wirken.

Klappentext:
Es weht die Bora auf der kleinen kroatischen Insel, der kalte böige Fallwind, der die Boote über das Meer treibt wie Nussschalen und Unruhe in das sonnensatte Inselleben bringt. Die Schriftstellerin Mara kennt das Wechselspiel der Winde, die trockene, salzige Bora und ihren Gegenpart, den schwülen, von Süden kommenden Jugo. Schon seit Jahren verbringt sie den Sommer auf der Insel, liebt den Geruch von Oleander und wildem Rosmarin und den Inseldialekt der Fischer, die im Hafen die schillernden Goldbrassen anpreisen. Doch dieser Sommer ist anders. Eine langjährige Beziehung ist in die Brüche gegangen und das Schreiben will ihr nicht mehr gelingen. Eines Morgens kommt Andrej auf die Insel – ein Fotograf, der nicht mehr fotografieren will. Er stammt aus einer der vielen Auswandererfamilien, die aus dem kommunistischen Jugoslawien nach Amerika flohen und Jahr für Jahr in den Sommermonaten in ihre alte Heimat zurückkehren. Mara und Andrej beginnen sich zu umkreisen, so als folgten sie dem Rhythmus der Winde, zart und zerrend, rau und rastlos. Als Mara beginnt, tief in die Geschichte von Andrejs Familie vorzudringen, die von Entwurzelung und der Vermischung von Kulturen erzählt und untrennbar mit der Geschichte der Insel verknüpft ist, wird eine Entscheidung unumgänglich. In hochaufgelösten Bildern erzählt Ruth Cerha von der Begegnung zweier Suchender, für die sich unerwartet die Möglichkeit einer großen Liebe auftut. Bora. Eine Geschichte vom Wind ist ein Roman von ungezähmter Schönheit, der mit viel Feingefühl um das Wagnis wirklicher Nähe und die Bedeutung einer inneren Heimat kreist.

Hier gibts eine Leseprobe auf der Website der Autorin.