Sprühkerzen, Mammuts, Phosphene & die Inquisition

Die letzte Woche war eine gute Woche. Wir haben Köhlchens Geburtstag gefeiert – eine Menge Geschenke, Parisercreme-Schokoladenüberdosis-Kuchen (vom Geburtstagskind bestellt) und Thymian-Heidelbeer-Galette (für die Erwachsenen). Geschenke, Sprühkerzen, Luftschlangen, ein Nachmittag mit Familie & Freunden, Kaffee, Gelächter und dann – ein ruhiger Abend. Ahh.

Ich hab eine Menge geschrieben und fotografiert (in meinem Zweitberuf als Fotografin). Außerdem bin ich gerade dabei mein Schreibbüro/Fotostudio neu zu sortieren … da ich mich als Fotografin auf Food spezialisiert hab, gibt es nicht nur die übliche Technik und Hintergründe, sondern auch Gewürze, Servietten, Teller, Schüsseln, Tischtücher, Gläser, Besteck, nach Kategorien und farblich sortiert … dazu dann der übliche Bürokram, eine Buchecke mit Kunstbänden, Kochbüchern und Büchern übers Schreiben, meine Notizbücher & Bulletjournals – das Mammutprojekt nimmt zwar langsam Formen an, aber ich werde vermutlich noch ein paar Tage daran arbeiten. Podcasts und Hörbücher passen da: perfekt. Ich bin nahezu wieder up to date, was meine Lieblingspodcasts angeht. Hörbücher sind ja eher so wie ihre greifbaren Kollegen: völlig unmöglich, jemals ans Ende der TBR-List zu gelangen. Gottseidank! 😉

51lndk3regl-_sx330_bo1204203200_

Speaking of books … in meiner guerilla library ist vor einiger Zeit dieses Buch über die Inquistion aufgetaucht: Als die Kirche Gott verriet. Da in meinem Drachenbuch auch eine Hexe vorkommt, dachte ich, jetzt wäre doch ein guter Zeitpunkt, es zu lesen. Der Tonfall des Buches ist aber relativ schnell gekippt – die persönliche Weltanschauung der Autoren war an vielen Stellen deutlich zu spüren, und das tut keinem historisch-faktischen Sachbuch gut. Also hab ich nach einem Abend und der Hälfte des Buches Tante Google befragt und rausgefunden, dass beide Autoren Verschwörungstheoretiker sind. Ihr erstes Buch handelt von der These, dass Jesus niemals am Kreuz gestorben ist, sondern statt dessen Maria Magdalena geheiratet und mit ihr Kinder in die Welt gesetzt hat. Die Nachkommen dieser Kinder leben heute noch auf dieser Erde, und zwar in Frankreich, allesamt Adelige im Geschlecht der Merowinger. Interessanterweise hat Dan Brown diese Theorie für eines seiner Bücher verwertet – was zu jahrelangen Prozessen zwischen ihm und den beiden Autoren Baigent/Leigh geführt hat. Das Hintergrundwissen hat mein Vertrauen in das Buch auf meinem Couchtisch nicht unbedingt verstärkt. Nachdem ich eine echte Schwäche für den genialen Irrsinn von Verschwörungstheorien habe, hab ich das Buch trotzdem fertig gelesen … leider weit und breit keine Aliens, Reptiloiden oder Merowinger, seufz. Morgen wandert es wieder in den Bücherkasten vor meiner Gartentüre. 😉

Außerdem hab ich hab diese Woche ein neues Lieblingswort gefunden: Phosphene (v. griech. φῶς „Licht“ und φαίνειν „erscheinen“) sind Lichtwahrnehmungen, die nicht durch Licht, sondern durch andere Reize auf das Auge, den Sehnerv oder den visuellen Cortex im Gehirn erzeugt werden. (Wikipedia) Diese bunten Lichtflecken, die ihr seht, wenn ihr euch die Augen reibt? Die haben einen Namen. Wunderbar!

 

 

 

Don´t call me Baby.

Neulich hab ich mit einer Freundin darüber philosophiert, wie lange es eigentlich schon her ist, seit wir mal aus waren. So richtig – mit härteren Getränken als Orangensaft („ich muss noch fahren“), länger als bis 22.00 Uhr („ich muss morgen arbeiten“) und unbedingt inklusive beim Tanzen einmal komplett auszurasten. Ergebnis: Keiner von uns kann sich erinnern. Wie glamourös!

Als working mum oszilliert das Leben zwischen Kinderarztterminen, Hausaufgaben, Einkauf und … Arbeit. Wenn ich abends nicht grad weiterschreibe oder Fotos retouchiere, kollabiere ich im Kuschelpulli am Sofa und versuche genug Gehirn zusammenzukratzen, um einer meiner Lieblingsserien zu folgen.

Weil das entschieden zu unspektakulär und realistisch für unseren Geschmack war, haben wir auf die bewährten Methode der Rentner zurückgegriffen: Wir haben uns über die gute, alte Zeit unterhalten. Als wir noch jünger waren, und Begriffe wie „Elternabend“ und „Stromanbieterwechsel“ noch nicht den selben Horror bereithielten.

Was uns recht schnell zu den allerschlechtesten Anmachsprüchen gebracht hat, die wir jemals erlebt haben. Das war so lustig, dass ich dachte, ich werfe mit einem Stöckchen.

Was war der schlimmste Anmachspruch, den du jemals gehört hast? Alternativ – was war die kitschigste Aufriß-Szene in Buch, Film oder Serie, die dich eher zum Lachen gebracht hat?

Ich fang mal an: Ein selbsterklärter Adonis war nicht davon abzubringen, dass ich wohl die Frau seines Lebens bin. Mit rotgeädertem Auge und nicht mehr ganz so kontrollierter Motorik, dafür aber in tiefstem Wiener Dialekt hat er alles drangesetzt, mich zu überzeugen. Unter anderem mit: „Baby, jede Sekunde mit dir ist kostbar.“ Ich hab fast einen Lachkrampf bekommen. Ernsthaft? Wobei sich die volle Schönheit dieses Spruchs erst im Wiener Dialekt erschließt. Dann klingt es nämlich wie: „Bäbäääh, jädä Seguhndä mid diaa is gostbaahr.“ ROFL.

Auch sehr schön, kenn ich aber nur vom Hörensagen: „Na, Puppä, gemma auf a Suppä?“ („Holde mein, kann ich dich vielleicht von der gemeinsamen Konsumation einer flüssigen Vorspeise überzeugen?“)

Also los, Mädels – raus mit den übelsten Sprüchen aller Zeiten.

Ich werfe das Stöckchen mal zu MsMedlock. Nach ihren Antworten beim #liebsteraward bin ich fast sicher, dass sie was Schräges beisteuern kann und das Stöckchen würdig weiterwirft.

An alle anderen: tobt euch in den Kommentaren aus!

Und in Punkto übel: Dieses. Video. 😉