Der Geruch nach Herbst

Heute morgen, als ich meinen Kaffee im Garten getrunken hab, war er da – der Geruch nach Herbst. Das Licht hatte noch die Farben des Sommers, da war das Gezwitscher von Amseln und das Gegurre von Tauben. Da waren Blumen in meinem Garten und ein blinzelndes Katerchen auf meinem Schoß, und das Wissen, dass der Tag heute Hitze, Eiscreme und Sonnenschein bringen wird. Aber darunter, wie ein erster Gruß, dieser spezielle Geruch, der bunte Blätter, Kuschelpullis, heiße Schokolade, Kastanientiere und feine, fliegende Spinnweben ankündigt. Der Geruch von Herbst trägt Abschied und Ruhe in sich, die Süße von überreifem Obst auf Streuwiesen, das Gefühl von Gummistiefeln in Pfützen, von roten Wangen und goldenem Licht.

Ich mag den Herbst, für all die schönen Dinge, die er bringt. Aber jedes Jahr kommt unweigerlich der Moment, wo ich zum ersten Mal spüren kann – der Sommer ist beinahe vorbei. Und es ist immer eine Mischung aus Freude und Wehmut. Als wär die Sehnsucht nach dem Sommer in den Beginn des Herbstes eingebaut.

 

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