Bester Brummschädel seit langem

Heute morgen war ich um 5 Uhr putzmunter. Wahrscheinlich senile Bettflucht. Da mein Sohn heute nach der Schule bei einer Freundin eingeladen war, hab ich am Handy mal das Wetter gecheckt (zwecks Garderoben-Entscheidung). Wie man das halt so macht. Und weil ich schon so gemütlich dabei war, hab ich dann auch gleich noch in meine Mails geschaut. Da war es: das Mail von meiner supernetten Lektorin Andrea (über die Textehexe) … mit einem Teil des lektorierten Buches.

Ich bin sofort aufgesprungen um ins Büro zu sausen. Bester-Mann-der-Welt hat ein wenig vor sich hin gebrummt, etwas von gallopierendem Wahnsinn gemurmelt, und dann wieder zu schnarchen begonnen. Kurzer Umweg über die Küche, Filterkaffee gemacht (Ich liebe Filterkaffee! Und ich prognostiziere, dass der auch hierzulande Trend wird. In Amerika ist er das schon, als Drip-Coffee.)

Und dann, endlich: Mein Mac. Mail geöffnet. Nochmal Mail gelesen. Zusammenfassung der Lektorin: Sie mag mein Buch, sie fühlt mit den Figuren mit, sie freut sich jedesmal aufs Weiterlesen. Und: Mein Umgang mit dem Wörtchen „und“ ist ein klein wenig verschwenderisch (na und? 😉 ), meine Beistrichsetzung so erratisch wie die eines Volksschülers. (Wie jetzt, macht man das nicht nach Gefühl?) Und manchmal verlässt mich der Mut, und ich schiebe einer eigentlich guten Beschreibung noch eine Erklärung hinterher. Pfuibäh.

Geseufzt, Kaffeeschluck genommen, Word-Dokument runtergeladen. Das nigelnagelneue Microsoft Word für Mac geöffnet (Ironie, oh Ironie). Für eine Stunde im Text verschwunden, bevor der beste-Mann-der-Welt in der Bürotür aufgetaucht ist, und sich merkwürdig freundlich nach meinem werten Befinden erkundigt hat.

Gefrühstückt, Kinderschuljause gemacht, Besten-Mann-der-Welt geküsst, Kleidung angezogen, Bestes-Kind-der-Welt in die Schule gebracht. Dann, in der Schule am Weg in den ersten Stock – mit diesem typischen Schulgeruch nach Putzmittel, stinkigen Turnschuhen und Kreidestaub in der Nase- ist es mir auf einmal klar geworden: Ich hab ein Buch geschrieben.

Ich hab ernsthaft ein Buch geschrieben. Mittlerweile sogar eigentlich zwei. Das war schon so lange mein Traum – mindestens seit dem Grundschulalter. Und jetzt hat ich es wirklich gemacht. Und so viel positives Feedback erhalten.

Hab mir kurz überlegt den Schulwart zu umarmen, aber es dann doch gelassen. Bestes-Kind-der-Welt geküsst, heim geflitzt. Neuer Kaffee, zurück zum Mac. Dann hab ich den ganzen Vormittag durchs Manuskript gearbeitet. Bis mein Kopf ganz brummig war und meine Sicht schon etwas verschwommen. Wahnsinn, diese Überarbeiterei ist vielleicht anstrengend. Und wieso, bitte, will meine Lektorin, dass ich die „Trippelschritte“ entferne? Und „filigran“? Das sind doch total entzückende Wörter, die viel zu selten verwendet werden.

Naja. Irgendwann dann hab ich eine Pause gemacht, weils einfach nicht mehr ging. Aber das war heute der definitv beste Brummschädel seit langem.  ❤

Alles blöd. Heul.

So, jetzt mal ein bisschen akutes Selbstmitleid: Da bekomme ich gestern ein Mail, dass meine Lektorin mein Buch nicht lektorieren kann, weil sie erkrankt ist. Was mir wirklich leid tut.

Aber … aber … ich dachte, es ist beinahe fertig lektoriert. Ich bin einfach so unglaublich enttäuscht, ich könnte heulen. Jetzt geht wieder alles von vorne los: Lektor/in suchen. Preis verhandeln. Ablauf festlegen. Wochenlang warten, bis sie/er Zeit für mein Buch hat (…die guten Lektoren sind halt auch gefragt). Was vermutlich, so grob geschätzt frühestens im Mai ist.

Das ist alles so furchtbar enttäuschend. Ich hatte mich schon so unglaublich auf das Feedback gefreut. Darauf, es zu überarbeiten. Besser zu machen. Und dann bei amazon online zu stellen. Und jetzt geht eines wieder los: das große Warten. Und dabei liegt Buch 2 mittlerweile auch schon fertig auf meiner Festplatte.

Alles blöd. Wäh! 😦

Neulich, im Kino: HOME

Nachdem ja Osterferien sind, haben wir am Wochenende einen kleinen Trip zum Kino unternommen, Unmengen Popcorn gekauft (natürlich nachdem wir Burger essen waren) und uns einen Familienfilm gegönnt.

Was soll ich sagen: Wir hätten jetzt gerne unseren eigenen Boov. Und dieses Auto!

Die Geschichte handelt von einem Mädchen, Tip, dass die Invasion der Boov per Zufall übersteht und sich dann auf die Suche nach ihrer Mutter macht, die von den Boovs in eine Art Menschencamp gebracht wurde. Mit dabei ist ihre Katze „Schwein“. Kurz darauf findet sie in dem Boov O einen Weggefährten: Der hat sich bei seinen Kollegen wieder mal unbeliebt gemacht, und jetzt sind sämtliche Boovs hinter ihm her. Was folgt, ist ein witziges Abenteuer, dass die beiden quer um die halbe Welt bis nach Australien führt. Dort kommt es dann zum Showdown mit den Gorks, den Erzfeinden der Boovs.

Wie hats uns gefallen?

Ein witziger Film, den man ohne Bedenken auch mit kleineren Kindern anschauen könnte … wenn er nicht in 3D wäre. Da Kinder ja unter 6 nicht in 3D Filme sollen, ist die Technik hier eine merkwürdige Wahl.

Geht es noch jemand so, dass er sich gerne aussuchen würde ob er den Film in 3D sieht? Für mich wiegt die 3D-Optik einfach die merkwürdige Unschärfe bei schnellen Kameraschwenks und Bewegungen nicht auf… Nach ein paar Minuten nimmt man den 3D Effekt im Film eh nicht mehr bewusst wahr, aber diese nervige Unschärfe bleibt. Und nervt.

Naja. Zum Film: Die Figuren sind liebevoll und detailreich gestaltet. Die Geschichte ist für Erwachsene jetzt nicht wirklich unvorhersehbar, aber auch nicht langweilig – einfach weil genug Details da sind, die witzig sind. Die Sprache der Boovs ist herzig. Au Schmerz! Und der klassische „Ich rette mal jetzt schnell die Welt mit meinen neuen Freunden“-Plot ist nicht neu, aber hier nett umgesetzt. Also alles in allem kein großes Kino, aber ein herziger Film, wenn man mit Kindern ins Kino will.