Leseabenteuer

In den letzten Tagen hab ich zuerst einem alten Lieblingsbuch einen Besuch abgestattet: Stark von Stephen King. Ich war gespannt, ob ich das Buch immer noch so gerne mag … immerhin hab ich es schon seit langer Zeit nicht mehr gelesen. Und was soll ich sagen – der Roman war sogar besser, als ich ihn in Erinnerung hatte. Neben der gut ausgeklügelten Geschichte, die so nebenbei als Parabel auf Geschwisterbeziehungen und das Schreiben funktioniert, sind auch ab und zu Weisheiten in furchtbar schönen Sätzen versteckt. Da es ein King ist, gibts natürlich aufplatzende Augäpfel, spritzende Gedärme und jede Menge Blut. Außerdem beweist Mr. King hier wieder mal, dass er die Fähigkeit hat, die Untiefen und das Grauen in den harmlosen Dingen zu finden. Der Spatz als Symbol für unendliche, emotionslose Gnadenlosigkeit – in sich logisch und in seiner selbstverständlichen Einfachheit erstaunlich.

(…) Schließlich war er Schriftsteller, und ein Schriftsteller ist ein Mann, der dafür bezahlt wird, dass er lügt. Je besser die Lügen, desto höher das Honorar.

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Das zweite Buch von Herrn King ist ein Zufallsfund aus meinem öffentlichen Bücherkasten. Nach den ersten paar Seiten war ich überzeugt davon, dass ich dieses Buch nicht zu Ende lesen werde. Ich wusste, wie die Geschichte ausgehen wird, ich wusste, was davor passieren wird – und trotzdem hab ich es gelesen. Was weniger der Story als Herrn Kings Erzählkunst zu verdanken ist. Zähneknirschende Anerkennung für die Art, wie er mich dazu motivieren kann, nicht aufzugeben. Allerdings würd ich das Buch kein zweites Mal lesen.

(…) Die Welt hat Zähne. Und mit denen beisst sie zu, wann immer sie will.

Als nächstes auf meiner Liste: Der alte Mann und das Meer. Schon viel zu lange nicht mehr gelesen. Was lest ihr gerade?

Nice one: Diebe und Vampire von Doris Dörrie

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Ich hab mein Bücherregal ein wenig aufgeräumt und abgestaubt… *hust*

Und dabei ist mir „Diebe und Vampire“ von Doris Dörrie in die Hand gefallen, das ich irgendwann letzten Sommer gelesen habe. Die Geschichte erzählt von einer jungen Möchtegern-Autorin, die im Urlaub eine Schriftstellerin kennenlernt. Sie himmelt die „Meisterin“ (wie sie sie nennt) an, sieht in ihr all das, was sie selbst gerne wäre. Am Ende des Urlaubs lädt die Meisterin sie ein, doch einmal zu ihr nach San Francisco zu kommen. Doch der Besuch verläuft anders als geplant, denn das Leben schlägt manchmal seltsame Haken.

Ich mochte das Buch – allerdings hab ich es wahrscheinlich auch genau zum richtigen Zeitpunkt gelesen. Das Buch ist eine nachdenkliche Geschichte über das Schreiben und das Leben als Autor, darüber, wie sich Phantasie und Realität dabei vermischen, und wie schwierig es ist, vom Schreiben zu leben. Das Leben als Kreativmensch ist purer Luxus – und nicht einfach.

#offtopic – ich hab noch niemals, niemals ein schlechtes Buch aus dem Diogenes Verlag gelesen. Aber möglicherweise bin ich voreingenommen, weil ein paar meiner Lieblingsautoren dort verlegt werden.

#superofftopic: zu diesem Buchcover passt Mr. Coles Lieblingsfrage: Warum haben eigentlich alle Verleger Roman als Vorname? Harrharr. 😉