Back 2 school!

Seit Montag ist Köhlchen wieder in der Schule … wer von euch mir auf FB folgt, hat sicher gelesen, dass wir Anfang September einen riesen Schreck hatten: Köhlchen wurde Freitag von der Schule nach Hause geschickt, weil ihm übel war. Samstag hatte er dann Fieber und Bauchweh, noch ganz normal, wie bei einem Infekt – und Sonntag morgen konnte er plötzlich nicht mehr aufstehen, weil er so starke Schmerzen hatte. Ich habe die Rettung gerufen, und wir sind ab ins Krankenhaus … wo sich herausgestellt hat, dass er einen Blinddarmdurchbruch hat und sofort operiert werden muss.

Als wir wieder zu Hause waren, hat die Genesung viel länger gedauert, als gedacht – er hatte so viel Gewicht verloren und war so schwach, musste AB nehmen und wollte gar nichts essen – es hat drei Wochen gedauert, bis er wieder fit war. Drei Wochen, angefüllt mir sehr viel kuscheln, Lieblingsessen kochen, einer Menge lesen, Phineas and Ferb, jeden Tag ein wenig spazieren gehen und noch viel mehr kuscheln. Das Gastkaterchen war sehr happy – Familie wieder da, und jeden Tag den ganzen Tag jemand vorhanden, der ihn auf der Couch oder im Bett kraulen kann. 😉

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Dieses Wochenende war ich dann das erste Mal wieder kinderlos unterwegs, weil Köhlchen und sein Papa die Oma am Land besucht haben – und ich hab mir das Kriminalmuseum in Wien angesehen. War ganz ungewohnt, so ohne Kind und nur mit anderen Erwachsenen, hihi. Das Museum selbst fängt sehr harmlos an, Kupferstiche und Berichte aus dem Mittelalter – wird dann aber (im Keller!) recht schnell sehr Splatter: Aufnahmen von Tatorten samt Opfer in riesiger Vergrößerung. Ahhh! Brr. 😉

Ansonsten ist alles dabei, wieder in seine gewohnten Bahnen zurückzukehren – Köhlchen muss ne Menge Schulzeug nachholen, weil er insgesamt vier Wochen verpasst hat. Für mich gibts Zetteln zu unterschreiben und Materialen zu besorgen, die er noch braucht – ein Bleistift in H4 da, ein Geodreieck dort, ein Einband in quart himmelblau, zwei Mal Notenheft in lilakariert mit türkisfarbenen Tupfen 😉 … jeden Tag ein neues Teil, das da gewünscht wird … diejenigen von euch mit Kids kennen das ja. Die Flut an Dingen, die man üblicherweise in den ersten zwei Wochen im September erledigt, hat uns jetzt ein wenig verspätet erwischt.

Wenn ich nicht in Sachen Schulausstattung auf Einkaufstrip bin, oder Köhlchen beim Nachholen des Lernstoffs helfe, schreibe ich an FM5 oder arbeite (in meinem Zweitjob) an Foodfotos. Noch seh ich kein Licht am Ende des Tunnels, weil 4 Wochen Arbeitspause gewaltig sind … aber das wird schon.

Und irgendwie hat sich in all der Zeit still und leise der Herbst so richtig angeschlichen – als wir Anfang September ins Spital gefahren sind, war Spätsommer – und jetzt muss ich morgens Eis kratzen, wenn ich Köhlchen zur Schule fahren. Aber trotzdem wird es untertags noch so warm, und alles blüht … sogar die Erdbeeren werden noch rot.

 

Köhlchen und ich planen trotz Erdbeeren im Garten schon für Halloween – wir werden ne Party schmeißen, haben wir beschlossen. Schokolade einsammeln, gruselig aussehen, Vampirfilm gucken (ching!), Pizza essen … uuuund ein paar Kinder über Nacht hier haben: Gruselige Pyjamaparty! Mit Popcorn. What else. 😉

 

Wohl sortierte Drachen

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Das sind sie, meine Drachen. Knapp 160.000 Wörter, vermutlich schlussendlich so um die 600 Seiten als Buch … und drei Jahre Schreibzeit. Derzeit ein letztes Mal in Überarbeitung vor der nächsten Lektoratsrunde. Was knapp 7 cm Manuskriptstapel ergibt.

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Manchmal schalte ich auf die Dokument-Übersicht. Und dann denk ich ein wenig ehrfürchtig an Herrn King, Frau Rowling und all die anderen, die Bücher dieses Umfangs so nebenbei und ratzfatz in einem Jahr schreiben. Wahnsinn.

Aquaman

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Hm. Jaaaaaah, also … Jason Momoa, shirtless, ist ja an und für sich schon ein Grund ins Kino zu gehen. Irgendwie war ich trotzdem enttäuscht. Die CGI war an Stellen großartig, aber an anderen einfach nur – bemüht. Schwimmendes Haar und die Art, wie Lebewesen oder Stoff sich unter Wasser bewegen  … das haben wir bei Pixar schon besser gesehen. Natürlich gibts auch großartige Visuals – das Abtauchen in den Tiefseegraben als Panorama-Aufnahme: wow.

Ansonsten plagt sich der Film mit einem Mix aus abgenutzten Fantasy-Tropes, Stellen, wo er sich selbst sehr ernst nimmt (Hey, wir Menschen sind irgendwie Idioten wenns um den Schutz der Weltmeere geht), Stellen, wo er niedlich ist (der Bongo-spielende Oktopus. Kampf-Seepferdchen!) … plus halt jede Menge nett choreographierter Action.

(Ab jetzt … #spoileralert!)

Die Charaktere und ihre Namen sind unkreativ und flach, und im Prinzip kann man die Story so zusammenfassen:

Mera (ernsthaft, das ist der Name? Sehr kreativ. Wie wärs mit Prinzessin Pritschel?) taucht auf: Du bist der Auserwählte. Werd mal schnell Ocean Master (und den Titel meinen die auch ernst), besiege deinen fiesen Bruder Orm (bei dem Namen kann man ja auch nur Komplexe haben. Und warum müssen die Bösen alle aussehen wie Draco Malfoy? Sind die alle verwandt?) … und dann ist alles gut.

Arthur (Yeah. Und später darf er auch noch ein Schwert, äh, sorry, einen Dreizack aus dem felsernen Griff des alten Königs ziehen. Wink, wink.): Nah, meine böse Familie hat meine Mama umgebracht. Deswegen mag ich nicht. Bier trinken und in Bars abhängen ist auch fein!

Mera: Okay.

Dann greift Orm, der namensgeschädigte Bruder, praktischerweise mal schnell die Menschheit an und killt dabei beinahe Arthurs Papa.

Mera: Jetzt on board mit der ganzen Rettet-die-Welt-Aktion?

Arthur: Okay. Mama töten bringt mich dazu, nichts mit meiner Familie zu tun haben zu wollen. Die Menschheit ist mir egal. Aber wenns gegen meinen Papa geht, dann bin ich dabei.

Mhm, Intelligenz und Verantwortungsbewusstsein bei Männern ist so sexy! Kein Wunder, dass Mera ihm verfällt. Ächz.

Dann dürfen sich die beiden zwei Stunden durch die Gegend prügeln, eine antike Geheimbotschaft aktivieren (Hallo, Leeloo Dallas Multipass), sich zwischendurch mal gegen den Sub-Plot-Fiesling wehren … ah, ja.

Schließlich steht Arthur vor dem Monster, das den Dreizack bewacht. Und obwohl es Mera war, die Arthur bisher ständig den A**** gerettet hat, darf sie da jetzt nicht mehr mit … Männersache.

Monster: Du bist unwürdig.

Arthur: Ich weiß. Hab eh Angst.

Monster: Ha! Weil du Angst hast und weißt, dass du unwürdig bist, bist du der wahre Herrscher. Demut und so – ich mag dich.

Arthur: Echt? Cool. Ich hol dann mal das Schwert. Äh, den Dreizack.

Mera und Arthurs total überraschenderweise noch lebende Mutter dürfen inzwischen draussen warten und Arthur dann anschmachten, wenn er in der güldenen Fisch-Rüstung (hallo, Unterwasser-Ritter-der-Tafelrunde) wieder aus dem Wasserfall auftaucht.

Ausserdem: da hat man als Regisseur Schauspieler wie Willem Dafoe  und Dolph Lundgren, und dann dürfen die genau nicht spielen? Und hätte das Budget nicht auch noch für eine nicht ganz so trashige rote Perücke gereicht?

Auf der Plus-Seite lässt sich sagen, dass es nett war zu sehen, dass die Damenwelt in den Kampfszenen mitmischen kann: weder Mera noch Atlanna (Arthurs Mama, Königin von Atlantis, mit ebenfalls sehr überraschendem Namen) sind die klassische damsel-in-distress, die gerettet werden muss. Trotzdem ist alles in sich unlogisch … wenn die Atlantis-Bewohner so mächtig sind, dass sie den Dreck der Menschheit einfach an die Küste zurückwerfen können … wieso machen sie das dann nicht schon viel früher? Wenn jemand Müll in mein Wohnzimmer wirft, dann würd ich ihn da ja auch nicht liegen lassen. Da muss es doch bei so viel Intelligenz und technischer Überlegenheit ne elegantere Lösung geben als einen Krieg anzuzetteln. Just sayin´.

Also insgesamt – naja. Ich liebe Trash. Aber Trash, der versucht moralisch zu sein und zwischendurch niedlich ist … ahhh. Ich weiß nicht. Liebe Hollywood-Leute: 99 % aller Frauen besuchen den Film doch ohnehin ausschließlich wegen Jason, shirtless. Wir erwarten gar keinen Plot. Wir erwarten Jason, shirtless. Warum also ist er beinahe den ganzen Film lang angezogen? Entweder, der Mann kriegt ein Drehbuch, mit dem man als Schauspieler auch arbeiten kann. Ich weiß ja nicht, wie viel er als Schauspieler kann … außer halt sich durch die Gegend zu prügeln und Frauen zu charmen. Wenn er echt was kann, dann darf er von mir aus auch sehr gerne angezogen sein. Intelligenz und Schauspielerei schlagen Muckis ja any time of the day. Oder das Ganze ist ein optisches Spektakel ohne jeden Inhalt … auch fein, aber was sollen dann diese Flatterhemden?

Kochen mit Reenie: Lasagne-Soup

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Schmeckt wie Lasagne, braucht aber nur ein Drittel der Zeit … yes, please! 😉

Ihr braucht dazu

1 Packerl Tomatensauce
3 Knoblauchzehen
1 Zwiebel
3 Karotten, gerieben
Käse, gerieben
Salz
Olivenöl
1/2 Pkg Lasagneplatten (oder die gleiche Menge Nudeln)
Pesto (optional)
italienische Kräuter nach Geschmack (Thymian, Basilikum, Oregano)
1 Pkg gemischtes Faschiertes
1 Schuß Balsamico-Essig
1/8 l Rotwein

 

So funktionierts:

Knoblauch und Zwiebel klein schneiden, in Olivenöl anrösten. Karotten und Faschiertes dazu geben, weiterrösten. Mit Balsamico-Essig ablöschen und mit Tomatensauce aufgießen. Rotwein und Salz dazu, auf kleiner Flamme köcheln lassen. Teigplatten in grobe Stücke zerbrechen und in die Sauce legen. Kochen. Wenn die Teigplatten weich sind, großzügig mit Käse bestreuen. Kurz anschmelzen lassen, dann in Suppenschüsseln geben, mit Pesto und Kräutern toppen – fertig.

Kochen mit Reenie: Porridge

Wenns draußen kalt ist, überrascht Reenie ihre Jungs gerne mit warmem Frühstück … und heute verrät sie euch ihr Lieblingsrezept!

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Ihr braucht dazu:

1 Tasse (Reis)milch
3-4 EL feine Haferflocken
Erdnussbutter
Joghurt
Ahornsirup
Obst, zB Bananen oder Heidelbeeren

Und so funktionierts:

Milch mit Haferflocken aufkochen, bis die Mischung cremig ist. 3 Minuten ziehen lassen. Mit den restlichen Zutaten verfeinern … und genießen. 😉

The Witch Elm

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Von der New York Times als das beste Buch des Herbstes bezeichnet, von Stephen King gelobt – da muss frau jetzt nicht lange nachdenken, ob sie das Buch auf den Kindle lädt.

Es liegt bestimmt auch an meiner großen Liebe für das Konzept des Unreliable Narrators, aber dieses Buch hat vollbracht, was wenige schaffen, seit ich selbst schreibe: Es hat mich zwei Abende lang in seine Seiten gesaugt und am Ende ein wenig verwundert und emotional mitgenommen wieder ausgespuckt. Lyrische Sprache, wunderschöne Beobachtungen, ein psychologischer Plot, spannend, ohne effekthascherisch zu sein … großartig.

Worum gehts? Toby, der Erzähler, lebt ein sonniges Leben: Er sieht gut aus, ist beliebt und er geht wie selbstverständlich davon aus, dass sich für ihn im Leben alles gut entwickelt, ohne Drama oder größere Anstrengungen.

Bis zu jenem Abend, an dem er zwei Räuber in seiner Wohnung überrascht. Tage später erwacht er als Pflegefall im Krankenhaus. Große Teile des Buches widmen sich seinem Versuch, Sinn in den Geschehnissen zu finden. Zu verstehen, wer er jetzt ist, nachdem ihm die alte Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit genommen wurde. Dass die Polizei daran scheitert, die Täter zu fassen und er gezwungen ist, eine Auszeit von seiner Arbeit zu nehmen, verstärken die Verunsicherung. Zusätzlich leidet er unter den körperlichen Folgen des Überfalls: Sein Körper ist schwach, Intelligenz und Sprache sind durch eine Gehirnblutung beeinträchtigt, seine Wahrnehmung durch PTSD verschoben, sein Charme und dadurch die Reaktionen seines Umfeldes durch die Veränderung seines Charakters, aber auch durch Narben und ein hängendes Augenlid nicht mehr das, was er gewohnt ist. Er fühlt sich fremd, leidet an Gedächtnislücken, Dissoziation und an den Folgen des traumatischen Erlebnisses.

Als er erfährt, dass sein Onkel, ein alter Junggeselle, nur noch wenige Monate zu leben hat, zieht er zu ihm in das Haus, in dem er die Sommer seiner Kindheit und Jugend verbracht hat. Es scheint wie eine perfekte Lösung: Toby braucht Ruhe, sein Onkel Gesellschaft. Für eine Weile ist alles beinahe wieder gut. Bis zu dem Tag, an dem spielende Kinder im Garten einen Totenschädel finden – und Toby feststellt, dass er nicht nur vergessen hat, wer er selbst ist … sondern auch eine Menge Dinge aus seiner Vergangenheit. Und sich die Frage stellen muss, wie gut wir die Menschen, die wir lieben, eigentlich kennen.

 

Trivia: Ich habe nirgendwo einen Hinweis darauf gefunden, ob Tana French sich von diesem wahren Kriminalfall hat inspirieren hat lassen … aber die Parallelen sind faszinierend. Und keine Angst, kein Spoiler. 😉

https://en.wikipedia.org/wiki/Who_put_Bella_in_the_Wych_Elm%3F