Tall, dark, handsome … und grunzt.

DER amerikanischer Heftromanverlag hat sich die Frage gestellt, was wohl passieren würde, wenn der (nicht so gesprächige) Held aus einer ihrer Vikinger-Schnulzen auf ein Date gehen würde.

Ihr wisst schon – einer dieser 2-Meter-Männer vom Coverfoto mit Muskeln aus Stahl, dem der nordische Wind das Hemd vom Brustkorb gerissen hat … und der üblicherweise gerade eine dahinschmelzende Frau mit vollem Einsatz vor Bodenkontakt bewahrt? Hier bleibt er mal angezogen – und geht bowlen. 😂😉

Qualitätsjournalist vs. Schundautor

Auf wenn mich der herablassende Tonfall stört, fand ich diesen (schon etwas älteren) Artikel hier sehr interessant: Dieter Walter, ein Autor von Groschenromanen, erzählt von seiner Arbeit.

Okay, bei „Manche Sachen könne man heute nicht mehr schreiben: „Die Frau steht am Herd und macht den mittleren Ring auf – solche Herde kennt ja keiner mehr. Heute haben die alle Waschmaschinen und Trockner und alle möglichen Geräte.“ Moderne Frauen also.“ musste ich echt lachen.

Aber ansonsten sagt der nicht wahnsinnige subtile Spott des Journalisten mehr über ihn als über den Autor der „Schundheftchen“aus, denke ich. Ich sehe es eher so wie Dieter Walter – diese Einteilung in E und U ist einschränkend bis beschränkt. Groschenromane haben auch ihre Daseinsberechtigung – in meinem öffentlichen Büchertauschkasten gehört die Heftromanabteilung zu den beliebtesten, und schenkt vielen Leserinnen schöne Stunden. Dagegen ist doch nichts zu sagen.

Niemand will schließlich jeden Tag Haubenküche. Manchmal braucht man einfach einen fetten Hamburger. 😉

Eine Zumutung.

Hab ich gestern in der Welt gelesen und musste dabei schmunzeln:

(…) Die Autorenlesung ist für alle Beteiligten eine Zumutung. Der Zuhörer muss sich sklavisch einem fremden Leserhythmus beugen. Er kann langweilige Passagen nicht überspringen, nicht kurz mal in die Küche gehen oder die Lektüre diskret abbrechen, ohne Gefühle zu verletzen. Sie sind gezwungen, den Autoren zuzuhören, von denen viele leider nur sehr schlecht vorlesen können und älter und dicker als gedacht sind, und erschreckend uncharismatisch sowieso. Fast nie sind sie so interessant wie ihre Figuren.

😉

https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article158105023/Warum-gibt-es-eigentlich-noch-Autorenlesungen.html via publishernews

Simon Says… ;)

Simon Segur wurde absolut verdienterweise für den LiebsterAward nominiert, und hat im Anschluss ein paar Fragen wie philosophisches Konfetti in den digitalen Raum geworfen. Wer kann da schon widerstehen … vor allem, wenn man auch noch so nett namentlich erwähnt wird? Ich jedenfalls nicht.😉

  1. Welches Buch möchtest du auf jeden Fall noch schreiben?Ein perfektes. Und weil das nahezu unmöglich ist: Einen Thriller. Ich hab im Frühling eine Kurzgeschichte für einen Wettbewerb geschrieben und festgestellt, wie viel Spaß das mir macht.
  2. Wie ist der Titel deines Blogs entstanden?Charlotte Cole war schon vergeben… und da ich mein erstes Buch in der ersten Version eigentlich auf Englisch geschrieben hatte – CharlotteColeWrites.
  3. Mit was haben die schönsten Momente deines Lebens eher zu tun: Menschen, Natur, mit dir selbst?Die Fähigkeit Glück, Liebe oder Zufriedenheit zu empfinden liegt im Selbst, und hängt viel weniger von äußeren Umständen ab, als man gemeinhin denkt. Viele Menschen sind von Perfektion und Glück umgeben, ohne es zu sehen. Zufriedenheit, die Fähigkeit sich zu wundern und Glück sind immer (auch) eine persönliche Entscheidung.
  4. Was wäre anders an deinem Leben, wenn sicher wäre: Es gibt einen Gott.Glaube ist doch eine Art von Wissen, das auf einer erfühlten, aber nicht beweisbaren Existenz beruht. Ich denke ehrlich nicht, dass ein wissenschaftlicher Beweis relevant wäre – der könnte nämlich diese Art von Glauben nicht herstellen, und Wissen hilft da ausnahmsweise mal auch nicht weiter.
  5. Glaubst du an das Konzept „Gesamtkunstwerk“? Wenn ja, welches Werk kommt dem am nächsten?Vermutlich Menschen wie Lady Gaga oder Dita von Teese, die ihre Persönlichkeit zu einem erweiterten Kommentar ihrer Kunst werden lassen.
  6. Was ist das größte Problem bei jeder Kommunikation?
    Dass es keinen zweiten Menschen auf dieser Welt gibt, der die Realität in der gleichen Art und Weise erlebt wie man selbst. Wir leben alle in verschiedenen Welten. Kommunikation ist lediglich die beste Krücke, die wir haben.
  7. Wenn du dich mit irgendeinem Musiker/Maler/Schriftsteller (egal ob lebend oder tot) treffen könntest, wer wär’s?Jane Austen, Patrick Süskind, Stephen Colbert, Macy Grey, Stephen King, Julianne Moore, OK go… und diese Liste ließe sich beliebig lang erweitern. Die Welt ist voll von faszinierenden Menschen.
  8. Dein erstes großartiges Leseerlebnis?
    Die unendliche Geschichte.
  9. Welches sind für dich die zentralen Themen jedweder Kunst?
    Ich denke, dass durch die Beschränktheit der eigenen Wahrnehmung schlußendlich jeder Künstler immer nur über sich selbst erzählt. Etwas anderes hat er nicht.
  10. Welche Frage passt auf deine persönlich „42“-Antwort?
    Die richtigen Fragen sind viel wichtiger als die richtigen Antworten. Und auf die richtig wichtigen Fragen gibt es keine Antworten. Deswegen ist 42 so eine großartige Antwort.
  11. Würdest du für ein richtig, richtig gutes Buch von dir einen Finger hergeben?Nein. Weil – nach dem Buch ist vor dem Buch. Wie deprimierend muss es sein, das perfekte Buch geschrieben zu haben und zu wissen: Das war nicht aus eigener Kraft, das ist nicht reproduzierbar … ab jetzt gehts zwangsläufig bergab? Ich werde lieber weiterhin ganz konventionell alle zehn Finger und ein klein wenig Gehirn auf den Versuch verwenden, richtig gut zu schreiben.😉

Schreib doch mal mit Hemingway

„All good books are alike in that they are truer than if they had really happened and after you are finished reading one you will feel that all that happened to you and afterwards it all belongs to you; the good and the bad, the ecstasy, the remorse and sorry, the people and the places and how the weather was.“

„…writing is something that you can never do as well as it can be done. It is a perpetual challenge and it is more difficult than anything else that I have ever done – so I do it. And it makes me happy when I do it well.“

Tipps von Mr. Hemingway, fürs schreibende Volk unter euch: http://www.inc.com/glenn-leibowitz/the-9-best-tips-on-writing-from-ernest-hemingway.html