Einmal Herzschmerz, aber schnell.

Da ich jetzt wieder mitten in einem Buch stecke, brauche ich sie häufig: Meine Playlists. Ich hab auf spotify Listen, die nach Stimmungslagen benannt sind, mit solch aussagekräftigen Namen wie „lonely city evening“, „epic love“, „i hate you so much right now“, „silent“, „kitsch as kitsch can“, „happy peppi“ und „feeling weird“. Ich verwende Musik, um die richtig Stimmung auszulösen, wenn ich eine bestimmte Szene schreiben will.

Herzschmerz-Liebesdrama zu induzieren geht bei mir mit den Ärzten recht fix – vielleicht weil ich als Teenager mal ganz unsterblich und abgrundtief unglücklich verliebt war, und dazu die Ärzte auf Repeat gehört hab. Mit diesen Songs fällt es mir leicht, die Gefühle wieder abzurufen und sie dann beim Schreiben für meine Charaktere zu verwenden. 😉

In die andere Richtung funktioniert es auch: Früher (so unter Zwanzig), als ich noch vieel Zeit zum Lesen hatte, da ist es mir oft passiert, dass ich ein ganzes Wochenende nichts anders gemacht hab. Jap, ich war nicht so das Partytier als Teenie. 😉

Da das noch vor youtube und Spotify war (ich bin immerhin älter als das Internet!), hab ich oft CD gehört. Wenn man in die Geschichte kippt, merkt man ja nicht mehr, wie die Zeit vergeht und die CD sich wiederholt, und wiederholt, und wiederholt. Aber scheinbar brennt es sich ins Unterbewusste ein – denn ich krieg bei „Now I Know What Made Otis Blue“ Gruselgefühle und akute Angst vor Kanaldeckeln, weil die Kuschelrock (Gibt’s Kuschelrock eigentlich noch?) im Hintergrund lief, als ich „Es“ an einem Wochenende ausgelesen hab.

Habt ihr auch solche Songs, die bei euch immer eine bestimmte Gefühlslage auslösen?

20 Gedanken zu “Einmal Herzschmerz, aber schnell.

  1. Also so seltsam finde ich deine Playlist-Namen nicht. Ich habe eine voller Indie-Lieder, die ich „Indie-ana Jones“ getauft habe. 😀
    „Es“ an einem Wochenende finde ich jetzt auch nicht schlecht. Das Buch ist schließlich recht dick. Ich werde mir später mal dein Kanaldeckellied anhören. Mal schauen, ob das bei mir auch so einen Effekt hat, wenn ich beim Anhören „Es“ im Hinterkopf habe. 😉

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  2. Also ich schreibe zwar nicht, aber ich habe mich gerade sehr in deiner Erzählung wieder gefunden ☺️. Jaja die Teeniezeit ohne Internet. Ich weiß nicht wie wir das überlebt haben, aber es war trotzdem schön. Ja Kuschelrock gibts noch ❤️. Habe zur Musik der Hochzeitsedition geheiratet ☺️

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    • Teenie-Liebeskummer vergisst man nicht, dazu ist er viel zu allumfassend! 😉
      Köhlchen kann sich gar nicht vorstellen, wie die Welt ohne Internet, Tablet und Streamingdienste funktionieren soll. Wenn ich ihm erzähle, dass ich mein erstes Handy mit 19 hatte, dann schaut er mich misstrauisch an, so als würd ich flunkern. 😂☺️

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  3. Huhu,

    ich brauche Musik nicht zum Schreiben. Das stört mich eher.

    Ich würd jetzt nicht sagen, in eine bestimmte Gefühlssache, aber vielleicht doch. Zuminest bei Pur. Die hab ich oft gehört, wenn ich mich einsam gefühlt hab oder traurig war. Das erinnert mich heute noch daran, wenn ich die LIeder wieder höre. Oder auch andere Lieder.

    Aber ein so ein Lied ist Definitiv von Silbermond Das Beste. Dieses Lied hat für mich eine persönliche Bedetung und ist deswegen ein echtes Herzschmerzlied für mich. Aber es erinnert auch an schöne Zeiten. Trotzdem muss ich immer erst schlucken, wenn ich es heute höre. Obwohl ich dieses Lied eigentlich total liebe ruft es auch Traurigkeit hervor.

    LG Corly

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  4. Hach, die Ärzte und Liebeskummer, zwei Dinge, die man nicht trennen kann ❤ Zu meiner Teeniezeit gab's zwar schon Internet, ich hab "Mach die Augen zu" aber trotzdem auf CD gehört. Allerdings nie während des Lesens, ich kann mich da nämlich überhaupt nicht mehr konzentrieren. Beim Schreiben ist es gleich: Ich kann währenddessen keine Musik hören, aber ich habe oft einen Song im Kopf. Aktuell "Nights in white Satin" von den Moody Blues. Konnte den Song erst nicht leiden, weil er immer in diesen nachmittäglichen Oldies-CD-Sammelboxen-Werbungen aus dem Fernseher schallte. Dann bin ich zufällig via Charlies Mixtape (aus Perks of being a Wallflower) wieder auf ihn gestoßen und – der ist echt überwältigend. Und schafft gute Atmosphäre zum Schreiben.
    Liebe Grüße
    frauktose

    PS: "ES" an einem Wochenende? Respekt! Ich hatte es damals auch nur so schnell durch, weil gerade zwei Tage hintereinander die Schule wegen eines Schneesturmes ausfiel. 😉

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    • @dieärzte: die sind für die verschiedensten Lebenslagen gut, finde ich. Um im Auto mitzu“singen“ mag ich „Zu spät“ total gerne, oder auch dieses völlig irre Lied mit den Indianern? Und dem Skalp? Wie heißt das noch mal …
      @Musik: beim Lesen geht Musik gut, beim Schreiben hängt es von meiner Stimmung ab.
      @“Es“: Na, dann wars ja bei dir ja quasi auch nur ein Wochenende! 😉 Manche Bücher übernehmen einfach das Kommando und verlangen danach gelesen zu werden. Ob man will, oder nicht. Wobei das – wie gesagt- jetzt gar nicht mehr geht, weil ich die Zeit einfach nicht finde… Vielleicht später wieder, wenn ich achzig bin und im Schaukelstuhl auf der Veranda sitze. 😉

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  5. Pingback: Stöberrunde Nr. 1: 2016/ 5/6 | Corlys Lesewelt

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