Bill Bryson – Notes From A Big Country

Ich bin ein großer Fan von Bill Bryson. Die Art, wie er sich ironisch-charmant durch seine Abenteuer grantelt, wäre ja alleine schon wert, gelesen zu werden. Dass er es auch noch mit offensichtlich tief empfundener Liebe zur Sprache tut, macht seine Bücher für mich zum Muss.

Dieses hier habe ich mir vor Ewigkeiten mal als Leseprobe auf den Kindle geladen und im Jänner zu lesen begonnen. Als ich mir dann den Rest des E-Books kaufen wollte, habe ich festgestellt, dass der Titel geändert wurde – vom ungleich besseren „I´m a stranger here myself“ zu „Notes from a big country“, was wohl an sein erstes (und erfolgreichstes) Buch erinnern soll.

Wie auch immer – wenn ihr nach einem unterhaltsamen Buch sucht, das kluge Beobachtungen mit Menschenkenntnis, feinem Humor und einem Sinn fürs Skurrile mischt, dann seid ihr bei Bill Bryson richtig. Hier sinniert er über die Unmöglichkeit, nach Hause zu kommen. Nach Jahren in England zieht er samt (britischer) Frau plus Kindern wieder nach Amerika und stellt fest, dass sich vieles geändert hat und nicht mehr so ist, wie in seiner Kindheit.

Viel mehr noch verwundert ihn aber, wie sehr er selbst sich verändert hat. Vieles, das ihm einmal ganz normal erschien, hat durch die Jahre im Ausland eine neue Perspektive erhalten.

Mittlerweile ist er übrigens reumütig wieder nach England zurückgekehrt und hat bereits ein neues Buch darüber geschrieben. Das ich demnächst lesen werde. 😉

#Autorenwahnsinn, Tag 28: Das fliegende Klassenzimmer

Tag 28: Mit welchen Autoren tauschst du dich aus? Wer sind deine Schreibbuddys?

Am Wichtigsten ist mein Mann, der Romanheldenvorlage, bester Freund und Ratgeber in Personalunion ist. 

Außerdem spreche ich mit meinen beiden Lektorinnen, die selbst auch schreiben. Mit einer (weiteren) supernetten Lektorin, die mir aus purer Herzensgüte via Internet ihr Ohr leiht und engelsgeduldig Fragen beantwortet. 

Und mit meinen großartigen Freundinnen und Testleserinnen … ohne die ich verloren wäre. 🙂

#Autorenwahnsinn, Tag 26: Charlie und die Schokoladenfabrik

Tag 26: Zeig uns den Instagram-Account eines befreundeten Autors.

Puh, das ist schwierig …  Ich kann euch drei Blogs von sehr netten Autoren/Autorinnen nennen, mit denen ich entweder per Mail Kontakt hatte oder die ich auch IRL schon getroffen habe. Gilt das? 😉

Susanne Pavlovic, einer meiner Lektorinnen – sie lektoriert nicht nur, sie schreibt auch selbst ganz großartige Fantasy-Romane und hat dafür sogar schon den deutschen Phantastik-Preis abgestaubt. Ist das cool, oder ist das cool?

Andrea Weil, meine zweite Lektorin … sie schreibt ebenfalls selbst, sowohl Fiktion als auch journalistisch. Ich bin schon total gespannt auf ihr neuestes „Buchbaby“! 🙂

Jonas Torsten Krüger, den ihr auf seinem Blog nicht nur beim Schreiben „beobachten“ könnt … nein, er gibt euch auch noch gute Tipps. Nicht schlecht!

Darfs ein bisserl mehr sein?

Neulich drüber gestolpert: https://www.boersenblatt.net/artikel-nina_george_ueber_die_stellung_der_frauen_im_literaturbetrieb.1272531.html

Das ist, mit Verlaub, eine Sauerei. Zwar – zugegebenermaßen – eine Sauerei, die mich als U-Indie-Autorin nicht so wirklich betrifft, da ich nicht aktiv auf Verlagssuche bin und meine Bücher auch nicht unbedingt Hochliteraturpreismaterial sind.

Aber: es gibt kaum etwas, das mich mehr aufregt, als systemimmanente Diskriminierung. Auch weil es verflixt schwer ist, dagegen aufzutreten, ohne die Augen der Zuhörer vor Langeweile glasig werden zu lassen. Wenn diese Ungerechtigkeit dann in Bereichen auftritt, wo man echt Besseres erwarten können, ist es doppelt bitter. Shame on you, Literaturbetrieb.

Die Mehrheit der Bücher wird übrigens von Frauen gekauft und gelesen. Ohne uns wäre es ob der unbezahlten Stromrechnung recht schnell finster in den heiligen Hallen der Selbstbeweihräucherung.

Gartenzwergs Winterquartier 

Köhlchen liebt Geschichten über meinen Großvater, seinen Urli. Ich kann mir kaum vorstellen, dass er noch viele Erinnerungen an ihn hat, denn mein Großvater ist gestorben, als Köhlchen erst vier Jahre alt war. Vielleicht spürt er einfach, wieviel mein Großvater mir bedeutet hat – und dass er mir immer noch fehlt.

Gestern habe ich Köhlchen (als mir die Geschichten ausgegangen sind) erzählt, dass die Gartenzwerge, die neben seiner Sandkiste im Garten stehen, von meinen Großeltern stammen. Und sie deswegen einen Ehrenplatz dort haben.

Natürlich musste er gleich nachschauen gehen. Ein paar Minuten später war er wieder da – mit drei sandigen Gartenzwergen im Arm. Das wohl unvermeidliche Schicksal von Gartenzwergen neben einer Sandkiste, in der Sand gelegentlich tief fliegt.

Naja. Köhlchen wollte sie unbedingt waschen – in der Küche. Ich hab ihn davon überzeugt, dass Gartenzwerge eine richtige Dusche viel mehr genießen. Und das haben sie dann auch – ein Gartenzwerg Spa Day! 😉

Ich dachte ja, die Gartenzwerge wandern danach wieder raus in den Garten. Aber wie sich herausgestellt hat, mögen Gartenzwerge keine Kälte. Wusstet ihr das? Die armen Zwerge frieren den ganzen Winter lang, weil gedankenlose Menschen (wie ich) einfach davon ausgehen, dass sie als magische Gartenbewohner ohnehin frostresistent sind.

Was soll ich sagen: Falsch gedacht. Eigentlich und ursprünglich kommen Gartenzwerge aus dem Märchenland. Dort friert es nicht, es sei denn, man will es. Und Gartenzwerge wollen das nicht, ganz ohne Zweifel.

Also: Keine Orchidee mehr auf meinem Badezimmerfensterbrett. Dafür drei Gartenzwerge, die dort (zugegebenermaßen) recht zufrieden wirken. Und auch einen viel besseren Ausblick auf die Nachbargärten haben. Gartenzwerge sind nämlich vermutlich auch dem Tratsch nicht abgeneigt. Erzählt man sich so. 😉

Aber das Glück des einen ist das Unglück des anderen: Die Orchidee fühlte sich wohl ungeliebt und verstoßen – und hat sich in einem Augenblick tiefer Verzweiflung von ihrem neuen Fensterbrett in die Tiefe gestürzt. Der Kater saß daneben und hat es genau gesehen, konnte die Pflanze aber leider nicht mehr daran hindern. Er war tief betroffen. Und total überrascht ob der Tatsache, dass Blumen von Fensterbrettern springen, ganz ohne Fremdeinwirkung. So wie ich auch. Wer hätte das gedacht?

Wenn ihr mich jetzt entschuldigt: Ich muss einen neuen Übertopf für die Orchidee suchen. Im Gartenschuppen. Draußen. Ihr wisst schon: Wo es so kalt ist, dass man nichtmal einen Gartenzwerg vor die Tür jagt.