Klischees und Negligees

Vor meinem Urlaub bekam ich ein Mail von einer netten Dame, die nach ein paar sehr netten Komplimenten zu meinen Büchern vorgeschlagen hat, einen meiner Liebesromane mal nicht happy enden zu lassen. Das wäre doch mal was anderes.

Naaaaja. So sehr ich auch der Meinung bin, dass man Klischees meiden sollte, wann immer möglich – das Happy End ist nunmal eine der die allerwichtigste Konvention des Genres. Wir lesen (und schreiben) diese Bücher, weil der Weg beim Liebesroman defintiv das Ziel ist.

Dass man Liebesromanen dadurch eine gewisse Vorhersehbarkeit vorwerfen kann, ist nicht abzustreiten. Aber für Liebesromanliebhaberinnen wie mich spielt das keine große Rolle. Eine gut geschriebene Schnulze ist trotzdem spannend. Man fragt sich zwischendurch immer wieder, ob die Heldin den Helden kriegt. Man leidet mit, selbst wenn man weiß, dass sich die zwei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in den Armen liegen werden.

Mit Klischees generell ist es ja so eine Sache – und das nicht nur in Büchern. In letzter Zeit wurde ich öfter mal gefragt, ob das Leben von Autoren glamourös ist. Treffen wir andauernd Berühmtheiten und hängen mit anderen Autoren ab? Und ob – zwinker, zwinker – die „interessanten“ Stellen in meinen Büchern autobiografisch sind, weil sie doch so lebensecht rüberkommen? Err …

Jenna Morecis youtube Kanal ist Hinblick auf Buchklischees defintiv einen Besuch wert, ich musste ein paar Mal wirklich lachen. Die meisten ihrer Pet Peeves könnte man auf rüschige Zierkissen sticken und an Liebesromanautorinnen verteilen. Weil Liebesromanautorinnen natürlich alle rosa rüschige Zierkissen daheim haben. Nur dann wird man in den geheimen Club aufgenommen!

Und weil wir schon bei den Bekenntnissen sind: Wir Liebesromanautorinnen tragen alle ständig durchsichtige Negligees beim Schreiben. Und diese Pantoletten mit Absatz und Puschel. Beim Tippen schlürfen wir literweise rosafarbene Cocktails, aber ausschließlich durch Strohhalme. Ihr wisst schon, die mit dieser glitzernden Palme drauf. Wir sind auch alle superdünn, superblond, supernett und superhübsch. Und klug! Wirklich! Moment, mein sixbepackter Butler bringt mir gerade ein Silbertablett mit handgeschnitzten Melonenkügelchen.

Natürlich ist jede erotische Szene in meinen Büchern ABSOLUT autobiografisch, bis ins kleinste Detail. Wie auch Thriller-Autoren allesamt Psychopathen sind, die in der Garage an wehrlosen Opfern rumsäbeln und Horror-Autoren als Grundvoraussetzung Meister der dunklen Magie sein müssen, die morgens schon ein Huhn köpfen, bevor sie sich an den Computer setzten. Nur so als Hinweis, falls ihr mal bei Stephen King oder Sebastian Fitzek eingeladen seid: Geht. nicht. in. den. Keller. Ihr wurdet gewarnt. 😉

 

Endspurt

Falls ich zur Zeit eher ruhig bin und meine Antworten ein wenig länger dauern … bitte seht es mir nach. Die Drachen sind dabei, flügge zu werden. Ich gelobe Besserung, sobald das Manuskript im Lektorat ist. Bis dahin brauche ich jedes Futzelchen Energie für die kleinen Biester. 😉😘 #Buchprojekt #Autorenleben #Drachensachen

Darfs ein bisserl mehr sein?

Neulich drüber gestolpert: https://www.boersenblatt.net/artikel-nina_george_ueber_die_stellung_der_frauen_im_literaturbetrieb.1272531.html

Das ist, mit Verlaub, eine Sauerei. Zwar – zugegebenermaßen – eine Sauerei, die mich als U-Indie-Autorin nicht so wirklich betrifft, da ich nicht aktiv auf Verlagssuche bin und meine Bücher auch nicht unbedingt Hochliteraturpreismaterial sind.

Aber: es gibt kaum etwas, das mich mehr aufregt, als systemimmanente Diskriminierung. Auch weil es verflixt schwer ist, dagegen aufzutreten, ohne die Augen der Zuhörer vor Langeweile glasig werden zu lassen. Wenn diese Ungerechtigkeit dann in Bereichen auftritt, wo man echt Besseres erwarten können, ist es doppelt bitter. Shame on you, Literaturbetrieb.

Die Mehrheit der Bücher wird übrigens von Frauen gekauft und gelesen. Ohne uns wäre es ob der unbezahlten Stromrechnung recht schnell finster in den heiligen Hallen der Selbstbeweihräucherung.

Gartenzwergs Winterquartier 

Köhlchen liebt Geschichten über meinen Großvater, seinen Urli. Ich kann mir kaum vorstellen, dass er noch viele Erinnerungen an ihn hat, denn mein Großvater ist gestorben, als Köhlchen erst vier Jahre alt war. Vielleicht spürt er einfach, wieviel mein Großvater mir bedeutet hat – und dass er mir immer noch fehlt.

Gestern habe ich Köhlchen (als mir die Geschichten ausgegangen sind) erzählt, dass die Gartenzwerge, die neben seiner Sandkiste im Garten stehen, von meinen Großeltern stammen. Und sie deswegen einen Ehrenplatz dort haben.

Natürlich musste er gleich nachschauen gehen. Ein paar Minuten später war er wieder da – mit drei sandigen Gartenzwergen im Arm. Das wohl unvermeidliche Schicksal von Gartenzwergen neben einer Sandkiste, in der Sand gelegentlich tief fliegt.

Naja. Köhlchen wollte sie unbedingt waschen – in der Küche. Ich hab ihn davon überzeugt, dass Gartenzwerge eine richtige Dusche viel mehr genießen. Und das haben sie dann auch – ein Gartenzwerg Spa Day! 😉

Ich dachte ja, die Gartenzwerge wandern danach wieder raus in den Garten. Aber wie sich herausgestellt hat, mögen Gartenzwerge keine Kälte. Wusstet ihr das? Die armen Zwerge frieren den ganzen Winter lang, weil gedankenlose Menschen (wie ich) einfach davon ausgehen, dass sie als magische Gartenbewohner ohnehin frostresistent sind.

Was soll ich sagen: Falsch gedacht. Eigentlich und ursprünglich kommen Gartenzwerge aus dem Märchenland. Dort friert es nicht, es sei denn, man will es. Und Gartenzwerge wollen das nicht, ganz ohne Zweifel.

Also: Keine Orchidee mehr auf meinem Badezimmerfensterbrett. Dafür drei Gartenzwerge, die dort (zugegebenermaßen) recht zufrieden wirken. Und auch einen viel besseren Ausblick auf die Nachbargärten haben. Gartenzwerge sind nämlich vermutlich auch dem Tratsch nicht abgeneigt. Erzählt man sich so. 😉

Aber das Glück des einen ist das Unglück des anderen: Die Orchidee fühlte sich wohl ungeliebt und verstoßen – und hat sich in einem Augenblick tiefer Verzweiflung von ihrem neuen Fensterbrett in die Tiefe gestürzt. Der Kater saß daneben und hat es genau gesehen, konnte die Pflanze aber leider nicht mehr daran hindern. Er war tief betroffen. Und total überrascht ob der Tatsache, dass Blumen von Fensterbrettern springen, ganz ohne Fremdeinwirkung. So wie ich auch. Wer hätte das gedacht?

Wenn ihr mich jetzt entschuldigt: Ich muss einen neuen Übertopf für die Orchidee suchen. Im Gartenschuppen. Draußen. Ihr wisst schon: Wo es so kalt ist, dass man nichtmal einen Gartenzwerg vor die Tür jagt.

 

Drachen im Bikini

Heute war ich mit einer lieben Freundin Mittagessen (indisch: ziemlich leckeres Dhal mit fluffigem Naan, und danach eher merkwürdiges Pistazieneis).

Meine Freundin ist eine der Gründerinnen und kreatives Mastermind von Margaret & Hermione, einem ökologischen Bademodenlabel. Alte Fischernetze, die in den Weltmeeren treiben und das Leben von Walen, Delphinen und anderen Meereslebewesen gefährden, werden eingesammelt und zu bunten Stoffen recycelt. Wie cool ist das?

Jedenfalls hab ich sie über mein streng geheimes Buchprojekt und mein Drachenbuch vollgelabert, bis sie vermutlich beinahe vor Langeweile in ihr Gemüsecurry gekippt wäre (und nur zu nett war, um das zu sagen) … Und dann hat sie mir das neueste Video ihres Modelabels gezeigt, das ich total süß finde.

Es sind zwar keine Drachen drin, aber zumindest Dinosaurier. Und Drachen sehen in Bikinis vermutlich sowieso merkwürdig aus. 😉

 

Vorsätze

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch, meine Lieben. Danke für eure Unterstützung im letzten Jahr und eure lieben Mails! Ihr seid der Grund, warum ich meinen Traum leben und Bücher schreiben darf. Dafür kann ich gar nicht oft genug danke sagen: Danke, danke, danke. ❤

Habt ihr eigentlich Vorsätze fürs neue Jahr? Ich verrate euch mal drei von meinen … 😉

Armstrong: Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond

Eines der Bücher, die Köhlchen dieses Jahr unter dem Weihnachtsbaum gefunden hat: Armstrong – Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond von Torben Kuhlmann,  der nicht nur Autor, sondern auch Illustrator dieses wunderschönen Buches ist.

Wo alle Mäuse fest davon überzeugt sind, dass der Mond aus Käse besteht, da zweifelt eine Maus. Und sie macht sich auf den Weg, es den anderen zu beweisen: Sie wird zum Mond reisen!

Die Geschichte begleitet die kleine Maus dabei, wie sie sich auf diese große Reise vorbereitet, mit Rückschlägen fertig werden muss und sich schließlich daran macht, als  erste Maus den Mond zu betreten ….

Ob sie es schafft, werde ich nicht verraten. 😉 Aber: Ich kann dieses Buch nur empfehlen – eine tolle Geschichte und liebevolle Illustrationen machen dieses Buch zu etwas ganz Besonderem. Die beiden anderen Bücher des Autors („Lindbergh“ und „Maulwurfstadt“) stehen jedenfalls schon auf Köhlchens Wunschliste.