Übers Schreiben bloggen, Teil 1.

Die Fragen hab ich irgendwo im Internet gefunden… ich dachte, das passt zu meiner „Für Autoren“ Abteilung. 😉

  1. Welches ist Ihr Lieblingsprojekt (Lieblingswelt), an dem Sie gearbeitet haben und warum?
    Die Fantasy-Serie, an der ich gerade arbeite.
  2. Wie viele Charaktere haben Sie bereits erfunden? Schreiben Sie lieber aus weiblicher oder männlicher Sicht?
    Wie viele? Keine Ahnung. Das ist ja nach einem Buch schon eine Menge … und ich hab ziemlich viele halbfertige Bücher, abgebrochener Bücher, Plotideen und Charakterstudien auf meiner Festplatte. Ich schreibe beides gerne, wobei die männliche Sicht natürlich nur ein educated guess ist.
  3. Wie finden Sie zu den richtigen Namen für Ihre Charaktere (und für fiktive Orte)?
    Ich hab in meinem Bullet Journal eine Seite, auf der ich gute Namen sammle. Meist ist es aber spontane Eingebung im Halbschlaf oder unter der Dusche. Bevor ich einen Namen verwende, lese ich immer nach, was er bedeutet. Ich will, dass die Namen gut klingen und Sinn in der Geschichte machen.
  4. Erzählen Sie etwas zu Ihrer ersten erfundenen Geschichte/ zu ihrer ersten erfundenen Figur?
    Die erste erfundene Geschichte war vermutlich irgendwann im Kindergarten … ich weiß nicht mehr. Das erst Buch hab ich in der Grundschule zu schreiben begonnen. Und meine beste Freundin E. erinnert sich noch an eine Geschichte, die ich so mit 11 geschrieben habe – das Teufelshaus. Ich weiß leider nicht mehr worum es da ging.
  5. Wie alt ist Ihre jüngste Figur? Wie alt ist Ihre älteste Figur? Welche sind Ihre jüngsten/ ältesten Figuren in Bezug auf deren Erschaffungszeitpunkt?
    In der Finley Meadows-Reihe ist Lenny der Jüngste mit 5, Hortensia die Älteste. Ihr Alter wird nicht verraten, sie ist ja eine Dame. Aber jenseits der Siebzig. Bei den Drachen wirds dann etwas flexibler, was die Lebensdauer angeht.
  6. Wo schreiben Sie am liebsten und zu welcher Tageszeit ist Ihre beste Schreibzeit? Benutzen Sie den Computer oder Stift und Papier?
    Am liebsten im Kaffeehaus, mit Kopfhörern. Am Laptop. Uhrzeit egal. Wichtig: Kein Internet. Sonst lese ich mich fest und schwupp … ist eine Stunde vorbei.
  7. Hören Sie während der Schreibarbeit Musik? Wenn ja, welche Art von Musik? Gibt es Songs, die Sie mit Ihrer Figur verbinden, die Sie an sie erinnern?
    Manchmal. Wenn ich eine bestimmte Stimmung brauche und mich ganz anders fühle … dann verwende ich Musik als Werkzeug. Oft nervt sie mich aber schnell und ich drehe sie wieder ab. Die Kopfhörer lasse ich dann trotzdem auf, die blenden die Umwelt aus. Sogar wenn ich alleine daheim bin.
  8. Welches Genre bevorzugen Sie beim Schreiben/ beim Lesen?
    Als Leserin mag ich langsame, literarische Romane. Liebesromane. Urban Fantasy. Biographien. Historische Romane. Auch gut geschriebene Sachbücher. Beim Schreiben … Liebesromane & Fantasy. Ich hab zwar auch öfter mal Ideen für Horror, Thriller und so. Aber ich fürchte, das Schreiben würde mich emotional überfordern. Da ich mit meinen Protagonisten mitfühle und mitleide, wäre mir das too much. Und irgendwie ist die Welt auch schon schlimm genug, ich will mit meinen Büchern lieber etwas halbwegs positives beisteuern. Außerdem mag ich es, wenn Bücher gut oder zumindest bittersüß enden. Das ist bei richtig fiesen Büchern schwierig, weil unglaubwürdig.
  9. Wie kommen Sie zu Ihren Figuren? Beschreiben Sie den Schaffungsprozess der Charakterfindung.
    Das kristallisiert langsam aus, bis die Struktur fertig ist. Zuerst hab ich eine Idee, und über die Wochen wird mir immer mehr zu den Figuren klar. Oft verändert sie sich die Geschichte stark, bis der Roman schließlich fertig ist – zum Leidwesen von Mr. Cole, der bei den verschiedenen Versionen manchmal den Überblick verliert. 😉
  10. Über welchen Ihrer Charaktere schreiben Sie am liebsten? Über welchen Ihrer Charaktere schreiben Sie ungern?
    Ich liebe Hortensia. Sie ist eine grandiose Diva, eine grauenhafte Schwiegermutter, hat ein Talent für das Spinnen von Verschwörungen und niemals ein simples Motiv.
    Ich mag eigentlich alle meine Figuren, auch die nervigen. Dementsprechend schreibe ich eigentlich alle gerne.
  11. Schreiben Sie lieber über fiktive oder reale Kulturen/ Menschen?
    Fiktive, auch wenn das Worldbuilding viel Arbeit ist. Die lästige Realität wird ohnehin total überschätzt, das muss man nicht auch noch fördern. 😉
  12. Erstellen Sie Landkarten? Wenn ja, können Sie eine zeigen?
    Nein – aber wenn ich mit einer realen Gegend arbeite, dann checke ich Entfernungen und ähnliches auf Google Maps.

Hier gehts zu Teil 2.

Tage wie diese

Die letzten Tage waren so arbeitsintensiv – am Wochenende geht „Küss mich einfach immer weiter“ an meine Lektorin. Ich habe den Kopf kaum jemals aus meinem Text bekommen. Ich träume sogar schon von meinen Figuren, denke fast die ganze Zeit darüber nach … lese den Text, ändere Sachen – bis ich das Gefühl habe, dass alles einrastet.

Eigentlich sollte ich nach dem Mail an meine Lektorin Urlaub machen. Ich bin so richtig erschöpft.

Aber – gleichzeitig heißt es, dass ich endlich mit meinem neuen Projekt beginnen kann. Auf das ich schon seit Monaten hinfiebere. Das in meinem Kopf immer umfangreicher wird, immer mehr Details bekommt.

Ein wenig fühlt es sich an, als würde ich mich wehmütig aus einer alten Beziehung lösen, während ich schon in jemand anderen verliebt bin. Macht das Sinn?

Für mein nächstes Projekt hab ich sogar schon den Song gefunden, der das Gefühl des Buches perfekt verkörpert. Dass der Text auch noch Sinn im Kontext meiner Idee macht, ist ein Bonus.

Ich schreibe zwar meist bei Stille, verwende Musik aber oft, um mich ohne Umweg in die Stimmung zu bringen, die ich für die Geschichte brauche. Ich weiß, der Song ist schon älter… aber Musik hat ja – wie Bücher – ebenfalls kein Ablaufdatum 😉

(mit lyrics … aber ihr verpasst nicht viel, das Originalvideo ist nicht so richtig toll)