#Autorenwahnsinn, Tag 18: Vanity Fair

Tag 18: Heute wollen wir ein Zitat aus deinem ersten Manuskript lesen!

Aus Finley Meadows 1 / Küss mich im Sommerregen

»Lass mich raten, Hortenisa: Diät, wieder einmal, oder?« Reenie öffnete den seitlichen Reißverschluss und schälte sich aus dem Kleid. »Was immer ich auch tue, nie ist es genug. Meine Figur, meine Haare, mein Make-up, meine Nägel, mein Auftreten – nichts reicht jemals an die Standards des Hauses Demarchelier heran.« Sie zog ihre gemütlichen Jeans über ihre mangelhaften Hüften und zerrte sich dann das Shirt über den Kopf.
»Ich habe genug, Hortensia. Ich kann nicht mehr. In mir ist nichts mehr übrig, kein Fünkchen Energie, nichts mehr, das ich noch mobilisieren könnte. Ich fühle mich taub. Ausgebrannt.« Ihre Stimme zitterte und ihre Lippen waren mit einem Mal salzig von ihren Tränen. Sie war wütend auf sich selbst. Seit wann war sie so eine Heulsuse?
»Wenn Lucien es wünscht, werde ich zu diesem Empfang gehen. Und zum nächsten. Und zum übernächsten. Aber ich werde keine Diät mehr machen. Also müsst ihr das Kleid wohl ändern. Oder ich gehe einfach in Jogginghosen hin. Wir können ja sagen, dass ich gerade aus der Reha komme.«
Madame Inés machte einen Schritt zurück, als hätte Reenie ihr eine schallende Ohrfeige versetzt. Vermutlich gab es für sie nichts Grauenhafteres als Jogginghosen.
»Und jetzt gehe ich nach Hause und esse eine große Portion Schokoladeneis. Mit Schokosauce.«
Ihr alten, verknöcherten Spinatwachteln.

 

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