Muahaha mit Ilsebill

Der erste Satz ist der Allerwichtigste – ich denke, da sind wir uns einig, oder? Er setzt den Ton für das Buch, er soll den Leser umschmeicheln, neugierig machen, einfangen und optimalerweise den Falltürmechanismus im Kopf betätigen. Und er muss unbedingt schön sein.

Die Suche nach dem ersten Satz ist deswegen nicht einfach. Wenn man seinen ersten Satz gefunden hat, dann ist es ein richtig guter Tag. Und das Buch einen Riesenschritt weiter. Mir gings gestern so. Und mit wem sollte ich das teilen, wenn nicht mit Mr. Cole?

Ich: Weißt du was heute passiert ist? Ich denke, ich hab den perfekten ersten Satz gefunden.

Er: Cool! Gratuliere.

Ich: Willst du ihn hören?

Er: Nö, ich kenn ihn schon.

Ich: ???

Er: Ilsebill salzte nach.

 
Muahaha. Irgendwie fühl ich mich hier nicht ernstgenommen.  😉

Adieu, adieu, du schnöde Welt.

Falls ihr ab sofort nichts mehr von mir hört – dann wurde ich von irgendeiner Anti-Terror-Einheit verhaftet. Und das kam so:

Heute war ein Heizungstechniker da, und hat sich um die Jahreswartung unserer Wärmepumpe gekümmert. Köhlchen war ganz aufgeregt und hat ihn niedergeplappert, ich hab ihn mit Getränken versorgt. Die ganze Zeit über war er gesprächig und nett.

Als er dann im Wohnzimmer auf seinem Laptop die Rechnung vorbereitet hat, ist er irgendwie komisch geworden. Hat mich angesehen. Hat andauernd an mir vorbeigeschaut. Hat wieder zu mir gesehen. Und war nicht mehr sehr gesprächig, sondern irgendwie merkwürdig. Zuerst dachte ich, er hats einfach eilig.

Und dann ist mir aufgefallen, dass er auf meine neue, tolle Plot-Wand im Wohnzimmer geschaut hat.

Und mitten drin, da leuchtet ein Wort wunderschön raus.

Tja. Ähm.

Ich geb zu, das macht eine merkwürdige Optik. 😉

 

Plotting away.

Vor Kurzem hat mich eine kluge Frau gefragt, ob ich eine Pinnwand für mein nächstes Buchprojekt habe. Wo eine Übersicht der Handlungen, Personen, Motivationen und Querverbindungen drauf ist.

Hatte ich nicht… Nur Notizen, eine Playlist, ein Moodboard, ein paar Seiten zum  Wordbuilding – und einen grob geplanten Plot, der sich über mehrere Bücher streckt.

Bei Finley Meadows hat es auf diese Art und Weise eigentlich gut funktioniert. Aber bei meinen Drachen ist die Handlung dichter, viele Handlungsstränge laufen parallel, sind aber nicht immer sichtbar. Die Motivation der Protagonisten ist oft unklar, und wer eigentlich auf wessen Seite steht, ist fraglich. Den Überblick zu behalten ist also gar nicht so leicht – gerade wenn man Leser streckenweise im Unklaren lassen will. Die Handlungen der Personen muss für Leser ja im Nachhinein – mit dem neuen Wissen am Ende des Buches – auch noch Sinn machen.

Also dachte ich … Eigentlich eine gute Idee, das mit der Pinnwand. Deswegen hab ich eine (Glas)Wand in unserem Wohnzimmer zweckentfremdet.

Ich hab die Handlung grob auf die Haupt- und Nebencharaktere aufgeteilt, und ihre Motivationen, Gefühle und Ziele aufgeschrieben. Dabei sind neue Zusammenhänge aufgetaucht, die mir vorher nicht klar waren.

Und ich hab wieder festgestellt, wie sehr ich in dieses Buch verliebt bin. Und in meine Drachen. Ich bin gespannt, was sich beim Schreiben noch so entwickelt. Drachen sind nämlich ein wenig starrköpfig und schwer zu zähmen. 😉

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Alles schläft, einsam wacht.

Guten Morgen, meine Lieben. Ich war heute schon wieder um 6.30 Uhr munter. Und das, obwohl ich eher zur Kategorie der Schnarchnasen zähle. Üblicherweise stemme ich mühsam ein kanaldeckelschweres Augenlid hoch, werfe einen Blick ins Schlafzimmer, denke mir „Auch nichts Neues im Westen“, und sinke zurück in meinen aktuellen Traum. Da ich gottseidank bestimmen kann, in welchen Traum ich gerne zurück will, und wie der zu verlaufen hat – hats die Realität frühmorgens beim mir schwer. Sorry!

Aber derzeit wache ich morgens auf und denke mir: „Hui, ich könnte ja an den Drachen weiterschreiben.“ Und dann hüpfe schlurfe ich gutgelaunt ins Badezimmer, stolpere am Weg zur Küche über diese oder jene Katze, drücke selbst das stinkige Katzenfutter ohne Gegrummel aus diesen depperten Katzenfutterbeuteln, die sich aus irgendeinem Grund niemals freiwillig von ihrem Inhalt trennen wollen.

Das ist echt ein gutes Zeichen. Also das mit dem Aufwachen. Nicht das mit dem Katzenfutter. Diejenigen von euch, die hier schon länger mitlesen, die wissen ja, wie schwierig das letzte Buch zu schreiben war. Und wie sehr ich mich geplagt habe. Vielleicht ist das jetzt die Belohnung fürs Durchhalten: Es flutscht. So richtig. Ich hab so viele Ideen, und ständig ploppen neue Querverbindungen in meinem Kopf auf. Ich fühl mich wie ein Kind im Süßigkeitenladen. Oder eigentlich wie ich im Süßigkeitenladen. Da hat sich bei mir seit meiner Kindheit nicht so wahnsinnig viel geändert.

So, Finger aufgewärmt! Los gehts. Jolanda und ich gehen jetzt gleich in der Villa im Dunkelsteinerwald frühstücken. 😉

Später dann muss ich wählen gehen. Schon wieder! Ächz. Und monatlich grüßt das Murmeltier hier in Österreich. Dafür grillen wir dann mit Freunden. Selbstbelohnung ist alles.

Ach so- vergesst nicht, mir das Lösungswort zu mailen. Das ist doch ein schönes Sonntagmorgenprogramm: Die Stationen unserer Blogtour abklappern, Beiträge lesen, Buchstaben sammeln und mir dann ein Mail schicken. 😉

Und dann habe ich noch eine technische Frage an euch Buchliebhaber da draußen: Habt ihr ein Lieblingsbuch, das in zwei Zeitebenen gleichzeitig erzählt wird? Also: wo sich Handlungsstränge in der Vergangenheit und der Gegenwart entwickeln und bedingen? Wenn ja, welches?

Schwarzweiß

Köhlchen: Mama, als du noch ein Kind warst … war die Welt da schwarzweiß?
Ich: Nö, warum?
Köhlchen: Ich dachte nur, weil alte Filme und alte Fotos doch schwarzweiß sind, dass da vielleicht auch die Welt noch keine Farben hatte.

Mein Kind hat ganz großartige Ideen. Ich bin so stolz auf ihn! Und dann habe ich ihm erzählt, dass ich in Padua einen sehr ähnlichen Gedankengang hatte. Und den für mein Drachenbuch verwenden werde.

Aber ich will euch nicht mit Details langweilen. Deswegen widme ich mich jetzt wieder Kaffee und ToDo List. 😉

Fantasy.

 

Freundin: Und, um was gehts in deinem nächsten Buch?

Charlotte: Diesmal schreibe ich Fantasy … mit Drachen. Und natürlich gibts auch wieder gutaussehende Männer, manche davon nett, humorvoll und intelligent.

Freundin: Du kannst die Drachen weglassen. Ist auch so schon Fantasy.

Muahaha. 😉

 

Gähn.

Aufgewacht, weil Katzen wegen Futter rumnerven. Aus dem Schlafzimmer geschlichen, auf Legostein am Gang getreten. Lautlos vor mich hingeflucht, um Kind nicht zu wecken. Unter Protest der Mistviecher zuerst ins Badezimmer gehüpft. Im Badezimmerspiegel festgestellt, dass sich das mit den Falten am Morgen in die falsche Richtung entwickelt. Morla! Mit den Schultern gezuckt. Mr. Cole wird immerhin auch nicht jünger. Ha! Schnarchen von Mann und Kind sowie Sirengesang des Bettes ignoriert. Katzen gefüttert. Kaffee gemacht. Festgestellt, dass keine Reismilch mehr da ist. Grummelnd in den Keller gegangen. Kaffee geholt. Wieder oben in der Küche festgestellt, dass ich eigentlich Reismilch holen wollte. Fluchend noch mal in den Keller gegangen. Kaffee getrunken. Laptop geholt und zum Schreiben hingesetzt. Kurz mit diesem Blogpost hier rumprokrastiniert. Jetzt Aber! Rückstand der letzten zwei Tage aufholen … los gehts.

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