Welcome Home, Baby

Ich arbeite wieder an meinen Drachen, nachdem ich in letzter Zeit hauptsächlich fotografiert und den Buchstart von FM4 betreut habe. Wer von euch schreibt, der kennt das vielleicht: Pausen sind eigentlich das Schlimmste, was man dem Buch-im-Entstehen antun kann. Man verliert die Verbindung zu der Geschichte, den Figuren und muss dann mühsam quasi bergauf schreiben … bis man wieder „Reisegeschwindigkeit“ erreicht hat, und die Sache flutscht.

Deshalb hatte ich fast ein wenig Angst, mich wieder so richtig mit den Drachen zu beschäftigen. Denn bis auf ein paar Sätze hier und ein paar Sätze da hab ich in letzter Zeit kaum daran gearbeitet. Aber ich hab es gewagt – und es fühlt sich wie heimkommen an. Da sind all die Figuren, die ich so gerne mag … und diese Geschichte, in der ich mich so zu Hause fühle.

Schreiben ist nicht immer so – manchmal ist es auch richtig mühsam, und man fragt sich, was man da eigentlich tut. Aber dann gibt es auch Phasen wie diese hier: wo man weiß, dass man genau das Richtige macht. Und die Geschichte genau so ist, wie sie sein will.

Und dazu schreibe ich im Moment. 😉

 

 

 

Muahaha mit Ilsebill

Der erste Satz ist der Allerwichtigste – ich denke, da sind wir uns einig, oder? Er setzt den Ton für das Buch, er soll den Leser umschmeicheln, neugierig machen, einfangen und optimalerweise den Falltürmechanismus im Kopf betätigen. Und er muss unbedingt schön sein.

Die Suche nach dem ersten Satz ist deswegen nicht einfach. Wenn man seinen ersten Satz gefunden hat, dann ist es ein richtig guter Tag. Und das Buch einen Riesenschritt weiter. Mir gings gestern so. Und mit wem sollte ich das teilen, wenn nicht mit Mr. Cole?

Ich: Weißt du was heute passiert ist? Ich denke, ich hab den perfekten ersten Satz gefunden.

Er: Cool! Gratuliere.

Ich: Willst du ihn hören?

Er: Nö, ich kenn ihn schon.

Ich: ???

Er: Ilsebill salzte nach.

 
Muahaha. Irgendwie fühl ich mich hier nicht ernstgenommen.  😉

Adieu, adieu, du schnöde Welt.

Falls ihr ab sofort nichts mehr von mir hört – dann wurde ich von irgendeiner Anti-Terror-Einheit verhaftet. Und das kam so:

Heute war ein Heizungstechniker da, und hat sich um die Jahreswartung unserer Wärmepumpe gekümmert. Köhlchen war ganz aufgeregt und hat ihn niedergeplappert, ich hab ihn mit Getränken versorgt. Die ganze Zeit über war er gesprächig und nett.

Als er dann im Wohnzimmer auf seinem Laptop die Rechnung vorbereitet hat, ist er irgendwie komisch geworden. Hat mich angesehen. Hat andauernd an mir vorbeigeschaut. Hat wieder zu mir gesehen. Und war nicht mehr sehr gesprächig, sondern irgendwie merkwürdig. Zuerst dachte ich, er hats einfach eilig.

Und dann ist mir aufgefallen, dass er auf meine neue, tolle Plot-Wand im Wohnzimmer geschaut hat.

Und mitten drin, da leuchtet ein Wort wunderschön raus.

Tja. Ähm.

Ich geb zu, das macht eine merkwürdige Optik. 😉