Patrick Süskind: Drei Geschichten und eine Betrachtung

Frisch gelesen: Drei Geschichten und eine Betrachtung von Patrick Süskind.

Herr Süskind schreibt mit einer schwebenden Eleganz, die seine klugen, tragischen und humorvollen Geschichten hinreißend schön macht… und er tut auf eine eigentümlich selbstverständliche Art, so als wäre Erzählen für ihn wie Atmen – etwas, das einfach so sein muss.

Ich bin ein großer Fan seiner Bücher – „Die Taube“, oder auch „Die Geschichte von Herrn Sommer“ gehören zu meinen Lieblingen, die ich immer wieder lese. Wer atemlose, in sich ruhende und sprachgewaltige Geschichten über kleine große Dinge mag, ist hier richtig.

(Und jetzt mal ehrlich: Wie könnte man so etwas denn nicht mögen? Das wäre, als würde man Nougatschokolade blöd finden. Gibts ja gar nicht. 😉 )

die bibliothekseigene Autorin

Heute war ich mit einem Ikeasack voll Bücher in der Bücherei. Ich hab neulich meinen öffentlichen Tauschbücherkasten durchsortiert und geputzt, und wollte jetzt ein paar (viele) Bücher im Tauschregal unserer örtlichen Bücherei in die Freiheit entlassen. (Und die armen Kleinen nicht auf der Straße aussetzen. Sowas ist doch herzlos. Wenn man denkt, was ihnen da alles zustoßen könnte. Gell, M?)

Kaum war ich in der Bücherei drin, ist meine Lieblingsbibliothekarin Ulli schon strahlend auf mich zugekommen. Letzte Woche war eine Leserin dort, die unbedingt ein weiteres Buch von … Charlotte Cole lesen wollte. Und Ulli hat sich ganz genau gemerkt, was die Leserin alles gelobt hat, um auch alles futziklein weitergeben zu können.

Sie hat gemeint, sie war so stolz. Immerhin bin ich ja die bibliothekseigene Autorin.

Awww. Ist das nicht süß? Andersrum wird ein Schuh draus, liebe Ulli: Wie cool ist es denn bitte, die Unterstützung einer echten und richtigen Bücherei zu haben? Das ist ja quasi ein literarischer Heimathafen.

Ich war ganz gerührt und megasentimental. Tolles Feedback für meine Bücher zu bekommen, ist schon etwas ganz besonderes. Aber dass sich dann auch andere Menschen mit mir mitfreuen und mich unterstützen, das ist einfach nur superaffenmegatotalcool, wie Köhlchen sagen würde. Seufz.  🙂

Reenie und die Drachen müssen aufs Klo

Ich sitze gerade ganz friedlich auf der Couch und tippe vor mich hin, da kommen die Jungs ins Wohnzimmer… tief in Diskussion über das Buch, das sie derzeit gemeinsam lesen.

Köhlchen: Papa, wieso geht in Büchern eigentlich nie jemand aufs Klo? Müssen die alle nicht Pipi?
Mr. Cole, zu mir grinsend: Frag doch einfach deine Mama, die schreibt immerhin Bücher. Wenns die nicht weiß …
Köhlchen: Mama, kannst du nicht mal schreiben, dass Reenie aufs Klo muss? Oder die Drachen? Sonst ist das doch total unrealistisch. Dann merkt doch jeder, dass du dir das nur ausgedacht hast.
Ich, eloquent: Ähhh….
Köhlchen: Weißt du was? Vergiss es. Ich schreib einfach selber ein Buch wo alle ständig aufs Klo müssen. Wenn ich groß bin.

Phew. 😉