Küss mich – Blogtour!

Ab morgen startet meine erste Blogtour … und ohne die Hilfe der teilnehmenden Bloggerinnen hätte ich das nicht geschafft. Vielen, vielen Dank, Mädels! 🙂

küssmichblogtour

Die Blogtour hat ihre erste Station morgen bei Mel von bookrecession … dort könnt ihr den Buchtrailer zum ersten Mal sehen. 🙂

Das sind die Stationen der Blogtour:
16.5. Mel von bookrecession präsentiert euch den Buchtrailer!
17.5. Anna von liveyourlifewithbooks stellt euch das Buch vor
18.5. Bei M von Tirilu gibts ein Interview mit Charlotte
19.5. Melli von Lesezauber verrät euch ein Rezept aus Reenies Küche
20.5. Jeanette von einebuecherwelt stellt euch Charaktere aus dem Buch vor
21.5. Christine von zauberhaftebücherwelten teilt einen Auszug aus dem Buch mit euch

Bei jedem Stop der Blogtour findet ihr Buchstaben im Text markiert – setzt sie zusammen, und ihr habt das Lösungswort, mit dem ihr ziemlich gute Preise gewinnen könnt … die ich euch morgen verrate. 😉

 

Teilnahmebedingungen:
Buchstaben finden und zusammensetzen

Lösungswort am Ende der Tour einsenden
Gewinnspielteilnahme ab 18 Jahren oder mit Erlaubnis der Erziehungsberechtigten
Versand innerhalb von Deutschland, Österreich und die Schweiz
für Verlust auf dem Postweg wird keine Haftung übernommen
Adressermittlung erfolgt nur für das Gewinnspiel, die Adressen werden danach wieder gelöscht
Das Gewinnspiel läuft bis zum 29.05.2016 / 23:59 Uhr
Die Gewinner haben nach der Bekanntgabe bis zum 05.06.2016 Zeit sich zu melden (sollte sich ein Gewinner nicht melden, wird neu ausgelost)
der Rechtsweg ist ausgeschlossen, es erfolgt keine Barauszahlung des Gewinns

Leseprobe: Küss mich einfach immer weiter

Am 17.5. erscheint der dritte Teil meiner Finley Meadows Reihe auf Amazon … und ich dachte, ihr habt vielleicht Lust auf eine kleine Leseprobe?

***

Finley Meadows, 1972


Adele,

wenn du diesen Brief hier liest, dann werde ich nicht mehr bei dir sein. Der Gedanke, dich eines Tages zurückzulassen, scheint mir nahezu unmöglich, so als wäre ich gezwungen, einen Teil von mir selbst aufzugeben.

Es ist spät. Du schläfst schon, und ich kann es kaum erwarten, dich in meine Arme zu schließen. Doch zuvor muss ich dir schreiben, auch wenn es der schwerste Brief ist, den ich jemals schreiben werde.

Ich bete jeden Abend darum, dass wir noch viele gemeinsame Jahre haben, bevor dir unser Notar eines Tages diesen Brief überreichen wird.

Waren es gute Jahre, Adele? Hat Gott uns weitere Kinder geschenkt? Konnte ich dich glücklich machen? So glücklich, wie du mich seit unserer Hochzeit gemacht hast?

Denn das hast du, Adele. Mehr, als ich es jemals in Worte fassen kann. Ich hoffe, dass dein Schmerz über die Jahre nachlässt, dass du es nie bereuen wirst, dich für mich entschieden zu haben und gegen ihn. Dass meine Liebe stark genug für uns beide ist.

Jake junior ist das größte Geschenk, das du mir je machen konntest. Dass er meinen Namen trägt, erfüllt mich mit Stolz. Ich sehe ihn an und kann kaum glauben, dass er wirklich Teil unseres Lebens ist. Dass wir eine Familie sind. Du und ich, und Jake.

Ich werde ihm alles beibringen, was ich weiß. Ihm helfen, seinen Platz im Leben zu finden. Ihn beschützen. Ich will sein Vater sein in jeder Hinsicht, so gut ich es kann.

Wir beide wissen, dass es noch eine andere Wahrheit gibt. Eine Wahrheit, die ihn verletzen würde. Ich möchte ihn schützen. Vor der Engstirnigkeit der Menschen. Und davor, sich auf die Suche zu machen. Da draußen gibt es nichts, das er nicht schon lange besitzt: ein Zuhause. Eine Familie. Einen Vater.

Vielleicht wirst du eines Tages daran denken, ihm diese Wahrheit zu erzählen. Du hast ein ehrliches Herz, und ich weiß, dass die Lüge auf deinem Gewissen lasten wird.

Aber, Adele, was mich betrifft, ist es keine Lüge. Ich bitte dich, auch wenn ich nicht mehr bei dir bin, denk an das Versprechen, das du mir gegeben hast: Lass ihm seine Wurzeln. Ein Mann findet Stärke in dem Land, auf dem er lebt. Im Andenken an seinen Vater, dessen Namen er trägt. Jake jun. ist mein Sohn. Nichts anderes zählt.

Ich liebe dich. Ich warte auf dich, wo auch immer ich jetzt bin.

Jake

 

 

Kapitel 1.

Suchend tastete Rouven im Dunkel des Stiegenhauses nach dem Schlüssel. Aus dem Stockwerk unter ihm drangen Unterhaltungsfetzen und Gläserklirren an sein Ohr. Er sollte jetzt dort sein. Die Party genießen, den letzten Abend feiern.

Angestrengt kniff er seine Augen zusammen, aber er konnte nichts sehen. Spinnweben wisperten über seine Finger, trockener Mauerputz regnete auf den Boden, und schließlich ertastete er das narbige Metall. Er steckte den Schlüssel ins Schloss und warf sich mit der Schulter gegen die Tür. Knarrend gab sie nach, warme New Yorker Nachtluft strömte ihm entgegen. Er fuhr sich mit der Hand durchs Haar.

Aus alter Gewohnheit verkeilte er mit dem Fuß einen Ziegelstein in der Tür. Dann steckte er die Hände in die Hosentaschen seines Anzuges und schlenderte über die weite Fläche des Daches. Dunkel ragten die Lüftungsschächte vor ihm auf, rammten ihre schwarzen Spitzen in die Nacht.

Über ihm hingen dichte Wolken am Himmel, erleuchtet durch die Millionen Lichter der Stadt. Rouven lief zum Rand des Daches und blickte hinunter: Viele Stockwerke unter ihm rauschte der Verkehr durch die Straßenschluchten, reihten sich die Autos zu leuchtenden Perlenketten aneinander.

Für einen Moment verbanden sich die vielen Tausend Schicksale um ihn herum wie Noten zu einer gewaltigen Symphonie des Lebens, die träge durch die Adern der Stadt floss.

Er lehnte sich an einen der metallenen Lüftungsschächte, tastete nach seiner Brusttasche, aber fand sie leer. Ach ja, er hatte ja aufgehört. Als Teil seines neuen Lebens. Das morgen begann, unaufhaltsam.

Hinter ihm erklangen Schritte und er drehte den Kopf etwas zur Seite.

»Privatparty?«, fragte Neil. Er stellte eine Whiskeyflasche auf den Betonsockel, der rund um das Dach verlief.

»Sind die besten.« Rouven musste nicht hinsehen, um zu wissen, dass sein bester Freund verschmitzt lächelte. »Aber du solltest wieder runtergehen. Ich bin sicher, die Damenwelt vermisst den neuen ersten Geiger der New Yorker Philharmoniker.«

Neil hatte sich in den Jahren, seit Rouven ihn zum Orchester geholt hatte, einen regelrechten Fanclub erspielt. Er war ein Ausnahmetalent, und Rouven hatte es genossen, ihn zu fördern. Ihn als seinen Nachfolger aufzubauen. Mit seinen blonden Dreadlocks und den grauen Augen fiel Neil im Konzertsaal nicht nur durch sein Können auf. Rouven musste zugeben, dass das ein Teil des Vergnügens für ihn gewesen war: zu sehen, wie die arrivierten Opernfreunde New Yorks auf den jungen Geiger reagierten.

Dass sie trotz des Altersunterschiedes Freunde geworden waren, hatte ihn überrascht. Er war immer ein Einzelgänger gewesen. Und Neil war jung genug, um sein Sohn zu sein.

Trauer strich mit feinen Fäden über sein Herz. Irgendwann, in einem anderen Leben, hatte er einmal vorgehabt, zu heiraten. Kinder zu haben. Mit einer ganz bestimmten Frau.

»Sie sind eigentlich hier, um deinen Abschied zu feiern«, unterbrach Neil seine Gedanken.

»Mag sein«, sagte Rouven. »Ich hab nicht darum gebeten.«

»Sieh es so: Es ist der letzte Galaabend, zu dem du gehen musst. Ab jetzt keine Benefizveranstaltungen mehr. Nie mehr Arschküssen bei reichen Mäzenen.« Neil spitzte die Lippen und produzierte einen schallenden Luftkuss.

Rouven grinste. »Hast du die Flasche nur zum Ansehen mitgebracht?«

Neil reichte sie ihm und Rouven nahm einen Schluck. Der Whiskey brannte auf der Zunge, dann lief er in einer feurigen Spur seine Speiseröhre hinunter.

»Weißt du schon, was du jetzt tun wirst?«

»Ich hab da vor ein paar Jahren dieses Haus gekauft«, sagte Rouven und führte die Flasche wieder an seine Lippen.

»Du hast es renovieren lassen, oder?«, fragte Neil.

Rouven kniff die Augen zusammen. Die Lichtpunkte zu seinen Füßen verschwammen, flossen ineinander und bildeten ein kompliziertes Muster. »Ich denke, ich werde dort einige Zeit verbringen. Ich hab da diesen Auftrag angenommen. Eine Oper. Dort könnte ich in Ruhe komponieren. Mal sehen.«

»Wann warst du das letzte Mal dort?«

»Ist schon eine Ewigkeit her.«

»Warum hast du es damals gekauft?«

Ein trockener Windstoß wirbelte übers Dach.

»Nostalgie«, sagte Rouven, dann klopfte er auf die Brusttasche.

Neil reichte ihm wortlos ein verknautschtes Päckchen Zigaretten. »Zur Feier des Tages«, sagte er. »Ab morgen bist du dann Nichtraucher.«

Das klang durchaus vernünftig. Rouven steckte eine Zigarette an, inhalierte den Rauch und atmete langsam aus.

»Wie heißt das Nest noch einmal, in dem dein Haus steht?«, fragte Neil nach einer Weile. »Nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass du mir doch fehlen wirst. Oder ich Urlaub im Nirgendwo machen will.«

»Finley Meadows«, sagte Rouven. Er hatte den Namen seit Jahren nicht mehr ausgesprochen und war überrascht, wie selbstverständlich er über seine Zunge rollte.

»Das ist also dein Plan? Du möchtest dich in diesem Kaff zur Ruhe setzen und komponieren?«, fragte Neil. »Ich kann mir das nicht vorstellen. Du bist ein Stadtmensch. Bis Weihnachten bist du wieder hier.«

»Vielleicht«, sagte Rouven und beobachtete den Rauch, der von der Glut seiner Zigarette aufstieg. Jeder Windstoß wirbelte die schlanke Säule wild herum, löschte sie für kurze Momente ganz aus.

»Dein Leben ist hier, Rouven«, sagte Neil. »Du bist der verdammt beste erste Geiger, den dieses Orchester jemals hatte. Niemand versteht, warum du deinen Vertrag gekündigt hast. Hast du eine Midlife-Crisis? Bist du dafür nicht schon zu alt?«

Mit dem Absatz seines Schuhes trat Rouven die Zigarette aus. Es war Zeit zu gehen. Dieses Gespräch nahm definitiv die falsche Richtung.

»Ich werd dann mal«, sagte er. »Danke für die Zigarette.« Er klopfte Neil auf die Schulter.

»Da steckt eine Frau dahinter, oder?«, rief ihm Neil hinterher. »Wann hast du sie kennengelernt?«

»Ach«, sagte Rouven, ohne sich umzudrehen, »vor einer Ewigkeit.«

***

Botox? Adele schmunzelte, als ihr Blick auf die Anzeige in der Zeitung fiel, die jemand im Diner hatte liegen lassen. Sie klemmte sich die Zeitung unter den Arm und wischte mit einem Tuch über den ohnehin sauberen Tisch. Der Ansturm zu Mittag war vorüber und so machte sie es sich mit einem Espresso hinter der Theke gemütlich. Die wenigen Gäste saßen plaudernd an den bunt gedeckten Tischen.

Draußen brannte die Septembersonne unerbittlich auf die Stadt herab, viel zu heiß für die Jahreszeit. Adele war froh, im klimatisierten Inneren des Diners zu sein. Sie strich die Zeitung glatt und las die Anzeige, die ihr zuvor aufgefallen war.

Anscheinend hatte der örtliche Zahnarzt eine Fortbildung besucht und bot nun auch diverse Schönheitsbehandlungen an.

Nicht so ganz das Richtige für mich, dachte sie amüsiert. Viele ihrer Freundinnen hatten schon vor Jahren begonnen, sich die Haare zu färben und teure Cremes zu verwenden, aber Adele wollte diesen Aufwand einfach nicht betreiben. Ihr Mann hatte sie schön gefunden, so wie sie war. Zumindest bis er die letzten Jahre seines Lebens nach dem Unfall im Dämmerzustand verbracht hatte.

Sie blätterte um und las die Spalte mit dem Klatsch und Tratsch der Kleinstadt. In den wenigen Tagen bis zum Kürbisfest lagen die Nerven blank. Zwischen dem Verband der lokalen Bauersfrauen und dem Gesangsverein tobte ein Kleinkrieg um die richtige Farbe der Dekoration. Bei der jüngsten Sitzung hatten zwei Damen nur unter Mithilfe der örtlichen Feuerwehr getrennt werden können. Adeles Mundwinkel zuckten, als sie den Bericht überflog.

Die Türklingel ließ sie aufblicken. Eine ältere Dame und ein blondes Mädchen kamen ins Lokal. Während die Kleine mit großem Ernst Kuchenstücke aus der Vitrine aussuchte, hing Adele ihren Gedanken nach. Bald würde die Schar der Nachmittagsgäste eintrudeln, um sich mit einem von Reenies Kuchen für die Leistungen ihres Alltags zu belohnen. Seit ihre Schwiegertochter in spe hier arbeitete, war die Nachfrage nach den süßen Köstlichkeiten so groß, dass sie an manchen Tagen bereits vor Feierabend ausverkauft waren.

Adele sortierte die bunt glasierten Kuchenstücke in einen rosa Karton, schlang eine weiße Schleife darum und beugte sich nach vorn, um ihn dem Mädchen zu reichen.

»Sind die alle für dich?«, fragte sie lächelnd. »Oder darf deine Oma auch ein Stück haben?«

Das Kind überlegte. »Oma darf auch ein Stück«, sagte sie schließlich und nickte so heftig, dass ihre dünnen Zöpfe flogen. Die Großmutter lachte auf. Nachdem sie bezahlt hatte, verließen die beiden das Diner. Adele blickte ihnen nach und dachte schmunzelnd an Charlie, ihren Enkel. Ob er wohl auch so bereitwillig teilen würde?

Als sie sich an die Theke lehnte, knackte irgendetwas in ihrem Rücken, und sie zuckte zusammen. Sie massierte die schmerzende Stelle, bis die verkrampften Muskeln sich lockerten. Vielleicht sollte sie heute Abend zum See fahren und eine Runde schwimmen, das würde ihr guttun. Auch wenn sie sich eigentlich nach herbstlicheren Temperaturen sehnte, lud die Hitze doch zum Baden ein.

Auf dem Heimweg könnte sie noch ein paar Einkäufe erledigen. Ob ihre Tochter Jill wohl heute Abend zu Hause war?

Ein tiefes Brummen dröhnte von der Straße herein. Adeles Augen blieben an dem Motorrad hängen, das gerade auf den Parkplatz vor dem Diner einbog.

Summende Unruhe machte sich in ihrem Inneren breit. Sie runzelte die Stirn. Das Motorrad war eine alte Triumph.

Wie lange hatte sie keine mehr gesehen?

Adeles Herz setzte für einen Schlag aus.

Es ist nur ein Motorrad, nichts weiter. Nur ein Motorrad.

Sie stemmte sich mit aller Kraft gegen die Erinnerungen, die sie mit einem Mal zu überschwemmen drohten. An den Rändern ihres Bewusstseins wirbelten Gesprächsfetzen und Bilder aus längst vergangenen Zeiten. Nur mühsam kämpfte sie den Drang nieder, sich die Ohren zuzuhalten, als könnte sie damit die unerbittlich wispernden Stimmen in ihrem Inneren aussperren.

Der Fahrer stellte den Motor ab und sah sich um. Durch die dunkle Sonnenbrille konnte Adele seine Augen nicht erkennen, nur sein Mund und sein Kinn waren zu sehen.

Dieser blonde Bart, diese Lippen … Prickelnd erhoben sich die feinen Härchen in Adeles Nacken.

Als hätte er ihren Blick gespürt, drehte der Fahrer ihr den Kopf zu. In Adele schrie alles danach, einfach wegzulaufen, aber sie konnte den Blick nicht abwenden. Wie in Trance sah sie zu, als er langsam die Hände hob und mit feingliedrigen Fingern den Verschluss unter dem Kinn löste. Wie er den Helm abnahm.

Das kann nicht sein. Das ist nicht möglich.

Für einen langen Moment standen beide nur da und sahen sich durch die Fensterscheibe an. Die Luft zwischen ihnen war aufgeladen, summte vor Energie, bis Adele meinte, sie auf ihrer Haut spüren zu können. Dann erschien ein zaghaftes Lächeln auf seinem Gesicht. Er setzte sich in Bewegung und ging auf die Tür des Diners zu.

Hilflos beobachtete sie, wie er sie öffnete und den Raum betrat. Ein heißer Luftzug wirbelte an ihm vorbei, fegte Papierservietten zu Boden, strich knisternd über die Zeitungsseiten und berührte dann ihre Haut, als hätte der Mann zärtlich über ihr Gesicht gestreichelt.

Sie wunderte sich beiläufig, warum keiner der Gäste aufschreckte. Konnte denn niemand sehen, was hier los war? Aber im Diner blieb es bis auf ein paar neugierige Blicke friedlich, und der Mann kam immer näher, den Motorradhelm unter dem Arm. Er ließ sich auf dem Barhocker vor ihr nieder.

»Hallo, Adele«, sagte er heiser. Seine Stimme raste wie ein Feuersturm über sie hinweg, verbrannte den Sauerstoff und nahm ihr die Luft zum Atmen.

Adele klammerte sich am Tresen fest, ihre Fingerknöchel weiß unter der Haut.

Sie musste dem hier ein Ende setzen. Schnell. So lange sie noch halbwegs klar denken konnte. Adele räusperte sich und zählte innerlich bis drei.

»Entschuldigen Sie«, sagte sie dann, ihre Stimme brüchig wie altes Pergament, »aber kennen wir uns?«

***

Wie es weitergeht, erfahrt ihr in „Küss mich zum letzten Mal“.

Leserunde auf Lovelybooks

Meine Lieben, am 17.5. erscheint der nächste Teil der Finley Meadows-Serie „Küss mich einfach immer weiter“ … und wer bisher noch nicht mitgelesen hat, kann das jetzt nachholen!

Ich verschenke den ersten Teil „Küss mich im Sommerregen“ 15x auf Lovelybooks, und ich würde mich sehr freuen, wenn ich ein paar von euch in der Leserunde wiedersehe. 🙂

Hier gehts zur Leserunde: https://t.co/B5uUgt3hDP

Erkenntnisse zum Tag

  1. Manchmal macht einen die Arbeit blind für die Arbeit. Ich sitze ja seit Sonntag (mit Unterbrechungen…) an den letzten Änderungen im Buch, bevor ich es dann ins Korrektorat schicke. Und während ich so vor mich überlegt habe, ob es dieses „sagte er“ und jenen Beistrich noch braucht, da war ein Teil meines Gehirns mit der Entstehung des Buches beschäftigt. Wie anstrengend es zu schreiben war. Und auf einmal war mir klar – ich hab wieder dieses Gefühl, dass schlußendlich alles an dieser Geschichte eingerastet ist, dass jedes Puzzleteilchen seinen Platz gefunden hat. Es gibt Teile, die saugen mich rein. Es gibt Teile, die bringen mich zum schniefen. (Bin aber auch wirklich nah am Wasser gebaut und muss selbst bei Kinderfilmen heulen). Ich war nur so daran gewöhnt, dass ich noch nicht zufrieden bin … dass ich nicht bemerkt hab, dass die Geschichte mittlerweile über diesen Punkt hinausgewachsen ist. Phew.
  2. Bio-Apfelmus direkt aus dem Glas gelöffelt ist gesund und moralisch sicher zu bevorzugen, aber schlußendlich doch kein Ersatz für Nutella direkt aus dem Glas. Vor allem, wenn frau gerade Buch überarbeitet.
  3. Die Kommentare meiner Lektorinnen hätten eigentlich ein eigenes Buch verdient. Von Sorgen über den Beckenboden meiner Protagonistin bis hin zu Todesdrohungen an Adverbien ist alles dabei. 😉
  4. George Lucas steht auf meiner S***-List! … Ich bin sicher, das beschert ihm schlaflose Nächte. Dank ihm ist ein sehr relevanter, schwierig anders zu formulierender Satz komplett verbrannte Erde. Gnagnagna.

… braucht es ein ganzes Dorf.

Heute hab ich FM3 aus der zweiten (und letzten) Lektoratsrunde zurückbekommen. Als ich das Feedback durchgelesen habe, sind mir zwei Gedanken im Kopf herumgespukt: Ich bin ziemlich glücklich und ein wenig stolz, dass ich dieses Buchprojekt durchgezogen habe… Ich hab viel dabei gelernt, vor allem, weil es so schwierig zu schreiben war. Und ich bin unglaublich dankbar für die Hilfe, die ich in den letzten Monaten bekommen habe. Ohne die Menschen in meiner Umgebung hätte ich es nicht geschafft.

Kennt ihr dieses afrikanische Sprichwort, in dem es heißt, dass man, um ein Kind zu erziehen, ein ganzes Dorf braucht?

Ich denke, mit einem Buch ist es so ähnlich. Obwohl jeder Autor alleine schreibt, ist niemand eine Insel. 😉 … Und Bücher brauchen eine Menge Geburtshelfer.

Da ist Mr. Cole, der sich meine Plotideen geduldig anhört. Der auch nach der siebenundzwanzigsten Version nicht die Geduld verliert… obwohl Liebesromane jetzt nicht so richtig sein Ding sind. Der mir am Wochenende vor einer Deadline den Rücken frei hält und mich mit meinen Lieblingsstiften und Kaffee versorgt.

Da sind meine Freundinnen, die großzügig damit leben, dass ich manchmal so sehr in eine Idee vertieft bin, dass man mit mir über nichts anderes vernünftig reden kann. Dann gibt es tolle Menschen, die mir mit ihrem Fachwissen weiterhelfen: Eine Psychologin, ein Musiker, eine Intensivkrankenschwester, eine Zuckerbäckerin, eine Volksschullehrerin, ein Keramiker, eine Reitlehrerin.

Und die Bibliothekarin, die mir Fachbücher bestellt und meine Romane an Leserinnen empfiehlt. Mit der man herrlich über Bücher und übers Schreiben fachsimpeln kann.

Freunde und Bekannte, die meine Bücher lesen, weiterempfehlen und sogar verschenken. Köhlchen, der öfter mal nachfragt, ob ich mein Pensum für heute schon geschrieben habe. Der will, dass seine Hausübungen lektoriert werden. 😉 Der Abends beim Einschlafen immer Details zu meinen Drachen hören will, und ziemlich stolz ist, dass seine Mama „richtige“ Bücher schreibt.

Meine Testleserinnen… ohne die meine Bücher viel schlechter wären. Die mir ihr Feedback geben, die mitfiebern, die mich auf Fehler hinweisen und aufmuntern, wenns mit dem Schreiben mal nicht so gut geht. Menschen, die ich teilweise im „echten“ Leben gar nicht kennen, und die mir trotzdem übers Internet engelsgeduldig Fragen beantworten.

Menschen, die mir Emails schreiben und erzählen, dass sie beim Lesen weinen und lachen mussten, und dass meine Geschichte sie berührt hat. Bloggerinnen, die sich die Zeit nehmen, detaillierte und gut durchdachte Kritiken zu schreiben… es ist schwer zu erklären, wie viel mir das bedeutet.

Und dann natürlich „mein“ Team an Profis, das mich bei Lektorat, Korrektorat, Buchsatz und Grafik unterstützen, und mir mit ihrer ziemlich gnadenlosen Kritik dabei helfen, besser zu werden.

Vielleicht bin ich ein wenig emotional, weil sich die Arbeit an FM3 jetzt wirklich dem Ende zuneigt. Nur noch einmal durcharbeiten, ab ins Korrektorat … und dann ist es so weit!

An Tagen wie heute wird mir jedenfalls so richtig klar, wie viele tolle Menschen ich in meinem Leben habe, die mich beim Erzählen meiner Geschichten unterstützen. Ihr seid die Besten. Ich bin mir nicht sicher, womit ich euch verdient hab … aber ich bin froh, dass es euch gibt! Danke. Für alles. ❤

 

 

 

Darf ich vorstellen …

… FM3:

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7 Monate meines Lebens, 86.642 Wörter oder 243 Seiten…

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Seit Freitag hab ich es noch einmal komplett durchgearbeitet und viel zu wenig geschlafen. Bis mir Mr. Cole schon ungefragt halbstündlich Kaffee an den Schreibtisch geliefert hat. Einmal hat er mich beim Trinken beobachtet und gemeint: „Schmeckt man gar nicht, den Wodka, den ich dir in die letzten Tassen gekippt habe, oder?“
HarrHarr. 😉

Aber das Manuskript ist endlich fertig überarbeitet und seit soeben unterwegs zur fantastischen Andrea Weil, einer meinen beiden Lektorinnen, die die zweite Lektoratsrunde übernehmen wird.

Mal sehen, ob ich gut umgebaut habe. Ob noch irgendwo Nahtstellen sind. Ob meine Formulierungen passen. Welche Wortwiederholungen sie aufstöbert. Falls irgendwo im Text eine „Deckeldame“ vorkommt, liebe Andrea: Ich war das nicht. Word hat beschlossen, jeder Dackeldame ein „e“ zu spendieren.

Ich werd jetzt jedenfalls für ein paar Tage Urlaub machen, während Andrea sich mit der Machete durch den Text arbeitet. Gähn!

 

Samstag

Mr. Cole & Köhlchen sind auf wichtiger Mission: Sie testen heute, wie schnell das ferngesteuerte Auto in Omas Garten durch den Matsch driften kann. Wenn sie das erledigt haben, dann bauen sie eine Rampe für das Auto zum drüberspringen. Männersachen halt.

Mein Programm: Buch überarbeiten. Mit Katze und Kaffee. Bis jetzt läufts gut, fingers crossed. Auch wenn ich mir nicht sicher bin, wer die ganzen Fehler in diesem Text versteckt hat. Kann unmöglich ich geschrieben haben. 😉

whatidiot