App-Tipp ;)

Eines der Dinge, die ich auf der Frankfurter Buchmesse entdeckt habe, ist LChoice. Und da bald Weihnachten ist und wir alle vermutlich in den nächsten Wochen (noch) mehr Bücher als üblich kaufen, möchte ich euch diese App vorstellen.

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Ich weiß ja nicht wies euch geht – aber durch eine Mischung aus Perma-Zeitmangel und akuter Faulheit bestelle ich ziemlich oft bei Amazon. Ich will jetzt nicht sagen, dass man das gar nicht darf (immerhin gibts meine Bücher ja nur dort, hüstel … 😉 ) – aber der lokale Buchhandel leidet zweifellos unter der Omnipräsenz des Internetriesen.

Enter LChoice: Einfach App installieren, Buchtitel, Autor oder ISBN eingeben, Details lesen … und dann in den Warenkorb legen.

 

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Der Clou an der Sache: die Bestellung landet bei einem Buchhändler nach Wahl ganz in deiner Nähe. Meinen Lieblings-Buchdealer habe ich ohne Problem in der Liste gefunden, und die erste Bestellung hat toll geklappt. Wenn man seinen Buchhändler nicht in der Liste findet, kann man ihm auch eine Einladung schicken, bei LChoice mitzumachen.

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Ich finde, das ist doch eine tolle Lösung. So bequem wie bei Amazon und man unterstützt dabei den örtlichen Buchhandel. Die App gibts für Android und Iphone, mehr Infos findet ihr hier.

Alle Bilder: (c) Apple AppStore/ LChoice

Sisyphos on Tour

Ich weiß nicht, wie sehr man das auch außerhalb der Selfpublisher-Szene mitbekommt, aber in den letzten Wochen gabs ein paar heiße Themen. Mit regelrechten Schlammschlachten und total unversöhnlichen Lagern.

1) Manche Autoren schreiben ab.
2) Amazon ist super/blöd
3) Lekorat ja/nein, Verlage sind böse/mein Traum

zu 1) Keine gute Idee. Allerdings sollte man sich mit Verdammungen vielleicht auch zurückhalten, wenn man die Hintergründe nicht kennt. So ein Leben bietet einen Menge Möglichkeiten, Fehler zu machen. Und fast jeder hat ein paar Sachen hinter sich, auf die er nicht stolz ist. Ich denke, jetzt über die betroffenen Autoren herzufallen, ist nicht unbedingt der beste Stil. Das wird vermutlich die Rechtsabteilung des betroffenen Verlages erledigen.  (Übringes frag ich mich, warum das ein Argument gegen Indies ist – wenn jemand

zu 2) ähm. ja. beides? Ich will einen Telefonjoker.

zu 3) wer da ein wenig nachlesen will, kann hier mal anfangen.

Wenn ich in meinem mittlerweile methusalemischen Alter von 35 eines gelernt habe, dann folgends: Lass die Leute reden. Mach dein Ding. Reg dich nicht auf, das kostet nur Energie und bringt nichts. Steck die Energie lieber in sinnvolle Dinge.

Was nicht heißt, dass es nicht Bereiche gibt, wo es durchaus angebracht ist, zu kämpfen. Aber Windmühlen sind wahrscheinlich der falsche Gegner.

Ich denke, dass meinen Büchern das Lektorat sehr gut tut. Ich sehe es auch als Investition in die Zukunft: Wenn meine Bücher so gut wie nur irgendwie möglich sind, dann kommen meine Leser (hoffentlich) beim nächsten Band wieder mit mir auf Kopfurlaub. Denn wer fährt schon mit jemandem auf Urlaub, dessen Gebrabbel keinen Sinn macht, und der Wörter falsch verwendet? (Außer, das passiert am Abend und es war Martini im Spiel.)

Ob andere Indie-Autoren das auch so sehen, ist mir irgendwie (positiv) egal. Es gibt solche und solche. Und ja klar, es gibt auch Bücher, die trotz Lektorat grauenhaft sind. Und Bücher, die ohne Lekorat sehr erfolgreich sind. Aber das heißt im Umkehrschluß für mich nicht, dass ich das Lektorat einfach sein lasse. Das Argument mancher Indies, dass die Leser nach einem schlechten Indie-Buch nie wieder zu anderen greifen … glaub ich nicht. Passiert ja bei Verlagsbüchern auch nicht. Nicht einmal bei Autoren, oder? Selbst wenn mir ein Buch mal nicht gefallen hat, kauf ich vielleicht trotzdem wieder eines von diesem Autor.

Und was diese Verlags-Sache angeht: Ich denke, das fast alle Indies einen Verlagsvertrag annehmen würden, wenn die Konditionen halbwegs passen. Auch wenn sie vorher behaupten, dass sie das niemals tun würden, weil Verlage moralisch eine Stufe unterhalb vom Herrn der Fliegen stehen. Klar verdient man als Indie pro Buch mehr, aber in den Buchhandlungen präsent zu sein, ist dafür auch wirklich schwierig. Und die eigene Marketing-Möglichkeiten sind auch deutlich geringer. Ist da vielleicht manchmal ein wenig Futterneid im Spiel? Oder gekränkter Stolz?

Ich verteile jetzt mal ein wenig Gelassenheit im Äther, vielleicht breitet er sich ja aus. Jeder soll die Bücher schreibe, die er will. Qualität setzt sich nicht immer durch- leider. Es gibt viele tolle Indie-Bücher … und auch sehr viele schlechte. Es gibt in den Verlagsprogrammen tolle Bücher und auch viel Schrott. Und sehr viele Gründe bei einem Verlag zu sein – oder eben auch nicht. Das alles sind persönliche Entscheidungen und Geschmackssache. Klar kann man über alles diskutieren, aber man muss dabei nicht unflätig werden.

Oder wie Hortensia sagen würde: Contenance.
Oder, ums mit der besten Band der Welt zu sagen: