Erkenntnisse zum Tag

  1. Manchmal macht einen die Arbeit blind für die Arbeit. Ich sitze ja seit Sonntag (mit Unterbrechungen…) an den letzten Änderungen im Buch, bevor ich es dann ins Korrektorat schicke. Und während ich so vor mich überlegt habe, ob es dieses „sagte er“ und jenen Beistrich noch braucht, da war ein Teil meines Gehirns mit der Entstehung des Buches beschäftigt. Wie anstrengend es zu schreiben war. Und auf einmal war mir klar – ich hab wieder dieses Gefühl, dass schlußendlich alles an dieser Geschichte eingerastet ist, dass jedes Puzzleteilchen seinen Platz gefunden hat. Es gibt Teile, die saugen mich rein. Es gibt Teile, die bringen mich zum schniefen. (Bin aber auch wirklich nah am Wasser gebaut und muss selbst bei Kinderfilmen heulen). Ich war nur so daran gewöhnt, dass ich noch nicht zufrieden bin … dass ich nicht bemerkt hab, dass die Geschichte mittlerweile über diesen Punkt hinausgewachsen ist. Phew.
  2. Bio-Apfelmus direkt aus dem Glas gelöffelt ist gesund und moralisch sicher zu bevorzugen, aber schlußendlich doch kein Ersatz für Nutella direkt aus dem Glas. Vor allem, wenn frau gerade Buch überarbeitet.
  3. Die Kommentare meiner Lektorinnen hätten eigentlich ein eigenes Buch verdient. Von Sorgen über den Beckenboden meiner Protagonistin bis hin zu Todesdrohungen an Adverbien ist alles dabei. 😉
  4. George Lucas steht auf meiner S***-List! … Ich bin sicher, das beschert ihm schlaflose Nächte. Dank ihm ist ein sehr relevanter, schwierig anders zu formulierender Satz komplett verbrannte Erde. Gnagnagna.

… braucht es ein ganzes Dorf.

Heute hab ich FM3 aus der zweiten (und letzten) Lektoratsrunde zurückbekommen. Als ich das Feedback durchgelesen habe, sind mir zwei Gedanken im Kopf herumgespukt: Ich bin ziemlich glücklich und ein wenig stolz, dass ich dieses Buchprojekt durchgezogen habe… Ich hab viel dabei gelernt, vor allem, weil es so schwierig zu schreiben war. Und ich bin unglaublich dankbar für die Hilfe, die ich in den letzten Monaten bekommen habe. Ohne die Menschen in meiner Umgebung hätte ich es nicht geschafft.

Kennt ihr dieses afrikanische Sprichwort, in dem es heißt, dass man, um ein Kind zu erziehen, ein ganzes Dorf braucht?

Ich denke, mit einem Buch ist es so ähnlich. Obwohl jeder Autor alleine schreibt, ist niemand eine Insel. 😉 … Und Bücher brauchen eine Menge Geburtshelfer.

Da ist Mr. Cole, der sich meine Plotideen geduldig anhört. Der auch nach der siebenundzwanzigsten Version nicht die Geduld verliert… obwohl Liebesromane jetzt nicht so richtig sein Ding sind. Der mir am Wochenende vor einer Deadline den Rücken frei hält und mich mit meinen Lieblingsstiften und Kaffee versorgt.

Da sind meine Freundinnen, die großzügig damit leben, dass ich manchmal so sehr in eine Idee vertieft bin, dass man mit mir über nichts anderes vernünftig reden kann. Dann gibt es tolle Menschen, die mir mit ihrem Fachwissen weiterhelfen: Eine Psychologin, ein Musiker, eine Intensivkrankenschwester, eine Zuckerbäckerin, eine Volksschullehrerin, ein Keramiker, eine Reitlehrerin.

Und die Bibliothekarin, die mir Fachbücher bestellt und meine Romane an Leserinnen empfiehlt. Mit der man herrlich über Bücher und übers Schreiben fachsimpeln kann.

Freunde und Bekannte, die meine Bücher lesen, weiterempfehlen und sogar verschenken. Köhlchen, der öfter mal nachfragt, ob ich mein Pensum für heute schon geschrieben habe. Der will, dass seine Hausübungen lektoriert werden. 😉 Der Abends beim Einschlafen immer Details zu meinen Drachen hören will, und ziemlich stolz ist, dass seine Mama „richtige“ Bücher schreibt.

Meine Testleserinnen… ohne die meine Bücher viel schlechter wären. Die mir ihr Feedback geben, die mitfiebern, die mich auf Fehler hinweisen und aufmuntern, wenns mit dem Schreiben mal nicht so gut geht. Menschen, die ich teilweise im „echten“ Leben gar nicht kennen, und die mir trotzdem übers Internet engelsgeduldig Fragen beantworten.

Menschen, die mir Emails schreiben und erzählen, dass sie beim Lesen weinen und lachen mussten, und dass meine Geschichte sie berührt hat. Bloggerinnen, die sich die Zeit nehmen, detaillierte und gut durchdachte Kritiken zu schreiben… es ist schwer zu erklären, wie viel mir das bedeutet.

Und dann natürlich „mein“ Team an Profis, das mich bei Lektorat, Korrektorat, Buchsatz und Grafik unterstützen, und mir mit ihrer ziemlich gnadenlosen Kritik dabei helfen, besser zu werden.

Vielleicht bin ich ein wenig emotional, weil sich die Arbeit an FM3 jetzt wirklich dem Ende zuneigt. Nur noch einmal durcharbeiten, ab ins Korrektorat … und dann ist es so weit!

An Tagen wie heute wird mir jedenfalls so richtig klar, wie viele tolle Menschen ich in meinem Leben habe, die mich beim Erzählen meiner Geschichten unterstützen. Ihr seid die Besten. Ich bin mir nicht sicher, womit ich euch verdient hab … aber ich bin froh, dass es euch gibt! Danke. Für alles. ❤

 

 

 

Darf ich vorstellen …

… FM3:

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7 Monate meines Lebens, 86.642 Wörter oder 243 Seiten…

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Seit Freitag hab ich es noch einmal komplett durchgearbeitet und viel zu wenig geschlafen. Bis mir Mr. Cole schon ungefragt halbstündlich Kaffee an den Schreibtisch geliefert hat. Einmal hat er mich beim Trinken beobachtet und gemeint: „Schmeckt man gar nicht, den Wodka, den ich dir in die letzten Tassen gekippt habe, oder?“
HarrHarr. 😉

Aber das Manuskript ist endlich fertig überarbeitet und seit soeben unterwegs zur fantastischen Andrea Weil, einer meinen beiden Lektorinnen, die die zweite Lektoratsrunde übernehmen wird.

Mal sehen, ob ich gut umgebaut habe. Ob noch irgendwo Nahtstellen sind. Ob meine Formulierungen passen. Welche Wortwiederholungen sie aufstöbert. Falls irgendwo im Text eine „Deckeldame“ vorkommt, liebe Andrea: Ich war das nicht. Word hat beschlossen, jeder Dackeldame ein „e“ zu spendieren.

Ich werd jetzt jedenfalls für ein paar Tage Urlaub machen, während Andrea sich mit der Machete durch den Text arbeitet. Gähn!

 

Samstag

Mr. Cole & Köhlchen sind auf wichtiger Mission: Sie testen heute, wie schnell das ferngesteuerte Auto in Omas Garten durch den Matsch driften kann. Wenn sie das erledigt haben, dann bauen sie eine Rampe für das Auto zum drüberspringen. Männersachen halt.

Mein Programm: Buch überarbeiten. Mit Katze und Kaffee. Bis jetzt läufts gut, fingers crossed. Auch wenn ich mir nicht sicher bin, wer die ganzen Fehler in diesem Text versteckt hat. Kann unmöglich ich geschrieben haben. 😉

whatidiot

grandios bis eher-nicht-so

Diese Sache mit zwei Hauptberufe funktioniert an manchen Tagen ganz grandios, an anderen eher nicht so.

Gerade wär ich im eher-nicht-so-Modus: Die Fotoprojekte stapeln sich bis zur Decke, FM3 soll nächste Woche in die zweite Lektoratsrunde gehen… und ich fühl mich so, als würde ich krank werden.

Naja. Ich trinke Ingwertee mit Honig und Zitrone und hoffe das Beste. Bei FM3 war ich schon fleissig, aber ich bin noch nicht zufrieden mit den Überarbeitungen. Manche Szenen hab ich umgeschrieben, ein paar neue eingefügt, andere Dinge sind rausgeflogen. Jetzt muss ich den Text nur noch so lange polieren, bis keine Brüche mehr zu sehen sind – und es so wirkt, als wär die Geschichte nie anders gewesen 😉

Aber jetzt nutzen Köhlchen und ich die Sonne und radeln zum Spielplatz… in Wien hat es unglaubliche 8 Grad, der Himmel ist blitzblau und die Vögel zwitschern. Luxus! Praktischerweise ist die Mama von Köhlchens Freund Intensivkrankenschwester, und beantwortet mir supergeduldig sämtliche Fragen, die man beim Bücherschreiben so haben kann. Gut für mich, nicht so gut für die Protagonisten in meinen Büchern. #evilgrin 😉

#workinprogress: FM3 & Drachen

Guten Morgen!

Mein supernetter Grafiker Paul hat mir gestern Abend noch eine weitere Variante geschickt – jetzt mit Wolken 😉 … Was meint ihr dazu?

zum Vergleich nebeneinander – ich denke, mir gefällt die neue Version besser. Aber eure Meinung würde mich sehr interessieren 🙂

 

Gestern habe ich ziemlich lange mit meiner Lektorin wegen der Drachensachen telefoniert. Susanne schreibt selbst auch – praktischerweise High Fantasy. Wir haben gemeinsam mein Projekt abgeklopft, und sie hatte ein paar großartige Anregungen und Einwände. Ich habe das Gefühl, meine Geschichte wird immer dichter, mein Worldbuilding logischer. Jetzt hab ich ein paar neu vollgekritzelte Seiten mit Ideen und Entwicklungen, die ich in den nächsten Tagen in den Plot einarbeiten werde. Und hab ich schon mal erwähnt, dass ich es kaum abwarten kann, wieder weiterzuschreiben? 🙂

Außerdem hab ich mit Mr. Cole die wissenschaftliche Seite meiner Drachensachen besprochen. Auch wenn das nicht vorkommen wird – mir ist es echt wichtig, dass alles auch im Hintergrund Sinn macht. Und es ist wirklich praktisch, einen Chemiker mit Vorliebe für Quantenmechanik im Haus zu haben. Zeitreisen, Dimensionssprünge, Giftcocktails, Energieebenen, Astralreisen, morphogenetische Felder: egal mit welchen Fragen ich ankomme, er hilft mir weiter.

Und während die ganzen neuen Infos in meinem Kopf vor sich hinblubbern, steht erst mal Fotoretouche und Überarbeiten von FM3 auf dem Programm. Meine Problemfälle für heute lauten wie folgt: 😉

Charlotte liebt den Packerlpostler

Ich liebe unseren Packerlpostler (=Paketbriefträger). Wann immer er auftaucht, gibts neues Lesefutter für mich!

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Vor einiger Zeit hab ich Dragonology: The Complete Book of Dragons auf Amazon entdeckt… irgendwie wars mir zu teuer. Aber dann, vor ein paar Wochen: Antiquarisch! Um 3 Euro! (na gut, plus 3 Euro Versand. Aber wir wollen jetzt hier nicht kleinlich sein.)

Und ahh … wie wunderschön dieses Buch gemacht ist: Mit Prägungen, partiellen Lackierungen und „Drachenhautmustern“, wissenschftlichen Zeichnungen, alten Landkarten, „Edelsteinen“, glänzenden Drachenaugen und einem „persönlichen Brief“ vom Verfasser… Köhlchen und ich sind hingerissen! 🙂

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Und ich kann es sogar argumentieren: Das ist Recherche für mein Buchprojekt. Also Arbeit! Dringend notwendige Arbeit.

In Punkto Arbeit an FM3 gehts auch gut voran: Ich hab übers Wochenende 36 Seiten überarbeitet. Das hört sich jetzt vielleicht nicht viel an – aber Lektorinnenkommentare lesen, nachdenken, umschreiben … das dauert. Schreiben fließt bei mir ganz natürlich dahin, wenns gut geht. Aber Überarbeiten ist irgendwie so, als hätte man plötzlich eckige Räder auf dem Wagen und müsste ihn aus dem Gatsch schieben. Dafür gehts jetzt eigentlich ziemlich gut. Und ich hab noch zwei Wochen, bis ich die Überarbeitungen in die nächste Lektoratsrunde schicken muss. Keeeein Problem. Hust.

Außerdem machens die Kommentare meiner Lektorin Susanne auch immer wieder recht vergnüglich 😉

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LOL! Naja, womöglich hatte sie hier recht … es wurde tatsächlich ein wenig viel geguckt.

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Darf ich vorstellen: Leopold Huckenweiler. Für seine Freunde schlicht Leo, der Große. Ein neuer Bewohner von Finley Meadows.

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Natürlich klickt Rouven! Was für eine Frage. 😉

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Yes! Das klingt fies, aber es gehört zu den richtig großartigen Sachen, wenn ich jemand zum Weinen bringen kann. Also mit meinen Büchern. Nicht im RL.

 

So, jetzt klemme ich mich wieder hinter meine Überarbeitung – Ich hab Kaffee, Schokolade und 4 Stunden, bevor ich Köhlchen von der Schule hole. Go, Charlotte, go!

FM3 Cover

Ich brauche eure Hilfe! Heute hab ich das Cover von meinem Grafiker bekommen. Was haltet ihr davon? Gefällt es euch?

„Küss mich einfach immer weiter“ erzählt die Geschichte von Adele, die zum Zeitpunkt des Buches schon über fünfzig ist. Ich wollte, dass man das auch am Cover sieht. Warum gibt es kaum Liebesromane mit älteren Heldinnen? Ich hoffe doch, dass das typische Liebesleben über vierzig nicht so komatös ist, wie der repräsentative Liebesromanmarkt. 😉

 

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Ich bin sehr gespannt auf eure Meinung – was sagt ihr zu dem Cover?