Wohl sortierte Drachen

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Das sind sie, meine Drachen. Knapp 160.000 Wörter, vermutlich schlussendlich so um die 600 Seiten als Buch … und drei Jahre Schreibzeit. Derzeit ein letztes Mal in Überarbeitung vor der nächsten Lektoratsrunde. Was knapp 7 cm Manuskriptstapel ergibt.

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Manchmal schalte ich auf die Dokument-Übersicht. Und dann denk ich ein wenig ehrfürchtig an Herrn King, Frau Rowling und all die anderen, die Bücher dieses Umfangs so nebenbei und ratzfatz in einem Jahr schreiben. Wahnsinn.

der Leserin Leid, der Autorin Freud

Vor ein paar Tagen hab ich die ersten Kapitel der Drachensachen an meine Lieblingstestleserinnen geschickt … ich wollte wissen, wie es sich so liest, ob sie weiterlesen würden, wie ihnen meine Welt gefällt.

Meine Drachen werden anders als Finley Meadows: dünkleres Thema, anderer Stil, mehr Worldbuilding. Und viel weniger Konventionen, an die man sich halten muss … weil es kein Liebesroman ist. Auch wenn eine Liebesgeschichte (natürlich!) vorkommt.

Ich bin unsicher, ob alles so funktioniert, wie ich mir das denke. Auch weil ich wirklich verliebt in meine Geschichte bin, und damit ungefähr so objektiv wie die Mutter eines neugeborenen Babys. 😉

Es ist immer gut, relevante Kritikpunkte zu berücksichtigen, bevor man 50.000 Wörter zu weit im Buch ist, um das noch (ohne Mega-Rewrite) zu tun.

Und schön langsam trudeln die ersten Antworten ein… Yay!

Kritikpunkte:

Die Sprache meiner Heldin ist manchmal recht undamenhaft. Das ist ein guter Einwand … aber vermutlich bleibt das so. Jolandas Art mit der Welt umzugehen, spiegelt sich in ihrer Sprache wieder. Und auch ihre Entwicklung.

Außerdem leide ich an chronischer Adjektivitis. Ich weiß, ich weiß. Und dabei bemühe ich mich sparsam mit den kleinen Biestern zu sein. Meine Lektorinnen sind in der Hinsicht viel Leid gewohnt und hacken sich dann mit der Machete durch meine lianesk-pitoresken Konstruktionen.

Kommen wir zum positiven Teil: Die erste Testleserin war begeistert! Ich hab ihr sogar ein Book Hangover beschert.

Sie würde gerne weiterlesen, aber da haperts jetzt ein wenig – denn es gibt noch nicht sehr viel mehr als das, was ich ihr geschickt habe. Zumindest nichts, was ich freiwillig herzeigen würde. Der Rest ist noch in Überarbeitung.

Womit wir zur Überschrift kommen: Ich verstehe, wie doof das ist, wenn man wissen will wies weitergeht … und es nicht weitergeht. Extrem nervig.

Aber irgendwie ist schon auch cool, wenn man merkt, wie gerne jemand weiterlesen würde. Zumindest für die Autorin. 😉

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… braucht es ein ganzes Dorf.

Heute hab ich FM3 aus der zweiten (und letzten) Lektoratsrunde zurückbekommen. Als ich das Feedback durchgelesen habe, sind mir zwei Gedanken im Kopf herumgespukt: Ich bin ziemlich glücklich und ein wenig stolz, dass ich dieses Buchprojekt durchgezogen habe… Ich hab viel dabei gelernt, vor allem, weil es so schwierig zu schreiben war. Und ich bin unglaublich dankbar für die Hilfe, die ich in den letzten Monaten bekommen habe. Ohne die Menschen in meiner Umgebung hätte ich es nicht geschafft.

Kennt ihr dieses afrikanische Sprichwort, in dem es heißt, dass man, um ein Kind zu erziehen, ein ganzes Dorf braucht?

Ich denke, mit einem Buch ist es so ähnlich. Obwohl jeder Autor alleine schreibt, ist niemand eine Insel. 😉 … Und Bücher brauchen eine Menge Geburtshelfer.

Da ist Mr. Cole, der sich meine Plotideen geduldig anhört. Der auch nach der siebenundzwanzigsten Version nicht die Geduld verliert… obwohl Liebesromane jetzt nicht so richtig sein Ding sind. Der mir am Wochenende vor einer Deadline den Rücken frei hält und mich mit meinen Lieblingsstiften und Kaffee versorgt.

Da sind meine Freundinnen, die großzügig damit leben, dass ich manchmal so sehr in eine Idee vertieft bin, dass man mit mir über nichts anderes vernünftig reden kann. Dann gibt es tolle Menschen, die mir mit ihrem Fachwissen weiterhelfen: Eine Psychologin, ein Musiker, eine Intensivkrankenschwester, eine Zuckerbäckerin, eine Volksschullehrerin, ein Keramiker, eine Reitlehrerin.

Und die Bibliothekarin, die mir Fachbücher bestellt und meine Romane an Leserinnen empfiehlt. Mit der man herrlich über Bücher und übers Schreiben fachsimpeln kann.

Freunde und Bekannte, die meine Bücher lesen, weiterempfehlen und sogar verschenken. Köhlchen, der öfter mal nachfragt, ob ich mein Pensum für heute schon geschrieben habe. Der will, dass seine Hausübungen lektoriert werden. 😉 Der Abends beim Einschlafen immer Details zu meinen Drachen hören will, und ziemlich stolz ist, dass seine Mama „richtige“ Bücher schreibt.

Meine Testleserinnen… ohne die meine Bücher viel schlechter wären. Die mir ihr Feedback geben, die mitfiebern, die mich auf Fehler hinweisen und aufmuntern, wenns mit dem Schreiben mal nicht so gut geht. Menschen, die ich teilweise im „echten“ Leben gar nicht kennen, und die mir trotzdem übers Internet engelsgeduldig Fragen beantworten.

Menschen, die mir Emails schreiben und erzählen, dass sie beim Lesen weinen und lachen mussten, und dass meine Geschichte sie berührt hat. Bloggerinnen, die sich die Zeit nehmen, detaillierte und gut durchdachte Kritiken zu schreiben… es ist schwer zu erklären, wie viel mir das bedeutet.

Und dann natürlich „mein“ Team an Profis, das mich bei Lektorat, Korrektorat, Buchsatz und Grafik unterstützen, und mir mit ihrer ziemlich gnadenlosen Kritik dabei helfen, besser zu werden.

Vielleicht bin ich ein wenig emotional, weil sich die Arbeit an FM3 jetzt wirklich dem Ende zuneigt. Nur noch einmal durcharbeiten, ab ins Korrektorat … und dann ist es so weit!

An Tagen wie heute wird mir jedenfalls so richtig klar, wie viele tolle Menschen ich in meinem Leben habe, die mich beim Erzählen meiner Geschichten unterstützen. Ihr seid die Besten. Ich bin mir nicht sicher, womit ich euch verdient hab … aber ich bin froh, dass es euch gibt! Danke. Für alles. ❤

 

 

 

Darf ich vorstellen …

… FM3:

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7 Monate meines Lebens, 86.642 Wörter oder 243 Seiten…

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Seit Freitag hab ich es noch einmal komplett durchgearbeitet und viel zu wenig geschlafen. Bis mir Mr. Cole schon ungefragt halbstündlich Kaffee an den Schreibtisch geliefert hat. Einmal hat er mich beim Trinken beobachtet und gemeint: „Schmeckt man gar nicht, den Wodka, den ich dir in die letzten Tassen gekippt habe, oder?“
HarrHarr. 😉

Aber das Manuskript ist endlich fertig überarbeitet und seit soeben unterwegs zur fantastischen Andrea Weil, einer meinen beiden Lektorinnen, die die zweite Lektoratsrunde übernehmen wird.

Mal sehen, ob ich gut umgebaut habe. Ob noch irgendwo Nahtstellen sind. Ob meine Formulierungen passen. Welche Wortwiederholungen sie aufstöbert. Falls irgendwo im Text eine „Deckeldame“ vorkommt, liebe Andrea: Ich war das nicht. Word hat beschlossen, jeder Dackeldame ein „e“ zu spendieren.

Ich werd jetzt jedenfalls für ein paar Tage Urlaub machen, während Andrea sich mit der Machete durch den Text arbeitet. Gähn!

 

Charlotte liebt den Packerlpostler

Ich liebe unseren Packerlpostler (=Paketbriefträger). Wann immer er auftaucht, gibts neues Lesefutter für mich!

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Vor einiger Zeit hab ich Dragonology: The Complete Book of Dragons auf Amazon entdeckt… irgendwie wars mir zu teuer. Aber dann, vor ein paar Wochen: Antiquarisch! Um 3 Euro! (na gut, plus 3 Euro Versand. Aber wir wollen jetzt hier nicht kleinlich sein.)

Und ahh … wie wunderschön dieses Buch gemacht ist: Mit Prägungen, partiellen Lackierungen und „Drachenhautmustern“, wissenschftlichen Zeichnungen, alten Landkarten, „Edelsteinen“, glänzenden Drachenaugen und einem „persönlichen Brief“ vom Verfasser… Köhlchen und ich sind hingerissen! 🙂

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Und ich kann es sogar argumentieren: Das ist Recherche für mein Buchprojekt. Also Arbeit! Dringend notwendige Arbeit.

In Punkto Arbeit an FM3 gehts auch gut voran: Ich hab übers Wochenende 36 Seiten überarbeitet. Das hört sich jetzt vielleicht nicht viel an – aber Lektorinnenkommentare lesen, nachdenken, umschreiben … das dauert. Schreiben fließt bei mir ganz natürlich dahin, wenns gut geht. Aber Überarbeiten ist irgendwie so, als hätte man plötzlich eckige Räder auf dem Wagen und müsste ihn aus dem Gatsch schieben. Dafür gehts jetzt eigentlich ziemlich gut. Und ich hab noch zwei Wochen, bis ich die Überarbeitungen in die nächste Lektoratsrunde schicken muss. Keeeein Problem. Hust.

Außerdem machens die Kommentare meiner Lektorin Susanne auch immer wieder recht vergnüglich 😉

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LOL! Naja, womöglich hatte sie hier recht … es wurde tatsächlich ein wenig viel geguckt.

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Darf ich vorstellen: Leopold Huckenweiler. Für seine Freunde schlicht Leo, der Große. Ein neuer Bewohner von Finley Meadows.

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Natürlich klickt Rouven! Was für eine Frage. 😉

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Yes! Das klingt fies, aber es gehört zu den richtig großartigen Sachen, wenn ich jemand zum Weinen bringen kann. Also mit meinen Büchern. Nicht im RL.

 

So, jetzt klemme ich mich wieder hinter meine Überarbeitung – Ich hab Kaffee, Schokolade und 4 Stunden, bevor ich Köhlchen von der Schule hole. Go, Charlotte, go!

Neues aus dem Lektorat

Solch nette Dinge schreibt mir meine Lektorin Susanne in ihren Mails:

Deine Geschichte habe ich wie immer sehr genossen. Ich mag einfach die Art, wie du mit Sprache umgehst, und du hast auch ein ganz sicheres Gespür dafür, wie du Szenen komponierst. Man kann sich von Spannungskurve zu Spannungskurve durch den Text tragen lassen.

und:

Ich bin (…) sehr angetan, genieße deine Sprache sehr und deine ganz eigene Art, diese Geschichte zu erzählen.

… aber dann kommts:

Meckerpunkte beziehen sich wie im letzten Teilstück auch hier wieder auf Adeles emotionale Befindlichkeit, die mir zu dramatisch ist für den vergleichsweise geringen Auslöser – man hat den Eindruck, sie hätte als Einzige einen Flugzeugabsturz überlebt und wäre zwei Jahre im Dschungel verloren gewesen. Näheres dazu wieder am Text.

Na dann. Und ich hatte schon Angst, das Feedback wird verheerend. Ha! Damit muss ich nur das ganze letzte Drittel überarbeiten. Zusätzlich zu der gewaltigen Baustelle im ersten Drittel. Kein Problem!
Dass Susanne vermutlich wie immer Recht hat, macht es auch nicht besser.
Immerhin amputieren wir hier an meinem Kopfbaby rum, und das schmerzt.

Wobei das Schräge daran ist, dass ich das Lob sowieso nie glauben kann. Und würde sie weniger kritisieren, dann wär ich total unzufrieden. Vielleicht bin ich so eine Art Schreibmasochistin? #weird

Naja. Wenn mir nochmal jemand damit kommt, dass es so schön einfach ist, Liebesromane zu schreiben, dann werd ich ??!##?!??`!!!# nett lächeln.

Ich brauch Nutella!
Gibts das eigentlich auch in Fässern?

Flattery will get you anywhere.

Gestern Nacht ist ein Mail von meiner Lektorin mit dem ersten Teil von FM3 eingetrudelt … Und sie schreibt:

Insgesamt finde ich deinen Text wirklich aufrichtig großartig. Sprachlich sind da wunderschöne Perlen dabei, die man einfach nur genießen kann. Emotional wechselst du von einer heimelig-idyllischen Leichtigkeit zur emotionalen Wucht einer Abrissbirne. Wirklich großes Kino.

Ist das nicht supernett? Ich weiß, warum sie meine Lektorin ist 😉 … sie baut mich auf, bevor sie mir all meine Fehler serviert. Autsch.
Jetzt hol ich mir eine Packung Nougatschoki und einen extragroßen Kaffee. Und dann mach ich mich dran, ihre Anmerkungen zu lesen … diesmal bin ich vorbereitet! Mir ist klar, dass mit großer Zielsicherheit meine Lieblingswörter rausfliegen werden. Meine Babies. Schluchz.

Irgendwann werde ich sie (und die Menschheit) davon überzeugen, dass so perfekte Wörter wie „filigran“ viel öfter verwendet werden sollten.