Wegen Renovierung geschlossen

Carl sah Jolanda nachdenklich an und schlug dann das Buch zu. “Herzen werden niemals praktisch sein, es sein denn, man könnte sie unzerbrechlich machen, sagt der Zauberer von Oz. Ich denke, er hat recht.”

Jolanda verzog ihr Gesicht zu einer Grimasse. “Aber manchmal sind sie wegen Renovierung geschlossen.”

#drachensachen #workinprogress

Endspurt

Falls ich zur Zeit eher ruhig bin und meine Antworten ein wenig länger dauern … bitte seht es mir nach. Die Drachen sind dabei, flügge zu werden. Ich gelobe Besserung, sobald das Manuskript im Lektorat ist. Bis dahin brauche ich jedes Futzelchen Energie für die kleinen Biester. 😉😘 #Buchprojekt #Autorenleben #Drachensachen

Plotting away.

Vor Kurzem hat mich eine kluge Frau gefragt, ob ich eine Pinnwand für mein nächstes Buchprojekt habe. Wo eine Übersicht der Handlungen, Personen, Motivationen und Querverbindungen drauf ist.

Hatte ich nicht… Nur Notizen, eine Playlist, ein Moodboard, ein paar Seiten zum  Wordbuilding – und einen grob geplanten Plot, der sich über mehrere Bücher streckt.

Bei Finley Meadows hat es auf diese Art und Weise eigentlich gut funktioniert. Aber bei meinen Drachen ist die Handlung dichter, viele Handlungsstränge laufen parallel, sind aber nicht immer sichtbar. Die Motivation der Protagonisten ist oft unklar, und wer eigentlich auf wessen Seite steht, ist fraglich. Den Überblick zu behalten ist also gar nicht so leicht – gerade wenn man Leser streckenweise im Unklaren lassen will. Die Handlungen der Personen muss für Leser ja im Nachhinein – mit dem neuen Wissen am Ende des Buches – auch noch Sinn machen.

Also dachte ich … Eigentlich eine gute Idee, das mit der Pinnwand. Deswegen hab ich eine (Glas)Wand in unserem Wohnzimmer zweckentfremdet.

Ich hab die Handlung grob auf die Haupt- und Nebencharaktere aufgeteilt, und ihre Motivationen, Gefühle und Ziele aufgeschrieben. Dabei sind neue Zusammenhänge aufgetaucht, die mir vorher nicht klar waren.

Und ich hab wieder festgestellt, wie sehr ich in dieses Buch verliebt bin. Und in meine Drachen. Ich bin gespannt, was sich beim Schreiben noch so entwickelt. Drachen sind nämlich ein wenig starrköpfig und schwer zu zähmen. 😉

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Erkenntnisse zum Tag

  1. Manchmal macht einen die Arbeit blind für die Arbeit. Ich sitze ja seit Sonntag (mit Unterbrechungen…) an den letzten Änderungen im Buch, bevor ich es dann ins Korrektorat schicke. Und während ich so vor mich überlegt habe, ob es dieses „sagte er“ und jenen Beistrich noch braucht, da war ein Teil meines Gehirns mit der Entstehung des Buches beschäftigt. Wie anstrengend es zu schreiben war. Und auf einmal war mir klar – ich hab wieder dieses Gefühl, dass schlußendlich alles an dieser Geschichte eingerastet ist, dass jedes Puzzleteilchen seinen Platz gefunden hat. Es gibt Teile, die saugen mich rein. Es gibt Teile, die bringen mich zum schniefen. (Bin aber auch wirklich nah am Wasser gebaut und muss selbst bei Kinderfilmen heulen). Ich war nur so daran gewöhnt, dass ich noch nicht zufrieden bin … dass ich nicht bemerkt hab, dass die Geschichte mittlerweile über diesen Punkt hinausgewachsen ist. Phew.
  2. Bio-Apfelmus direkt aus dem Glas gelöffelt ist gesund und moralisch sicher zu bevorzugen, aber schlußendlich doch kein Ersatz für Nutella direkt aus dem Glas. Vor allem, wenn frau gerade Buch überarbeitet.
  3. Die Kommentare meiner Lektorinnen hätten eigentlich ein eigenes Buch verdient. Von Sorgen über den Beckenboden meiner Protagonistin bis hin zu Todesdrohungen an Adverbien ist alles dabei. 😉
  4. George Lucas steht auf meiner S***-List! … Ich bin sicher, das beschert ihm schlaflose Nächte. Dank ihm ist ein sehr relevanter, schwierig anders zu formulierender Satz komplett verbrannte Erde. Gnagnagna.

Charlotte kaputt.

Heute hatte ich die Chance, eine Tag lang bei Georg in einem Keramik-Freidrehen-Workshop zu schnuppern. Ich durfte ihm ja schon mal beim Arbeiten über die Schulter schauen.

Ihr kennt das aus dem Fernsehen, wenn ein Töpfer einen Klumpen Ton auf die Scheibe wirft, und dann zipp-zapp-schnappdiwapp dreht sich da eine wunderschöne Vase?

Ha! Not.

Das ist wirklich, wirklich schwierig – der Ton hat einen eigenen Willen. Man braucht ziemlich viel Kraft. Der eigene Rücken bringt einen um. Es ist eine unfassbare Sauerei – man sieht aus wie eine verhaltensauffällige Dreijährige nach einem Matschbad. Ich hab schon lange nicht mehr so viele Erwachsene mit Erde im Gesicht gesehen 😉

Aber: Es macht echt viel Spaß. Man kommt superschnell in den Flow, wird mit seinen Gedanken in den Ton gesaugt und kann dann beinahe spüren, was das Material will.

Und ich habe jetzt das Gefühl, dass ich Jolanda (meine Heldin) besser verstehe. Ich wusste nur, dass sie Keramikerin ist. Aber nicht warum. Jetzt ist mir vieles über sie klar geworden, ihre Persönlichkeit hat ein paar neue Facetten bekommen, ein paar Dinge verschieben sich in der Handlung. Ich kanns kaum abwarten, bis ich wieder weiterschreiben kann!

Wenn jemand von euch Interesse an Keramik hat: Georg ist supernett und sehr geduldig, seine Kurse sind total entspannt. Kann ich nur empfehlen! 🙂

Locationscouting

Köhlchen und ich haben heute den regnerischen Nachmittag genützt, und ein wenig Locationscouting betrieben… Das Zisterzienserkloster Heiligenkreuz hat einen atemberaubend schönen Kreuzgang. Ich mag diese schlichten Klöster! Die Räume sind so schön, dass es eigentlich schon fast zu perfekt ist.

Mit einer Speicherkarte voller Bilder und einem Kopf voller Ideen arbeite ich weiter am #Herzensprojekt 😍


  
  

Die Choräle der Heiligenkreuzer Mönche sind übrigens ziemlich berühmt 🙂

Tage wie diese

Die letzten Tage waren so arbeitsintensiv – am Wochenende geht „Küss mich einfach immer weiter“ an meine Lektorin. Ich habe den Kopf kaum jemals aus meinem Text bekommen. Ich träume sogar schon von meinen Figuren, denke fast die ganze Zeit darüber nach … lese den Text, ändere Sachen – bis ich das Gefühl habe, dass alles einrastet.

Eigentlich sollte ich nach dem Mail an meine Lektorin Urlaub machen. Ich bin so richtig erschöpft.

Aber – gleichzeitig heißt es, dass ich endlich mit meinem neuen Projekt beginnen kann. Auf das ich schon seit Monaten hinfiebere. Das in meinem Kopf immer umfangreicher wird, immer mehr Details bekommt.

Ein wenig fühlt es sich an, als würde ich mich wehmütig aus einer alten Beziehung lösen, während ich schon in jemand anderen verliebt bin. Macht das Sinn?

Für mein nächstes Projekt hab ich sogar schon den Song gefunden, der das Gefühl des Buches perfekt verkörpert. Dass der Text auch noch Sinn im Kontext meiner Idee macht, ist ein Bonus.

Ich schreibe zwar meist bei Stille, verwende Musik aber oft, um mich ohne Umweg in die Stimmung zu bringen, die ich für die Geschichte brauche. Ich weiß, der Song ist schon älter… aber Musik hat ja – wie Bücher – ebenfalls kein Ablaufdatum 😉

(mit lyrics … aber ihr verpasst nicht viel, das Originalvideo ist nicht so richtig toll)