Aquaman

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Hm. Jaaaaaah, also … Jason Momoa, shirtless, ist ja an und für sich schon ein Grund ins Kino zu gehen. Irgendwie war ich trotzdem enttäuscht. Die CGI war an Stellen großartig, aber an anderen einfach nur – bemüht. Schwimmendes Haar und die Art, wie Lebewesen oder Stoff sich unter Wasser bewegen  … das haben wir bei Pixar schon besser gesehen. Natürlich gibts auch großartige Visuals – das Abtauchen in den Tiefseegraben als Panorama-Aufnahme: wow.

Ansonsten plagt sich der Film mit einem Mix aus abgenutzten Fantasy-Tropes, Stellen, wo er sich selbst sehr ernst nimmt (Hey, wir Menschen sind irgendwie Idioten wenns um den Schutz der Weltmeere geht), Stellen, wo er niedlich ist (der Bongo-spielende Oktopus. Kampf-Seepferdchen!) … plus halt jede Menge nett choreographierter Action.

(Ab jetzt … #spoileralert!)

Die Charaktere und ihre Namen sind unkreativ und flach, und im Prinzip kann man die Story so zusammenfassen:

Mera (ernsthaft, das ist der Name? Sehr kreativ. Wie wärs mit Prinzessin Pritschel?) taucht auf: Du bist der Auserwählte. Werd mal schnell Ocean Master (und den Titel meinen die auch ernst), besiege deinen fiesen Bruder Orm (bei dem Namen kann man ja auch nur Komplexe haben. Und warum müssen die Bösen alle aussehen wie Draco Malfoy? Sind die alle verwandt?) … und dann ist alles gut.

Arthur (Yeah. Und später darf er auch noch ein Schwert, äh, sorry, einen Dreizack aus dem felsernen Griff des alten Königs ziehen. Wink, wink.): Nah, meine böse Familie hat meine Mama umgebracht. Deswegen mag ich nicht. Bier trinken und in Bars abhängen ist auch fein!

Mera: Okay.

Dann greift Orm, der namensgeschädigte Bruder, praktischerweise mal schnell die Menschheit an und killt dabei beinahe Arthurs Papa.

Mera: Jetzt on board mit der ganzen Rettet-die-Welt-Aktion?

Arthur: Okay. Mama töten bringt mich dazu, nichts mit meiner Familie zu tun haben zu wollen. Die Menschheit ist mir egal. Aber wenns gegen meinen Papa geht, dann bin ich dabei.

Mhm, Intelligenz und Verantwortungsbewusstsein bei Männern ist so sexy! Kein Wunder, dass Mera ihm verfällt. Ächz.

Dann dürfen sich die beiden zwei Stunden durch die Gegend prügeln, eine antike Geheimbotschaft aktivieren (Hallo, Leeloo Dallas Multipass), sich zwischendurch mal gegen den Sub-Plot-Fiesling wehren … ah, ja.

Schließlich steht Arthur vor dem Monster, das den Dreizack bewacht. Und obwohl es Mera war, die Arthur bisher ständig den A**** gerettet hat, darf sie da jetzt nicht mehr mit … Männersache.

Monster: Du bist unwürdig.

Arthur: Ich weiß. Hab eh Angst.

Monster: Ha! Weil du Angst hast und weißt, dass du unwürdig bist, bist du der wahre Herrscher. Demut und so – ich mag dich.

Arthur: Echt? Cool. Ich hol dann mal das Schwert. Äh, den Dreizack.

Mera und Arthurs total überraschenderweise noch lebende Mutter dürfen inzwischen draussen warten und Arthur dann anschmachten, wenn er in der güldenen Fisch-Rüstung (hallo, Unterwasser-Ritter-der-Tafelrunde) wieder aus dem Wasserfall auftaucht.

Ausserdem: da hat man als Regisseur Schauspieler wie Willem Dafoe  und Dolph Lundgren, und dann dürfen die genau nicht spielen? Und hätte das Budget nicht auch noch für eine nicht ganz so trashige rote Perücke gereicht?

Auf der Plus-Seite lässt sich sagen, dass es nett war zu sehen, dass die Damenwelt in den Kampfszenen mitmischen kann: weder Mera noch Atlanna (Arthurs Mama, Königin von Atlantis, mit ebenfalls sehr überraschendem Namen) sind die klassische damsel-in-distress, die gerettet werden muss. Trotzdem ist alles in sich unlogisch … wenn die Atlantis-Bewohner so mächtig sind, dass sie den Dreck der Menschheit einfach an die Küste zurückwerfen können … wieso machen sie das dann nicht schon viel früher? Wenn jemand Müll in mein Wohnzimmer wirft, dann würd ich ihn da ja auch nicht liegen lassen. Da muss es doch bei so viel Intelligenz und technischer Überlegenheit ne elegantere Lösung geben als einen Krieg anzuzetteln. Just sayin´.

Also insgesamt – naja. Ich liebe Trash. Aber Trash, der versucht moralisch zu sein und zwischendurch niedlich ist … ahhh. Ich weiß nicht. Liebe Hollywood-Leute: 99 % aller Frauen besuchen den Film doch ohnehin ausschließlich wegen Jason, shirtless. Wir erwarten gar keinen Plot. Wir erwarten Jason, shirtless. Warum also ist er beinahe den ganzen Film lang angezogen? Entweder, der Mann kriegt ein Drehbuch, mit dem man als Schauspieler auch arbeiten kann. Ich weiß ja nicht, wie viel er als Schauspieler kann … außer halt sich durch die Gegend zu prügeln und Frauen zu charmen. Wenn er echt was kann, dann darf er von mir aus auch sehr gerne angezogen sein. Intelligenz und Schauspielerei schlagen Muckis ja any time of the day. Oder das Ganze ist ein optisches Spektakel ohne jeden Inhalt … auch fein, aber was sollen dann diese Flatterhemden?

Im Kino: the neon demon

Ich denke, ich muss Mr. Cole überzeugen, mit mir ins Kino zu gehen. Alleine kann ich mir Horrorfilme leider nicht ansehen, ich bin wirklich feig. Ich brauche jemanden, der mir sagt, wann ich nach viel-zu-gruseligen Szenen wieder die Augen öffnen und die Hände von den Ohren nehmen kann. Tadaaah: eine Aufgabe für Mr. Cole aka my knight in shining armor. 😉

Für den Film spricht, dass es ausnahmsweise mal ein Horrorfilm ist, bei dem alle Hauptrollen weiblich sind. Die Bildsprache wirkt einfach wunderbar hyperästhetisch, und ich schau mir Filme mitunter auch einfach nur wegen der großartigen Bilder an.
Gegen den Film sprechen viele  durchwachsene Kritiken. Und die Inhaltsangabe (voller Spoiler!) auf Wikipedia. Ich sag nur: Augäpfel. Urks.

Filmkritik: Zoomania 

Der Filmbösewicht (#nospoilers!) sagt am Ende des Filmes einen ziemlich klugen Satz: „Angst“, so meint er, „Angst funktioniert immer.“

Zoomania (den englischen Titel Zootopia find ich besser, weil das Wortspiel mit Utopia mehr über den Film aussagt), ist ganz im Ernst einer der besten Filme, die ich in letzter Zeit gesehen habe.

Er erzählt eine kluge Geschichte über die Probleme, mit der pluralistische Gesellschaften kämpfen. Darüber, dass es nicht reicht, vom Kopf her verstanden zu haben, dass Vorurteile falsch sind – und dass es oft auf der Gefühlsebene ganz anders aussieht. Welchen Einfluß die Medien haben, was das gesellschaftliche Bild für den Einzelnen bedeutet, und wie schnell die öffentliche Meinung kippen kann.

Grandioserweise funktioniert der Film auf zwei Ebenen – für Kinder und für Erwachsene – gleichermaßen gut, erklärt ein komplexes Thema ohne erhobenem Zeigefinger.

Er ist witzig, rasant erzählt, die Grafik ist umwerfend, die Dialoge toll geschrieben … und ich hatte bis knapp vor Ende keine Ahnung, wer der Bösewicht ist. Außerdem  kommen so tolle Filmzitate vor! Unbedingt ansehen, sonst habt ihr was verpasst. 🙂

Film: Oops, die Arche ist weg.

Vor kurzem waren Mr. Cole und ich mit dem besten-Kind-der-Welt im Kino. Eigentlich wollten wir ja „Pets“ sehen, allerdings war der leider nicht mehr im Programm. Dann also die Arche.

Im Trailer wird die Handlung ganz gut zusammengefasst: Die Sintflut kommt, und nicht alle Tiere dürfen mit. Nur jene, die auf Noahs Liste stehen, haben auch Platz auf der Arche. Überwacht wird das von einer Art Tierjury, á la Castingshow – nur dass statt Dieter Bohlen hier ein Löwe rumpöbelt.

Natürlich versuchen die Tiere ohne Platz mit Verkleidung auf die Arche zu kommen. Und dann geht was schief, und zwei Tierkinder bleiben alleine zurück. Und ab da folgt es dem „Kochrezept“: Fieslinge, die die Kinder fressen wollen. Ein Wettlauf gegen die Zeit – immerhin steigt ja das Wasser. Eine kleine Gruppe an sehr unterschiedlichen Tieren, die sich gemeinsam vorkämpfen und dabei Freunde werden.

Den „Todesfall“ am Ende hätte man denke ich auch aussparen können – vor allem, weil bei einem Kinderfilm ja auch kleinere Kinder im Publikum sind. Und natürlich kommt auch eine Moral mitgeliefert: Jeder hat seinen Platz, und dort machen seine Fähigkeiten plötzlich Sinn. Dass Noahs Team rund um den Löwen diese Information anscheinend von Anfang an hatte,  ist für mich keine zufriedenstellende Erklärung. Woher? Und warum nicht einfach sagen? Ist das nicht grausam?

Naja – insgesamt ein ganz netter Film, der meinem Sohn gefallen hat. Für Erwachsene wahrscheinlich ein wenig zu vorhersehbar, der Humor ein wenig zu einfach. Und leider von der Qualität der Animation her nicht mit amerikanischen Produktionen zu vergleichen. Allerdings hab ich im Internet auch recht gute Kritiken zum Film gelesen – also macht euch doch einfach selbst ein Bild. 🙂